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Otto-Versand: Mit Preissenkungen gegen die Internet-Konkurrenz

Das Versandhaus Otto hat mit immer stärkerer Konkurrenz aus dem Internet zu kämpfen. Aus diesem Grund sollen die Preise ab Oktober gesenkt werden. Welche Produkte billiger werden, ist noch offen.

Das Versandhaus Otto will mit Preissenkungen der Internet-Konkurrenz trotzen. Quelle: dpa
Das Versandhaus Otto will mit Preissenkungen der Internet-Konkurrenz trotzen. Quelle: dpa

HamburgDer weltgrößte Versandhauskonzern Otto treibt den Umbau seines Kerngeschäfts voran und zettelt nun auch einen Preiskampf an, um seine Stellung im boomenden Onlinehandel zu behaupten. Die drei Vertriebsmarken Otto, Baur und Schwab sollen enger zusammengeführt werden, um die Kosten zu senken. Dadurch will sich der Konzern Luft für Preissenkungen verschaffen. "Es wird auch zu Arbeitsplatzabbau kommen", kündigte Vorstandschef Hans Konzernchef Hans-Otto Schrader am Mittwoch bei der Präsentation der Bilanz für das Ende Februar abgelaufene Geschäftsjahr 2011/2012 an. Über den Umfang der Stellenstreichungen werde noch mit dem Betriebsrat verhandelt.

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Ein Arbeitsplatzabbau stehe allerdings nicht im Vordergrund. In erster Linie will Otto dadurch sparen, dass die Organisation gestrafft wird. Von den Umstrukturierungen sind Schrader zufolge bis zu 7000 Voll- und Teilzeitbeschäftigte betroffen, mehr als 4000 alleine bei der Einzelgesellschaft Otto. Das bedeute aber nicht, dass Stellen in dieser Größenordnung abgebaut würden, betonte Schrader. Weltweit arbeiten für die Gruppe, die neben dem Versandhandel auch Finanzdienstleistungen anbietet und mit Hermes den größten Post-Konkurrenten im Privatkundengeschäft unter ihrem Dach hat, zuletzt 53.000 Menschen, das sind 3500 mehr als im Vorjahr. 2500 neue Mitarbeiter kamen allein durch den Einstieg von Otto in Brasilien hinzu.

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Die Höhe der Preissenkungen und die betroffenen Produkte ließ Schrader offen. Daran werde noch gearbeitet. Ziel sei, durch gezielte Maßnahmen bei Preissuchmaschinen in vordere Ränge zu kommen. Davon verspricht sich Otto, bei der Suche im Internet stärker zu Zuge zu kommen.

Mit der Neuordnung des Versandhandels reagiert der Hamburger Konzern auf den preisaggressiven Wettbewerb in Deutschland durch den Schuhspezialisten Zalando und neue Konkurrenten im Onlinegeschäft wie Media-Markt und Saturn. Der Umsatz der Kerngesellschaft Otto schrumpfte im abgelaufenen Geschäftsjahr um 1,3 Prozent auf etwas mehr als zwei Milliarden Euro. Den Zuwachs im Geschäft über das Internet baute Otto dabei aus, er liegt inzwischen bei 75 Prozent.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr schrumpfte der Betriebsgewinn (Ebit) der Gruppe um nahezu ein Drittel auf 259 Millionen Euro ein. Der Reingewinn brach sogar um fast 90 Prozent auf 23 Millionen ein. Als Gründe führte Schrader gestiegene Rohstoffkosten, Verluste im Frankreich-Geschäft sowie hohe Investitionen in die IT an. Hinzu kommen schärfere Umweltauflagen in China, von wo Otto einen Großteil seiner Textilien bezieht. In der Volksrepublik steigen zudem die Arbeitskosten. Der Konzernumsatz stieg um 1,7 Prozent auf 11,6 Milliarden Euro.

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Der Onlinehandel gilt mit Steigerungsraten von 18 Prozent im Durchschnitt der vergangenen drei Jahre in der Branche als Wachstums-Turbo, während der klassische Katalogversand nur noch einstellig wächst. Gleichwohl will Otto auch künftig nicht auf Kataloge und den stationären Verkauf in Läden verzichten. Vorstandschef Schrader rechnet sogar mit einer "Renaissance" des Versandhauskatalogs. Das Schicksal der dicken Hauptkataloge sei allerdings besiegelt. Die werde es in einigen Jahren nicht mehr geben. Stattdessen seine kleine, spezialisierte Kataloge gefragt.

Auch in der Branche insgesamt setzt sich die Erkenntnis durch, dass ein Vertriebskanal nicht mehr ausreicht. "Das erkennen immer stärker stationäre Händler. Auch Onlinehändler gucken, ob sie einen zweiten oder dritten Kanal wählen können", erläuterte Christin Schmidt vom Bundesverband des Deutschen Versandhandels. So sei zu beobachten, dass Onlinehändler Kataloge auflegten oder Läden in Innenstädten eröffneten. Als Beispiel nannte die Verbandssprecherin den Kleidungsspezialisten frontlineshop, der in Hamburg zeitweilig ein Geschäft eröffne und zudem kleine Kataloge verschicke. Auch das Onlineunternehmen Bär-Schuhe betreibe Läden in mehreren Städten.

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