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Preiskartell: Millionen-Bußgelder für Bierbrauer

Nach Medienberichten will das Bundeskartellamt in wenigen Wochen hohe Bußgelder gegen mehrere deutsche Brauereien erlassen. Elf Bierproduzenten sollen Preise abgesprochen und ein illegales Kartell gebildet haben.

Den großen deutschen Brauereien drohen hohe Strafzahlungen. Quelle: dpa
Den großen deutschen Brauereien drohen hohe Strafzahlungen. Quelle: dpa

MünchenMehreren deutschen Bierbrauereien drohen ab November wegen illegaler Preisabsprachen Bußgelder in Millionenhöhe. Wie das Magazin „Focus“ am Samstag vorab berichtet, will das Bundeskartellamt im November die ersten Bußgelder erlassen. Die Wettbewerbshüter werfen elf der größten Pils-Brauereien - darunter Bitburger, Krombacher und Veltins - die Bildung eines illegalen Preiskartells vor.

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Dem Bericht zufolge rechnen die Kartelljäger insgesamt mit Geldbußen in dreistelliger Millionenhöhe. Die Strafen könnten bis zu zehn Prozent des Umsatzes betragen. Geständige Premium-Hersteller wie Bitburger, Krombacher und Veltins dürfen laut "Focus" mit Rabatten auf die Buße von bis zu 50 Prozent rechnen. Bier-Gigant AB InBev - Hersteller der Marke Beck's - komme wohl ganz an einer Strafe vorbei. Der Konzern hatte als Erster die Absprachen gebeichtet.

Die größten Bierbrauer weltweit

  • Anheuser-Busch InBev NV/ SA (Belgien)

    Der mit Abstand größte Brauer der Welt ist Anheuser-Busch Inbev. Die Belgier kontrollierten 2011 nach Angaben des Hopfenhändlers Barth-Haas Group 18,6 Prozent des Weltmarkts. Die bekannteste deutsche Marke im Portfolio ist Beck's.

    Ausstoß (Mio. Hektoliter): 358,8

    Marktanteil: 18,60 Prozent

  • SABMiller plc (Vereinigtes Königreich)

    Die Brauerei ist berühmt-berüchtigt für das „Miller“. Die ur-amerikanische Marke gehört seit 2002 zum SAB-Miller-Konzern aus Großbritannien und hat sich die australische Traditionssorte Foster's einverleibt.

    Ausstoß (Mio. hl): 178,5

    Marktanteil: 9,3 Prozent

  • Heineken N.V. (Niederlande)

    Die Welt trinkt Heineken, möchte man meinen. Die Marke hat sich international längst etabliert. Heineken ist auch an den deutschen Marken Kulmbacher und Paulaner beteiligt.

    Ausstoß (Mio. hl): 164,6

    Marktanteil: 8,5 Prozent

  • Carlsberg A/S (Dänemark)

    Carlsberg hat sich vom dänischen Heimatproduzenten zum Global Player entwickelt. Zu Carlsberg gehören auch die deutsche Kultmarke Astra sowie Lübzer und Holsten.

    Ausstoß (Mio. hl): 118,7

    Marktanteil: 6,2 Prozent

  • China Resources Breweries Ltd (China)

    Dieses Unternehmen setzt auf Kompetenz aus Europa: Das Joint Venture aus dem chinesischen Unternehmen CR Enterprise und SAB-Miller aus Großbritannien produziert die Marke „Snowbeer“.

    Ausstoß (Mio. hl): 103,3

    Marktanteil: 5,4 Prozent

  • Tsingtao Brewery Co Ltd (China)

    Die Chinesen haben ihren Einfluss in den letzten Jahren kontinuierlich ausgebaut. Als einer der Hauptsponsoren der olympischen Spiele von 2008 in Peking hat sich Tsingtao fest etabliert. Bereits seit 1972 vertreibt die Firma ihre Produkte auch in den USA.

    Ausstoß (Mio. hl): 72,8

    Marktanteil: 3,8 Prozent

  • Grupo Modelo S.A.B de C.V. (Mexiko)

    Die Firma wurde 1925 gegründet und befindet sich derzeit auf einem internationalen Expansionskurs. Aushängeschild ist Corona, die führende Marke in Mexiko und das weltweit beliebteste mexikanische Bier.

    Ausstoß (Mio. hl): 55,1

    Marktanteil: 2,9 Prozent

  • Beijing Yanjing Beer Company Ltd. (China)

    Yanjing ist der Durchstarter in Asien. In rasantem Tempo hat sich das Kleinunternehmen zu einem mächtigen Konzern im asiatischen Raum entwickelt. Die Gründung der Brauerei liegt nur gut 30 Jahre zurück.

    Ausstoß (Mio. hl): 55,0

    Marktanteil: 2,9 Prozent

  • Molson Coors Brewing Company (Kanada/ Vereinigte Staaten)

    Das US-amerikanische und kanadische Unternehmen musste zuletzt Marktanteile einbüßen. Der Konzern vertreibt insgesamt 65 unterschiedliche Biermarken, darunter die namensgebenden Molson und Coors.

    Ausstoß (Mio. hl): 48,4

    Marktanteil: 2,5 Prozent

  • BGI / Groupe Castel

    Das französische Traditionsunternehmen BGI / Groupe Castel verkauft nicht nur Bier, sondern auch Wein und Soft Drinks.

    Ausstoß (Mio. hl): 24,7

    Marktanteil: 1,3 Prozent

  • Gesamtmarkt

    So viel Bier wurde noch nie gebraut: 2011 ist der weltweite Ausstoß auf 1,9 Milliarden Hektoliter gestiegen. Vor allem in China wuchs die Nachfrage.

Teuer dürfte es indes für den ehemaligen Präsidenten des NRW-Brauerbunds, Heinrich Becker, werden. Der Chef von Gaffel Kölsch bestreitet seine Schuld. Aussagen anderer beschuldigter Bier-Manager belasten ihn dem Bericht zufolge jedoch schwer.

  • 13.10.2013, 05:27 UhrSlingShot

    Als ob Alkohol in Deutschland zu teuer ist.
    Auf jeden Fall lässt sich damit das Volk betäuben!

  • 13.10.2013, 02:23 UhrHermann

    Merkwürdigerweise fehlt Dr. Oetker in der Übersicht! Die haben x Brauereien!
    Keinen Weltmarktanteil - oder schlampig recherchiert?

  • 12.10.2013, 22:35 UhrTomorrow1

    Diese unsäglich unfähigen Bürokraten des Bundeskartellamts in Bonn- ich ertrage sie nicht mehr: Dieser Moloch gehört endlich zugemacht. Mittlerweile weiß doch jedes Kind, das es in allen Branchen in Deutschland Kartelle gibt. Komischerweise findet das Bundeskartellamt beim Benzin, im Einzelhandel keine. Wie blöd hält uns eientlich der Präsident - Bundeskartellamt Mundt eigentlich? Da schaut man weg, weil's für Schäuble viel Steuern gibt...

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