08.12.2007

Medienberichte: PIN-Entscheidung vor Weihnachten

Die Konsequenzen des geplanten Post-Mindestlohns könnten beim Briefzusteller PIN noch heftiger ausfallen als bisher angekündigt. Laut Medienberichten bereitet die Mutterfirma Springer bereits eine Schließung des Unternehmens vor. Eine endgültige Entscheidung soll noch vor Weihnachten fallen.

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Macht Springer seine Drohung wahr, sind 9000 Arbeitsplätze bedroht. Foto: apLupe

Macht Springer seine Drohung wahr, sind 9000 Arbeitsplätze bedroht. Foto: ap

HB BERLIN. Das Schicksal des Postkonkurrenten PIN Group entscheidet sich nach Darstellung von Nachrichtenmagazinen noch vor Weihnachten. Wie „Der Spiegel“ und „Focus“ am Samstag übereinstimmend vorab berichteten, soll bei der Sitzung des Springer-Aufsichtsrats an diesem Montag darüber gesprochen werden, ob der Verlag als Mehrheitseigner der PIN Group noch einmal Geld nachschieße, um das Unternehmen zu erhalten. Nicht ausgeschlossen werde auch ein Insolvenzverfahren, berichteten beide Blätter.

Die Sprecherin des Axel-Springer-Konzerns, Edda Fels, sagte auf Anfrage, man befasse „sich ernsthaft mit allen Optionen“. Es sei aber noch keine Entscheidung gefallen. Nach der Einigung der großen Koalition auf Einführung eines Post- Mindestlohns hatte der Briefdienstleister PIN Group am Donnerstag die Entlassung von zunächst 880 Mitarbeitern angekündigt. Post- Konkurrenten sehen den Mindestlohn-Beschluss als existenzgefährdend an.

Aus dem Umfeld von Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner ist laut „Focus“ derzeit zu hören, dass dieser zu einer Schließung der PIN- Group mit ihren 9 000 Mitarbeitern neige. Ein Verkauf der Springer- Anteile gelte als ziemlich aussichtslos, weil Interessenten fehlten, berichteten beide Magazine. Bis jetzt habe der Verlag mehr als eine halbe Milliarde Euro in seine etwa 70-prozentige Mehrheit an PIN investiert. Dem „Spiegel“-Bericht zufolge soll sich Döpfner im Aufsichtsrat die Rückendeckung geholt haben, um PIN wenn nötig in die Insolvenz schicken zu können.

Auch die Minderheitseigner ­ vor allem die Verlage WAZ und Holtzbrinck seien nicht bereit, noch einmal Geld in die Hand zu nehmen, berichtete der „Spiegel“. Angeblich fehlten aktuell rund zehn Millionen Euro, erfuhr das Magazin aus dem Kreis der PIN- Mitgesellschafter. Bei einer Unternehmens-Tochter könnten seit vergangener Woche schon keine Löhne mehr gezahlt werden. Bei der PIN Group ist laut „Spiegel“ in der vergangenen Woche neben der Unternehmensberatung Roland Berger auch der Insolvenzexperte Horst Piepenburg eingezogen, der prüfen soll, ob eine Fortführung der Firma möglich ist. Deren Einschätzung werde nach der Bundesratssitzung am 20. Dezember erwartet, auf der voraussichtlich der Post-Mindestlohn behandelt wird.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Eilantrag beim Bundesverfassungsgericht

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