Die Karten sind neu gemischt. Die Sparkasse Caja Madrid hat ihren Anteil an Iberia
überraschend aufgestockt und das monatelange Abwarten von Seiten der spanischen Fluggesellschaft und ihrer Aktionäre fürs erste beendet. Doch was steckt eigentlich hinter diesem Schachzug?
MADRID. Offenbar hat sich die zweitgrößte spanische Sparkasse dem industriepolitischem Druck der Madrider Regionalregierung gebeugt. Caja Madrid soll verhindern, dass Iberia
in ausländische Hände fällt und der Flughafen Barajas seine Stellung als Hub für den Europa-Lateinamerika-Verkehr verliert. Barajas ist der größte regionale Arbeitgeber und sein neuer Terminal 4 hat viele Millionen Euro an spanischen Staatsgeldern gekostet.
Doch einige Fakten sprechen gegen diese Interpretation. Erstens ist allen potenziellen Käufern von Iberia
klar, dass die Hauptattraktion Iberias
in den lateinamerikanischen Routen liegt. Iberia
hat den größten Marktanteil auf der Strecke Europa-Lateinamerika. Von vornherein klar war auch, dass Iberia
mehrheitlich in spanischer Hand bleiben muss, um diese Routen nicht zu verlieren. Deshalb bestand das Konsortium um British Airways
neben dem Fonds Texas Pacific Group aus den spanischen Risikokapitalfonds Vista, Quercus sowie spanischen Unternehmern wie Miguel Zorita und Javier de Salas.
Zweitens hatten die meisten Beobachter das Angebot von British Airways
schon für gescheitert erklärt, bevor Caja Madrid seine Anteile aufstockte. Die Marktsituation hat sich im Zuge der Krise um die zweitklassigen US-Hypothekenkredite geändert. Das Konsortium hätte schon vor Wochen ein endgültiges Angebot vorlegen sollen, bekam aber die Finanzierung nicht zustande. Auch die spanische Gruppe um den Fonds Gala Capital und wiederum den Unternehmern Miguel Zorita und Javier Salas hatte das nicht unwichtige Detail der Finanzierung noch keinesfalls geklärt.
Kurzum: Es gab viele Ankündigungen und Spekulationen aber kein konkretes Angebot, und die knappen Kreditbedingungen sowie nicht zuletzt auch die anstehenden spanischen Parlamentswahlen Anfang März 2008 ließen den Schluss zu, dass sich daran auch nicht so bald etwas ändern würde.
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ist noch nicht beendet.
Die Unsicherheit um die Zukunft Iberias
ist mit dem Schachzug von Caja Madrid aber noch nicht beendet. Denn trotz der Beteuerungen der Sparkasse, ihre Anteile nun nicht mehr verkaufen zu wollen, gehen Beobachter davon aus, dass Caja Madrid in einigen Monaten durchaus einem attraktiven Angebot nicht abgeneigt gegenüber stehen dürfte. Iberia
gehört nicht zum Kerngeschäft der Sparkasse, die dabei ist, ihr Bankgeschäft kräftig auszubauen. Schließlich war Caja Madrid erst durch den jüngsten Verkauf ihrer Endesa
-Anteile
in der Lage gewesen, die Beteiligung an Iberia
aufzustocken.
Aber Iberia
ist jetzt in einer bequemeren Situation. In den vergangenen Monaten musste die viertgrößte europäische Fluggesellschaft auf die Entscheidung des bisherigen größten Aktionärs British Airways
warten, von dem bekannt war, dass er seine Anteile weder aufstocken konnte noch wollte. Den Briten ging es nur darum, die Kooperation mit dem One-World -Partner Iberia
auf den Strecken zwischen Großbritannien und Spanien beizubehalten und sich die Option auf eine eventuelle größere Operation in ferner Zukunft offen zu halten.
Das entsprach nicht den Wünschen der Iberia
-Führung,
die explizit angekündigt hatte, Teil der Konsolidierung auf dem europäischen Flugmarkt werden zu wollen. Iberia
hat auf einen preistreibenden Bieterwettbewerb der drei großen Gesellschaften Lufthansa,
Air France/KLM und British Airways
gewartet, der aber nie in Gang gekommen ist.
Iberia

