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Otto-Chef:: „Wir werden Kunden erreichen, die wir bisher nicht haben“

Die Übernahme der Versandhausmarke Quelle bietet dem Hamburger Wettbewerber Otto große Chancen. Otto-Chef Hans-Otto Schrader erklärt, wie sein Unternehmen davon profitieren will.

Otto-Chef Hans-Otto Schrader setzt auf die Marke Quelle. Quelle: dpa
Otto-Chef Hans-Otto Schrader setzt auf die Marke Quelle. Quelle: dpa

HamburgHandelsblatt: Herr Schrader, haben Sie jemals damit gerechnet, dass Quelle eines Tages zu Ihrem Konzern gehören würde?

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Hans-Otto Schrader: Ganz ehrlich? Nein. Quelle zu übernehmen war für uns eine unerwartete Gelegenheit. Mein Outlook erinnert mich jedes Jahr daran, dass im November 2009 der Quelle-Web-Shop abgestellt wurde. Wenn ich heute sehe, dass quelle.de und indirekt auch Privileg als Teile der Otto Group firmieren, dann ist das ein besonderer Moment. Noch vor wenigen Jahren hätte ich nicht die Fantasie gehabt, mir so etwas vorzustellen.

Handelsblatt: War Ihnen gleich klar, welche Folgen der Abgang des Rivalen haben würde?

Schrader: Am Anfang überwog die Unsicherheit. Bei uns war die Sorge groß, dass der Niedergang eines traditionellen Wettbewerbers das Geschäftsmodell Distanzhandel insgesamt beschädigen könnte. Zum Glück ist das nicht eingetreten, im Gegenteil.

Handelsblatt: Welche geschäftliche Folgen hat das Ende von Quelle für Otto?

Schrader: Unseren Vertriebsmanagern ist es gelungen, vielen Quelle-Kunden, die wie gewohnt bestellen wollen, eine Alternative innerhalb der Firmen der Otto-Gruppe zu bieten. Ein gewisser Teil unseres Wachstums im abgelaufenen Geschäftsjahr basiert darauf.

Handelsblatt: Nun werden auch Konkurrenten von Otto unter dem Quelle-Label ihre Produkte anbieten. Warum machen Sie das?

Schrader: Wir haben lange intern diskutiert, inwieweit wir uns öffnen und nicht nur eigene Konzepte verfolgen. Aber wir leben im Internetzeitalter. Daraus folgt eine maximale Transparenz und Vielfalt. Wir lassen Konkurrenten auf unseren Marktplatzkonzepten zu. Durch diesen Wettbewerb werden unsere eigenen Konzepte noch besser.

Handelsblatt: Welche strategische Bedeutung kommt der Marke Quelle zu?

Schrader: Quelle hat über Jahrzehnte versucht, im Feld der Mode zu Otto aufzuschließen. Das ist nicht nachhaltig gelungen. Quelle steht aber in der bürgerlichen Mitte, für hohe Kompetenz bei Technik und Wohnen. Darauf fokussieren wir uns. Ziel ist es aber, die Marktabdeckung deutlich zu erweitern. Mit dem ganz neuen Marktplatz quelle.de werden wir Kunden erreichen, die wir bei Otto bisher nicht haben.

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