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03.04.2008 
Krise spitzt sich zu

Nur kleiner Teil der Pin-Jobs gerettet

Die Krise des privaten Briefzustellers Pin Group spitzt sich weiter zu. Anfang April sei für weitere 21 Tochtergesellschaften des Post-Konkurrenten das Insolvenzverfahren eröffnet worden, teilte Insolvenzverwalter Andreas Ringstmeier am Donnerstag in Köln mit. Das hat viele Menschen ihre Beschäftigung gekostet.

HB KÖLN. Insgesamt haben inzwischen durch die Zahlungsunfähigkeit des Unternehmens 5 765 Pin-Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz verloren.

Damit ist inzwischen bereits jeder zweite der ursprünglich 11 400 Arbeitsplätze des Unternehmens der Krise zum Opfer gefallen. Nur gut 1 700 Stellen konnten bislang auf Dauer gerettet werden, indem für zehn Tochterunternehmen neue Investoren gefunden wurden.


» Tabelle Im Überblick: Insolvenzfolgen bei der Pin Group


Die Pin Group und ihre Tochtergesellschaften kämpfen seit Ende vergangenen Jahres ums Überleben, nachdem die Eigentümer des Konzerns sich wegen der Mindestlohnregelung für Briefzusteller geweigert hatten, weitere Finanzmittel für das noch mit Anfangsverlusten kämpfende Unternehmen bereitzustellen.

Die Insolvenzverwalter bemühen sich seitdem, neue Interessenten für das Unternehmen zu gewinnen. Doch erweist sich das als ausgesprochen schwierig. „Die derzeitigen Rahmenbedingungen - insbesondere die Diskussionen um den Mindestlohn - haben bei zahlreichen Interessenten den Eindruck geweckt, dass mehr Wettbewerb in der Branche politisch nicht gewünscht sei“, sagte Ringstmeier. Einige Interessenten seien deshalb trotz aussichtsreicher Verhandlungen in letzter Minute abgesprungen.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Erst zehn Tochterunternehmen haben langfristig gesicherte Zukunft

Bisher gelang es erst für zehn Tochterunternehmen mit insgesamt 1 716 Beschäftigten, einen neuen Investor zu finden und damit ihre Zukunft langfristig zu sichern. Insgesamt 40 operativ tätige Gesellschaften der PIN Group haben seit dem 21. Dezember 2007 Insolvenzantrag gestellt, 25 mussten bereits den Geschäftsbetrieb einstellen und die Mitarbeiter entlassen.

„Wir haben um jeden Arbeitsplatz und um jeden Investor im Interesse der Gläubiger gekämpft“, sagte Ringstmeier. Die Unsicherheiten, wie sich der Markt künftig entwicklen werde, seien jedoch für viele potenzielle Investoren zu groß. Die Interessenten erwarteten verlässliche Stellgrößen, mit denen sie kalkulieren könnten.

Und die Zeit für die Rettung der verbliebenen Teile der PIN Group wird immer knapper. Bereits Ende April läuft bei vier weiteren Tochtergesellschaften die Zahlung des Insolvenzgeldes aus. Ist bis dahin für sie kein Investor gefunden, droht auch ihnen die Schließung.

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