Die Deutsche Post will die Spekulationen über Partnerschaften von Privatbanken mit der Postbank nicht kommentieren. Vorrang hat für das Unternehmen die Lösung des Problems in den USA, wo das Engagement der Post bereits Milliarden Euro verschlungen hat. Doch zumindest mit dem US-Konkurrenten Fedex gibt es keine Gespräche auf höchster Ebene.
agr/bas/rob HB BONN/FRANKFURT. Gespräche mit Frederick Smith, dem Chef des US-Konkurrenten Fedex,
habe es nicht gegeben, sagte ein Post-Sprecher dem Handelsblatt. Die "Financial Times Deutschland" (FTD) hatte Ende Januar berichtet, Post-Vorstandschef Klaus Zumwinkel wolle das hochdefizitäre inneramerikanische Paket- und Expressgeschäft an Fedex
abgeben. Fedex
ist bereits Partner des niederländischen Postkonzerns TNT
in den USA. Im Gespräch ist ein teilweiser Rückzug der Post aus dem US-Expressgeschäft und die Kooperation mit einem Partner in der Zustellung. In Frage kommt vor allem die US-Post, wie die Analysten von Sal. Oppenheim meinen. Möglicherweise bereits zur Bilanzpressekonferenz will Zumwinkel eine Entscheidung vorstellen.
Branchenexperten gehen davon aus, dass der Post-Chef bisher noch nicht über die die beiden Großbaustellen im Konzern entschieden hat. Doch hat er sowohl für das defizitäre US-Expressgeschäft als auch über die Postbank
bereits Ende vergangegen Jahres Entscheidungen angekündigt. Derzeit werden mehrere Optionen für beide Geschäftsfelder geprüft.
Ein Verkauf der Postbank
gilt seit Zumwinkels Ankündigung nicht mehr als Tabu-Thema. Die FTD hatte am Mittwoch unter Berufung auf Informationen auf das Umfeld des Konzerns gemeldet, die Investmentbank Morgan Stanley
habe mit mindestens drei möglichen Partnern erste Sondierungsgespräche geführt. Kontakte habe es mit der Deutschen Bank,
der Allianz
und ING gegeben. Die Postbank
hat unter den Geschäftsbanken mit Abstand die meisten Privatkunden - rund 15 Millionen, doch dominieren in dem Geschäft die Sparkassen und Genossenschaftsbanken. Der Kurs der Postbank
-Aktie
legte daraufhin am Mittwochmorgen um bis zu elf Prozent zu.
"Bereits seit Monaten zirkulieren Spekulationen rund um die Postbank", sagte ein Post-Sprecher dazu. "Dies ist eine weitere, die wir ebenso wenig kommentieren." Nach Informationen des Handelsblatts hat die Post bisher noch keiner Investmentbank ein Mandat für Verkaufsgespräche über die Postbank
erteilt. Entsprechend seien noch keine Verkaufsgespräche geführt worden. Noch sei das Thema Postbank
ein reines Gedankenspiel.
Die Allianz
könne die Dresdner Bank in die Privatkundenbank einbringen, die ING ihre Direktbank ING -Diba,
die Deutsche Bank
könne die Postbank
mit ihrer Privatkunden-Tochter zusammenbringen, hieß es in dem FTD-Bericht. An dem entstehenden Institut würde der jeweilige Mutterkonzern beteiligt. Neben der Deutschen Bank
hatte auch die Commerzbank
Interesse an der Postbank
erkennen lassen.

