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05.05.2008 
Neuseeland kauft privatisierte Bahn zurück

„Niedergang des Vermögens“

Während die Pläne für die Privatisierung der Deutschen Bahn zunehmend Gestalt annehmen, macht Neuseeland ein solches Vorhaben rückgängig. Für 336 Mill.Euro kauft die Regierung den einstigen Staatskonzern wieder zurück. Der Finanzminister des Landes, Michael Cullen, sprach von einer „schmerzlichen Lektion“.

Der neuseeländische Finanzminister Michael Cullen kauft die Bahn zurück. Foto: rtrLupe

Der neuseeländische Finanzminister Michael Cullen kauft die Bahn zurück. Foto: rtr

HB WELLINGTON. Die neuseeländische Regierung kauft für 665 Million Neuseeländische Dollar (336 Mill. Euro) die privatisierte Bahn wieder von der australischen Firma Toll Holdings zurück. Das gab Cullen am Montag bekannt. Dies sei der beste Weg für notwendige Investitionen in diesem Bereich, erklärte Cullen. „Der Verkauf der staatlichen Bahn zu Beginn der 90er Jahre und der danach folgende Niedergang des Vermögens war eine schmerzliche Lektion für Neuseeland“, erklärte der Minister.


Bildergalerie Bahnprivatisierung: Was die Deutsche Bahn von Großbritannien lernen kann


Die staatliche neuseeländische Bahn wurde 1993 für 400 Mill. Neuseeländische Dollar (202 Mill. Euro) an private Investoren verkauft, 2003 erwarb die australische Toll Holdings eine Mehrheit. Es habe sich gezeigt, dass es äußerst schwierig ist, ein profitables Unternehmen, das einen Beitrag zur wirtschaftlichen und ökologischen Entwicklung Neuseelands leisten soll, ohne Unterstützung der Regierung zu betreiben, erklärte Cullen. Die Modernisierung der Bahn soll ein Schritt beim Aufbau eines nachhaltigen Verkehrsnetzes sein, erklärte Ministerpräsidentin Helen Clark.

Die neuseeländische Regierung hatte 2001 auch mit fast einer Milliarde Neuseeländische Dollar (505 Million Euro) die zuvor privatisierte Fluglinie Air New Zealand vor der Pleite gerettet. Die heute profitable Fluglinie ist jetzt weiter zu 76 Prozent in Staatsbesitz.

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