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Quartalsbericht: Lufthansa sieht Asche-Spätfolgen

Vulkanasche und kein Ende: Die sechstägige Sperrung großer Teile des europäischen Luftraums könnte den Fluggesellschaften über Jahre erhebliche Folgekosten bescheren. Hintergrund ist die Pflicht der Airlines, ab 2012 Emissionsrechte zu erwerben. Diese Zertifikate werden auf Basis der Flugbewegungen im laufenden Jahr erteilt.

Die Aschewolke hat der Lufthansa weh getan. Quelle: dpa
Die Aschewolke hat der Lufthansa weh getan. Quelle: dpa

FRANKFURT. Ein einwöchiger Stillstand hätte zur Folge, dass weniger Zertifikaterechte zugeteilt würden und teuer nachgekauft werden müsste. Bei den Airlines wie Lufthansa schrillen bereits Alarmglocken. "Es kann doch nicht sein, dass wir, weil wir eine Woche aufgrund eines Eingriffs der Regierungen nicht fliegen konnten, über Jahre Zertifikate teuer zukaufen müssen", warnte Lufthansa-Finanzchef Stephan Gemkow. Hier sei die Politik gefragt, um eine einseitige Benachteilung der Airlines zu verhindern.

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De facto müssen die Fluggesellschaften in diesem Jahr ihre sogenannten Tonnenkilometer (Tonne je geflogenen Kilometer) erfassen. Darauf aufbauend werden die Emissionsrechte zugeteilt, 85 Prozent der Gesamtmenge gibt es kostenlos, den Rest per Auktion.

Wie hoch die finanziellen Zusatzbelastungen im schlimmsten Fall sein können, wollte Gemkow nicht sagen. Fest steht aber, dass jeglicher Mehraufwand Fluggesellschaften schmerzlich trifft. Diese arbeiten mit chronisch knappen Gewinnmargen. Wie empfindlich das Geschäftsmodell auf Sondereffekte reagiert, zeigt der heute vorgelegte Quartalsbericht von Lufthansa.

Zwar konnte Finanzchef Gemkow von einer steigenden Nachfrage berichten: Die Kennzahl der verkauften Sitzkilometer sei im März um 9,3 Prozent gestiegen. "Wir sehen diesen Trend weiter intakt", sagte Gemkow.

Dennoch verbuchte der Kranich im ersten Quartal einen operativen Verlust von 330 Mio. Euro (Vorjahr 44 Mio. Euro), der Konzernverlust landete bei 298 Mio. Euro. Vor allem der harte Winter und der Pilotenstreik mit den Flugausfällen setzen dem Unternehmen zu. Zudem bleiben die Ticketpreise unter Druck, während der Kerosinpreis anzieht. Statt 739 Mio. Euro wie im Vorjahresquartal musste der Kranich in den ersten drei Monaten 2010 gut eine Mrd. Euro für den Treibstoff bezahlen.

Das wiederum drückt den Ertrag nicht zuletzt im Kerngeschäft mit dem Passagierverkehr. Allein hier flog der Kranich einen Verlust von 373 Mio. Euro ein. In der Gruppe steuerte nur Swiss einen operativen Ergebnisbeitrag von einer bescheidenen Million Euro bei. Alle anderen Gesellschaften flogen im ersten Quartal rot. AUA (Österreich) und BMI (Großbritannien) belasteten das Ergebnis mit minus 66 Mio. und minus 45 Mio. Euro.

An der Prognose, das operative Ergebnis des Vorjahres von 130 Mio. Euro übertreffen zu wollen, mochte Gemkow gleichwohl nicht rütteln. Doch dafür darf der isländische Vulkan keine neue Aschewolke nach Europa schicken.

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