
DÜSSELDORF. Mit zahlreichen Hausdurchsuchungen haben Deutschlands Wettbewerbshüter gestern zu einem umfassenden Schlag gegen mutmaßliche Preisabsprachen im Handel ausgeholt. Wie das Bundeskartellamt mitteilte, sind bislang elf Handelsunternehmen und vier Markenhersteller durchsucht worden. Sie stünden im Verdacht, für Süßwaren, Kaffee und Tiernahrung seit 2005 Preisabsprachen getroffen zu haben. Weitere Firmen würden schriftlich befragt, sagte ein Sprecher.
Die Namen der ins Fadenkreuz geratenen Firmen lesen sich wie das Who-is-Who der Konsumgüterbranche. Auf der Handelsseite bestätigten Metro, Edeka, Rewe, Lidl, Fressnapf und Rossmann unliebsame Besuche durch die Wettbewerbshüter. Dem Handelsblatt berichtete zudem Mars Chocolate in Viersen, dass Büros durchsucht worden seien. Man arbeite bei dieser Untersuchung voll mit dem Bundeskartellamt zusammen.
Während sich die Anbieter Kraft (Jacobs, Milka) und Melitta, deren Namen ebenfalls in Branchenkreisen fielen, auf Anfrage nicht zu möglichen Durchsuchungen äußern wollten, blieben Nestlé, Tchibo und Ferrero nach eigener Aussage von den Beamten unbehelligt. Bei Verstößen gegen das Kartellrecht drohen Geldbußen, die bis zu zehn Prozent des Umsatzes betragen können.
Preisabsprachen zwischen Handel und Industrie vermutet
Anders als bei den letzten Kartellermittlungen, bei denen sich Wettbewerber untereinander verständigten, vermutet die Bonner Behörde diesmal Preisabsprachen zwischen Händlern und Lieferanten. Mit den Supermärkten seien offenbar Mindestverkaufspreise vereinbart worden, sagte ein Sprecher, was eindeutig dem Kartellgesetz widerspreche. „Aufgrund des stabilen Preisgefüges konnten verdeckte Aufschläge weitergegeben werden“, glaubt er. Dies habe sich auch bei der jüngsten Einführung verkleinerte Verpackungsgrößen für Hersteller und Händler ausgezahlt.
Wo fängt es an und wo hört es auf. Es ist unfassbar!! Der bananenstaat Deutschland lässt? grüßen.
1 Kommentar
Alle Kommentare lesen