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Pressekonferenz: Arcandor-Tochter Quelle auf dem Trockenen

Bei Deutschlands größtem Versandhändler Quelle spitzt sich die Lage zu. Erhält das Tochterunternehmen des insolventen Arcandor-Konzerns nicht umgehend eine Bürgschaft in über 50 Millionen Euro, könnte das Geschäft bereits in Kürze zum Erliegen kommen. Bei Karstadt sieht es nach Angaben des Insolvenzverwalters dagegen ein gutes Stück besser aus.

Die Mitarbeiter von Quelle müssen zittern. Quelle: dpa
Die Mitarbeiter von Quelle müssen zittern. Quelle: dpa

HB/cs ESSEN. „Am vergangenen Donnerstag ist Quelle von der dringend notwendigen Finanzierung durch die Factoring-Bank abgeschnitten worden“, berichtete der vorläufige Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg in Essen. Die Zusammenarbeit mit dem Finanzierer Valovis sei aber „kriegsentscheidend“.

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Üblicherweise zahlen Quelles Katalogkunden ihre Bestellungen erst nach drei bis vier Wochen, nahezu die Hälfte vereinbar mit dem Versender sogar Ratenzahlung. Um jedoch dennoch Geld für neue Wareneinkäufe in die Kasse zu bekommen, verkaufte der Fürther Versender seine Forderungen bislang an den Finanzdienstleister Valovis.

Die Factoring-Bank aber kündigte die Vereinbarungen zwei Tage nach dem Insolvenzantrag des Mutterkonzerns Arcandor in der vergangenen Woche. Bleibt es dabei, könnte es für den mit rund 2,5 Mrd. Euro Jahresumsatz und 8 000 Mitarbeitern größten Versandhändler Deutschlands zu schweren Ausfällen kommen. Der Katalog für das zweite Halbjahr 2009 liege vorbereitet bei den Druckern, sagte Görg, einen Druckauftrag aber könne er nicht geben, solange die Bezahlung nicht sichergestellt sei. Dabei gehe es um Kosten in zweistelliger Millionenhöhe.

Ohne den Katalog aber ließe sich die georderte Ware nicht verkaufen. Quelle bliebe somit auf Beständen in dreistelliger Millionenhöhe sitzen. „Für Quelle wäre das eine schlimme Sache“, sagte der vorläufige Insolvenzverwalter. Um den Versender vor dem Schlimmsten zu bewahren, ging es im Bayerischen Landtag um eine Bürgschaft für Arcandors Factoring-Dienstleister. Valovis selbst ließe sich hingegen nicht ersetzen, sagte ein Görg-Sprecher.

Zur Rettung von Quelle wird es keine Verkäufe anderer Unternehmensteile geben. Das deutete der vorläufige Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg in der Essener Konzernzentrale an. „Als vorläufiger Insolvenzverwalter muss ich dafür sorgen, dass nicht schon vor der Eröffnung des Insolvenzverfahren etwas aus dem Unternehmen verschwindet, was einzelnen Gläubigern zusteht“, stellte Görg seine derzeitige Aufgabe klar. Diese Phase werde sich wohl bis zum 1. September hinziehen. Entsprechend dementierte der 68-jährige Fachanwalt, dass er bereits informelle Gespräche mit Metro-Chef Eckhard Cordes über den möglichen Verkauf der Warenhauskette Karstadt geführt habe. Auch mit anderen Interessenten sei man nicht im Gespräch.

Wie offiziell bestätigt wurde, hat die Katalogtochter Quelle vor acht Tagen ihren einzigen Finanzpartner verloren. Die Factoring-Bank Valovis hatte am vergangenen Donnerstag die Zusammenarbeit gekündigt, nachdem Arcandor in Essen einen Insolvenzantrag gestellt hatte. Wegen fehlender Finanzmittel steht nun der Druck des Herbstkatalogs in Frage – und damit das künftige Verkaufsgeschäft.

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