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Pharmahändler: Celesio setzt auf Partnerschaft mit Apotheken

Erst ging es mit der Kette „Doc Morris“ auf Konfrontationskurs zu den Apotheken, jetzt verkündet Celesio die Partnerschaft. Ein europäisches Apothekennetzwerk soll die Einkaufsmacht unabhängiger Apotheken bündeln.

Das Logo des Pharmadienstleisters Celesio AG in Stuttgart. Quelle: dapd
Das Logo des Pharmadienstleisters Celesio AG in Stuttgart. Quelle: dapd

FrankfurtDer Pharmahändler Celesio gibt den Aufbau einer eigenen Apothekenkette auf und setzt dagegen künftig auf Partnerschaften. Der Druck auf die allein in Deutschland rund 21.000 unabhängigen Apotheken werde voraussichtlich zunehmen, sagte der Vorstandschef des Stuttgarter Konzerns, Markus Pinger, der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Mittwochausgabe). „Deshalb bieten wir ihnen unsere Partnerschaft in einem europäischen Apothekennetzwerk an“, sagte Pinger.

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Celesio wolle dadurch die inhabergeführte Apotheke und ihren öffentlichen Versorgungsauftrag stärken. Mit einem solchen Netzwerk könnte beispielsweise die Einkaufsmacht der unabhängigen Apotheken gegenüber der Pharmabranche gebündelt werden.

Pingers Vorgänger an der Konzernspitze, Fritz Oesterle, hatte noch versucht, unter dem Markennamen „Doc Morris“ eine eigene Apothekenkette in Deutschland aufzubauen. Der Vorstoß hatte viele Apotheken, die ihre Markstellung gefährdet sahen, gegen Celesio aufgebracht. Kurzfristig habe Celesio dies 30 Prozent seiner Kunden gekostet, sagte Pinger dem Blatt. „Und es hat Zeit gebraucht, sie zurückzugewinnen“, fügte er hinzu.

Pinger, der Celesio seit Mitte August leitet, hatte im Konzern einen Strategiewechsel eingeleitet. Statt wie sein Vorgänger das Unternehmen breiter aufzustellen, will Pinger das Geschäft nun wieder stärker auf die beiden Kerngeschäfte Großhandel und Apotheken ausrichten.

Pinger rechnet für die nächsten fünf bis zehn Jahre mit einer starken Deregulierung und auch Konzentration im Arzneimittelhandel in Europa. „Profitieren würden davon nach amerikanischem Vorbild die großen Drogerie- und Supermarktketten“, sagte Pinger der Zeitung. Wegen der Erfahrungen aus der Finanzkrise und dem wachsenden Druck auf die Sozialsysteme sei dies wahrscheinlich nur eine Frage der Zeit. Unternehmen wie der asiatische Einzelhandelskonzern A.S. Watson bereiten sich Pinger zufolge bereits darauf vor.

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