
FRANKFURT. Die mehr als 2 000 Krankenhäuser in Deutschland müssen in den nächsten Jahren deutlich effizienter werden, wenn sie der Ausgabenbegrenzung durch das neue GKV-Finanzierungsgesetz entgegenwirken wollen.
Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung der Unternehmensberatung Dr. Wieselhuber & Partner, die die Auswirkungen des Gesetzes auf der Basis von mehr als 100 Jahresabschlüssen von Krankenhäusern analysiert hat.
Weil die Kostensenkungen in den nicht medizinischen Bereichen wie Wäscherei oder Verpflegung vielfach schon ausgeschöpft sind, werden viele Kliniken künftig auch die Einsparpotenziale bei der medizinischen Behandlung prüfen müssen, so die Beratung. Das heißt allerdings nicht zwangsläufig, dass die Patienten deswegen schlechter versorgt sein werden: „Im medizinischen Kerngeschäft besteht noch ausreichend Potenzial, wenn sämtliche Prozesse in einem Krankenhaus auf den Patientennutzen hin überprüft werden“, sagt Frank Schmitz, Leiter der Gesundheit bei der Beratungsgesellschaft. Kurze Wege, die Vermeidung von Doppeluntersuchungen sind Beispiele.
< P>Die Krankenhäuser sind zum Handeln gezwungen. Rund ein Drittel der Häuser, die die Unternehmensberatung analysiert hat, weist ein Defizit aus. Ein weiteres Drittel erwirtschaftet eine Umsatzrendite von unter drei Prozent.
Zwar sieht das GKV-Finanzierungsgesetz eine Steigerung der GKV-Ausgaben pro Patient um durchschnittlich 28 Euro in 2011 und 27 Euro in 2012 vor. Diese Erlössteigerung wird aber durch die zu erwartende Steigerung der Tariflöhne und die allgemeine Inflation mehr als aufgezehrt, sagt die Beratung. Umgerechnet auf den Alltag in einer 300-Betten-Klinik müssten künftig die Patienten mit 1,5 Ärzten und 3 Pflegekräften weniger versorgt werden, um die wirtschaftliche Lage des Krankenhauses nicht weiter zu verschlechtern, so Berater Frank Schmitz.