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Puma-Vorstand: „Wir alle müssen viel reisen“

Ständig die Trends weltweit erkennen: Das ist Pumas Aufgabe - dabei hat der Sportkonzern immer stärker auch die Schwellenländer im Blick. Über seine Strategie sprach das Handelsblatt mit dem Puma-Vorstand Stefano Caroti.

Stefano Caroti ist beim Sportartikelhersteller Puma für Vertrieb und Regionen zuständig. Quelle: picture alliance / dpa
Stefano Caroti ist beim Sportartikelhersteller Puma für Vertrieb und Regionen zuständig. Quelle: picture alliance / dpa

Handelsblatt: Herr Caroti, die Puma-Zentrale befindet sich in Herzogenaurach, fernab aller Metropolen. Wie schaffen Sie es, von dort aus Kunden in Ländern wie Indien oder China zu erreichen?

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Stefano Caroti: Wir haben in jüngster Zeit einige neue Büros und Showräume in Sao Paulo, Schanghai, Bangalore und Moskau eröffnet, um in diesen Ländern als Marke stärker präsent zu sein. Auch unsere internationalen Produkt-Designer reisen verstärkt in diese Märkte, um zu erfahren, was die Verbraucher dort wollen.

In vielen Schwellenländern entsteht eine große Mittelschicht. Wie wichtig sind diese Menschen für Puma?

Sehr wichtig, denn ein Teil unseres künftigen Wachstums wird aus diesen Nationen kommen. Allein in Indien sprechen wir von 200 bis 300 Millionen Verbrauchern, die nun die Möglichkeiten haben, Puma-Produkte zu kaufen.

Worin unterscheidet sich ein indischer Puma-Kunde von einem deutschen Käufer?

Dem indischen Konsumenten geht es sehr stark darum, sich über das Tragen von Premium-Produkten von der Masse abzuheben. Deshalb werden dort vor allem die Kollektionen nachgefragt, die wir mit Ferrari oder Ducati entwickeln. Auch unsere Linie mit dem Designer Alexander Mc Queen ist in den Schwellenländern erfolgreich. Die Deutschen hingegen kennen und schätzen Puma als Sportlifestyle-Marke ja schon lange. Deshalb sind auf dem Heimatmarkt neben innovativen Styles vor allem auch Produkte im Retro-Design begehrt.

Setzen die Schwellenländer eigene Akzente, die sich in ihren weltweiten Kollektionen niederschlagen?

Ja, die Designs unserer afrikanischen Kreativen vertreiben wir weltweit. Und auch unsere Jamaika-Kollektion gehört zum festen Bestandteil unserer globalen Kollektion. Dort arbeiten wir unter anderem mit der Modedesignerin Cedella Marley zusammen, der Tochter von Reggae-Legende Bob Marley, die mit uns zusammen eine Kollektion für die Olympischen Spiele 2012 entworfen hat.

Wie sieht Ihre Produktpalette in Ländern wie Indien aus?

Da sehen die Kollektionen natürlich etwas anders aus als in Europa, weil in Indien zum Beispiel der Anteil der Sandalen weitaus größer ist. Dort haben wir übrigens auch eine eigene Fashion-Linie mit lokalen Designern entwickelt. Es sind hochwertige Produkte, die für "Bollywood"-Stars konzipiert wurden.

Wie erkennen Ihre Mitarbeiter, was die Kunden in den Schwellenländern wollen?

All unsere Kreativen müssen natürlich viel reisen, um sich immer wieder inspirieren zu lassen. Beispiel China: Wir entwickeln unsere Produkte für China zwar in Hongkong. Doch um wirklich zu wissen, was unsere chinesischen Verbraucher wollen, sind die Mitarbeiter ständig unterwegs im Land und nehmen Impulse auf, die mit in die Produktentwicklung einfließen.

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