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Probleme mit dem Dreamliner: Japan Airlines erwartet Gewinnausfall in Millionenhöhe

Japan Airlines kommt der Ausfall von Boeings „Dreamliner“ teuer zu stehen. Das Unternehmen rechnet mit einem Gewinnausfall von fast zehn Millionen Euro. Die Jahresprognose wurde dennoch angehoben.

Maschinen von Japan Airlines in Tokio: Der Dreamliner wird für das Unternehmen zum Albtraum. Quelle: dpa
Maschinen von Japan Airlines in Tokio: Der Dreamliner wird für das Unternehmen zum Albtraum. Quelle: dpa

TokioDie japanische Fluggesellschaft Japan Airlines (JAL) stellt sich wegen des weltweiten Flugverbots für den Dreamliner von Boeing auf einen Gewinnausfall von 1,1 Milliarden Yen (fast zehn Millionen Euro) ein. Auf 300 Millionen Yen belaufe sich der Verdienstausfall im Januar, bei insgesamt 800 Millionen Yen werde er in den Monaten Februar und März liegen, teilte die Airline am Montag in Tokio mit.

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Diese Summe wird sich jedoch nicht in vollem Umfang auf das Betriebsergebnis auswirken, da das Unternehmen das Flugverbot für den Dreamliner auch zum Sparen nutzen will. Das Betriebsergebnis werde voraussichtlich um 700 Millionen Yen schrumpfen, teilte Konzernchef Yoshiharu Ueki mit. Zugleich bekräftigte er sein Vertrauen in die Boeing 787. „Die Batteriepanne war bedauerlich. Aber es ist ein wunderbares Flugzeug.“

Pannenserie des Boeing Dreamliner

  • Produktionsprobleme

    Vor allem die anspruchsvolle Konstruktion der 787, die aus vielen Karbonteilen besteht, hatte zu langen Verzögerungen bis zur ersten Auslieferung geführt. Ein Jungfernflug war ursprünglich für August 2007 vorgesehen, er fand schließlich am 15. Dezember 2009 statt.

  • Ermahnungen wegen Triebwerken

    Im September 2012 hatte die amerikanische Transportsicherheitsbehörde vor Problemen mit bestimmten Dreamliner-Triebwerken des Lieferanten General Electric (GE) gewarnt. Die Flugaufsichtsbehörde wurde zu Kontrollen ermahnt. Der Konzern änderte die Beschichtung von Triebwerkteilen, um dem Problem Herr zu werden.

  • Explosion eines Triebwerks

    Noch vor der Inbetriebnahme einer neuen Boeing 787 hatte im Juli 2012 ein Triebwerk einer für Air India vorgesehenen Maschine bei einem Rolltest in den USA Probleme bereitet. Ein Bauteil brach und führte zu einer Explosion des Antriebsaggregats.

  • Bauchschmerzen bei Air India

    In den ersten Monaten nach der Inbetriebnahme von drei Dreamlinern für Air India im Jahr 2012 gab es immer wieder Probleme – etwa mit dem Kühlungssystem der Maschinen. Indische Medien berichteten, dass eigentlich immer ein Flugzeug aus dem Trio wegen Problemen am Boden bleiben musste.

  • Probleme mit der Elektronik

    Im Dezember 2012 war eine 787 von United Airlines zu einer Notlandung gezwungen, nachdem einer von sechs Stromgeneratoren an Bord den Dienst versagte, eine zweite Maschine hatte ähnliche Probleme.

  • Explodierte Batterie

    Anfang Januar 2013 löste eine Explosion an Bord eines Boeing Dreamliner einen Brand an Bord einer Japan-Airlines-Maschine am Flughafen von Boston aus. Die Probleme erweisen sich als folgenschwer: Mehrere Wochen werden sämtliche 787 weltweit von den Aufsichtsbehörden am Boden gehalten.

  • Treibstoffleck

    Ebenfalls ein Japan-Airlines-Jet war im Januar 2013 von einem Treibstoffverlust betroffen, der zu einem Abbruch eines Starts – ebenfalls in Boston – führte. Bereits im Dezember hatten alle Boeing-Flugzeuge des Typs 787 am Boden bleiben müssen. Die US-Luftfahrtbehörde FAA hatte eine Überprüfung der Maschinen angeordnet, nachdem bei zwei der Flugzeuge Treibstoff ausgelaufen war.

  • Bremsprobleme

    Wegen Problemen mit den Bremsen einer Maschine strich die japanische Fluggesellschaft All Nippon Airways (ANA) einen Inlandsflug nach Tokio. Als Grund nannte eine ANA-Sprecherin eine Störung des Computers, der das Bremssystem steuert. Der Computer sollte ausgetauscht werden.

  • Notlandung

    Nach einem im Cockpit angezeigten Batteriedefekt und einem ungewöhnlichen Geruch an Bord, macht ein ANA-Dreamliner in Japan Mitte Januar 2013 einen Notlandung. Zunächst wird die gesamte Flotte von 17 Maschinen des Typs außer Dienst genommen – der Konkurrent Japan Airlines folgt dem Beispiel.

  • Peilsender fängt Feuer

    Im Juli 2013 fängt ein Notfall-Peilsender einer abgestellten Boeing 787 auf einem Londoner Flughafen Feuer – auch hier soll ein Akku Grund für den Brand gewesen sein.

  • Toilette defekt

    Wegen einer Störung in der Toilettenanlage ist ein Boeing 787 Dreamliner der Japan Airlines (JAL) umgekehrt, nachdem er bereits fünf Stunden auf dem Weg von Moskau nach Tokio unterwegs war. An Bord seien 141 Passagiere gewesen, sagte ein JAL-Sprecher. Als Ursache werde ein technischer Defekt vermutet.

Das Flugverbot für die Boeing 787 war Mitte Januar wegen Batterieproblemen verhängt worden. Anfang Januar war bei einem Dreamliner der Fluggesellschaft Japan Airlines nach der Landung in Boston im US-Bundesstaat Massachusetts ein Feuer ausgebrochen. Eine Woche später musste eine weitere Boeing 787 der Gesellschaft All Nippon Airways (ANA) wegen eines Brands auf einem japanischen Inlandsflug notlanden.

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