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Nicolas Berggruen:: „Arcandor hat Karstadt verdammt schlecht organisiert“

Im Interview mit dem Handelsblatt übt der Investor harsche Kritik an den Vorbesitzern der Karstadt-Warenhäuser. Berggruen selbst sieht sich als langfristigen Investor. Er sei keiner der heute kauft und morgen verkauft. Für Karstadt sieht sich der Geschäftsmann vor allem aufgrund früherer Turnarounds gewappnet.

Nicolas Berggruen hat am Freitag eine Offerte für Karstadt vorgelegt. Quelle: dpa
Nicolas Berggruen hat am Freitag eine Offerte für Karstadt vorgelegt. Quelle: dpa

FRANKFURT. Der Mann ist Weltenbürger. Berlin, Istanbul, Bombay - zu Hause bin ich überall, sagt Nicolas Berggruen. Er ist der neue Interessent an Karstadt; der Mann, der aus dem Nichts kam, um eine deutsche Kaufhaus-Ikone vor dem Tod zu retten. Heute ist er in Afrika unterwegs und antwortet auf Fragen am Telefon. Er spricht ein amerikanisch gefärbtes Deutsch, in dem er viele Redewendungen übersetzt, was dann ungewohnt klingt.

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In Berlin hat er auch ein Büro, in der Wilhelmstraße. Dort stand einmal die Reichskanzlei, der Ursprungsort jener Politik von Massenvernichtung und Judenverfolgung, die auch die Kaufmannsfamilie Berggruen einst aus Deutschland vertrieb.

Heute steuert Nicolas Berggruen von hier aus seine Beteiligungen. Der Sohn des Kunstsammlers und Mäzens Heinz Berggruen, ist mit seiner Berggruen unter die Investoren gegangen. Unter die langfristigen. Er sei keiner, erklärt er durchs Telefon, der heute kauft und morgen verkauft. Das hat er vom Vater gelernt. Dessen Gespür für Investitionen in Kunst, die über die Jahrzehnte an Wert gewinnen, ist legendär. "Wir werden niemals Geld ausgeben und dann nichts daraus machen", sagt der Junior. "Investitionen verpflichten."

Handelsblatt: Herr Berggruen, warum interessieren Sie sich für Karstadt?

Berggruen: Karstadt ist ein wichtiger Name in Deutschland. Die Marke ist Teil der deutschen Kultur. Die 25 000 Angestellten können stolz darauf sein, bei Karstadt zu arbeiten. Als neue Eigentümer würde ich dafür sorgen, dass alle mit Karstadt wieder rechnen können: Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten.

HB: Was können Sie besser als die bisherigen Eigentümer?

Berggruen: Wir gehen mit unverstelltem Blick an die Aufgabe. Und wir wollen die Mitarbeiter von Karstadt hinter uns bringen. Zusammen können wir etwas neues aufbauen. Die Wahrheit ist doch, dass Arcandor Karstadt verdammt schlecht organisiert hatte. Arcandor hat viel zu hohe Mieten für die Karstadt-Häuser in Kauf genommen. Damit kann kein Warenhaus überleben.

  • 26.05.2010, 20:28 UhrAnonymer Benutzer: Karstadt10

    Was für ein vernünftiger Mensch, dieser Nicolas berggruen. ich glaube, Herr berggruen würde den turn-around bei Karstadt schaffen. Wenn Herr berggruen diesen Weg konsequent umsetzt, den er mitteilt, hat er meiner Meinung nach auf jeden Fall die Mitarbeiter auf seiner Seite. Die Mitarbeiter, die ich kenne, favorisieren alle berggruen und zwar nicht nur, weil Herr berggruen die Mitarbeiter schonen möchte (verdient hätten sie es, sie opfern schon seit 6 Jahren immense Summen von ihrem geringen Lohn, von den psychischen belastungen der insolvenz ganz zu schweigen, sondern weil aus Sicht der Mitarbeiter das Konzept von berggruen nicht kurz- und mittelfristig, sondern langfristig ausgelegt ist. Nun bleibt abzuwarten, was der Gläubigerausschuss und das Gericht entscheiden.

  • 25.05.2010, 21:51 UhrAnonymer Benutzer: Politiker

    ich sage nur: Das sind die deutschen Spitzenmanager! Diese Leute braucht Deutschland unbedingt, so Frau Merkel!!

  • 25.05.2010, 14:15 UhrAnonymer Benutzer: simonsito

    man muss ihn fast schon mögen, bietet er doch gegen G.S.
    Es wäre schön, wenn er den Kauf von Karstadt schaffen würde! Denn im Falle einer Übernahme durch Highstreet wäre es, als habe Karstadt seine Übernahme selbst finanziert, mittels der von T.Middelhoff vereinbarten überhöhten Mieten an Highstreet.
    Middelhoff ist meiner Meinung nach ein kleiner Dieb! Ein besonders dreister und gut ausgebildeter Dieb immerhin, aber trotzdem nichts als ein Dieb..... Wenn die Staatsamwälte und Richter in Deutschland das nicht begreifen, können wir einpacken.

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