
ParisDer französische Puma-Großaktionär und Gucci-Besitzer PPR hat im vergangenen Jahr dank der Zuwächse in seinem Geschäft mit Luxusartikeln kräftig zugelegt. Der Umsatz kletterte um 21 Prozent auf 9,74 Milliarden Euro, wie PPR am Freitag mitteilte. Der um Sondereffekte bereinigte operative Gewinn legte um 19 Prozent auf 1,79 Milliarden Euro zu. Die Aktionäre sollen eine um sieben Prozent höhere Dividende von 3,75 Euro je Aktie erhalten.
Das vergangenen Geschäftsjahr war von zahlreichen Zu- und Verkäufen geprägt gewesen. PPR-Chef Francois-Henri Pinault will den Konzern ganz auf die beiden Standbeine Luxus und Sportlifestyle konzentrieren. So trennt sich PPR derzeit von seinen Handelsgeschäften Fnac und Redcats. 2012 kaufte der Konzern den chinesischen Juwelier Qeelin sowie das britische Modelabel Christopher Kane.

Das italienische Mode-Unternehmen Prada präsentierte einen Rekordumsatz für das erste Halbjahr. Die Edelmarke hat in den ersten sechs Monaten 2012 mit 1,55 Milliarden Euro gut ein Drittel mehr umgesetzt als vor einem Jahr.

Der Vorstandschef und Ehemann der Designerin Miuccia Prada (Foto), Patrizio Bertelli, äußerte sich zufrieden über die Entwicklung, „die in einem extrem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld erreicht wurde“. Wie viel das Unternehmen unter dem Strich verdient hat, wird es erst im September bekanntgeben.

Wie andere Luxusmarken profitiert Prada, zu deren Marken die jüngere Linie Miu Miu (siehe Foto) und die Schuhmarken Church’s und Car Shoe gehören, von der starken Nachfrage in Schwellenländern. Die Region Asien/Pazifik hat mit einem Plus von 45 Prozent am meisten zu dem starken Umsatzanstieg der Mailänder beigetragen – auch mehr als Japan, das um mehr als ein Drittel zulegte.

Damit wird Asien für die Modemarke noch wichtiger. Prada war 2011 in Hongkong an die Börse gegangen, weil das Unternehmen in der Region das größte Wachstum und Interesse der Investoren sieht.

Eine aktuelle Studie der Beratungsfirma Bain & Co und des italienischen Luxusverbands Altagamma sieht Asien ebenfalls als treibende Kraft für die Branche. Der Untersuchung zufolge wird der Markt für Luxusgüter 2012 weltweit um sechs bis sieben Prozent wachsen und damit erstmals die Schwelle von 200 Milliarden Euro erreichen - auch Dank der Hochzeitsriten in Indien und ...

... Gold-Spielereien wie hier beim Kleinwagen Tata Nano. Für die asiatisch-pazifische Region ohne China prognostizieren die Autoren ein Wachstum zwischen 14 Prozent und 16 Prozent, für die Volksrepublik sogar zwischen 18 Prozent und 22 Prozent.

Zu LVMH gehören Marken wie Louis Vuitton - zu PPR Brioni oder ...

Auch die französischen Luxuskonglomerate PPR und LVMH haben ihren Umsatz im ersten Halbjahr vor allem dank der hohen Nachfrage in den asiatischen Ländern gesteigert. Dort ist europäischer Luxus für die neue Mittelklasse und die Reichen heute ein wichtiges Statussymbol. Schauspielerinnen wie Gong Li (Foto) nutzen da als Werbefiguren immens.

... Gucci. Doch nicht nur schicke Kleider und Schuhe sind gefragt. Auch teure Uhren stehen ganz oben auf der Wunschliste...

So ließ der der Schweizer Schmuck- und Uhrenhersteller Richemont mit der Ankündigung aufhorchen, dass die Gewinne voraussichtlich deutlich höher ausfallen werden als bisher prognostiziert.
Das italienische Mode-Unternehmen Prada präsentierte einen Rekordumsatz für das erste Halbjahr. Die Edelmarke hat in den ersten sechs Monaten 2012 mit 1,55 Milliarden Euro gut ein Drittel mehr umgesetzt als vor einem Jahr.
Herzstück der Sportsparte ist der fränkische Hersteller Puma, an dem PPR mehr als 80 Prozent der Anteile hält. Puma hatte am Donnerstag seine Bilanz vorgelegt und dabei zwar einen Rekordumsatz von 3,3 Milliarden Euro gemeldet. Allerdings war der Gewinn um 70 Prozent eingebrochen. PPR will den Umbau des MDax-Unternehmens forcieren und das Management auswechseln. In wenigen Wochen soll ein Nachfolger für den derzeit noch amtierenden Puma-Chef Franz Koch präsentiert werden.
Die Luxus-Sparte, zu der neben Gucci auch Marken wie Bottega Veneta oder Yves Saint Laurent gehören, steigerte ihren Umsatz um mehr als 26 Prozent auf 6,2 Milliarden Euro und ihren Gewinn um fast 28 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro. Für das laufende Jahr erwartet Pinault für den PPR-Konzern erneut ein robustes Umsatzwachstum. Auch der Gewinn soll weiter steigen. Bis 2020 will PPR seinen Umsatz auf 24 Milliarden Euro treiben. An diesem Ziel halte man ungeachtet der von Puma am Tag zuvor getroffenen Aussagen fest, betonte Finanzvorstand Jean-Marc Duplaix. Koch hatte ein Fragezeichen hinter die Umsatzprognose von 4 Milliarden Euro bis 2015 für Puma gesetzt. Dieses Ziel habe derzeit nicht mehr oberste Priorität und werde schwer zu erreichen sein, sagte er.