
HB DÜSSELDORF Der operative Ertrag (Ebit) des Handelskonzerns lag bei 252 Mio. Euro. Der Gewinn nach Anteilen Dritter sank indes auf 44 Mio. Euro - Analysten waren von 87 Millionen Euro ausgegangen. Der Umsatz blieb im zweiten Quartal nahezu unverändert bei 15,7 Mrd. Euro. Die Anleger reagierten enttäuscht: Die Aktie gab zeitweise mehr als zwei Prozent ab.
"Die nur langsame ökonomische Erholung und sinkende Lebensmittelpreise in Deutschland haben das Ergebnis des Handelskonzerns im zweiten Quartal belastet", sagte Jürgen Elfers, Analyst bei der Commerzbank. Konzernchef Eckhard Cordes sagte, der Trend einer wirtschaftlichen Erholung verfestige sich. Es gebe in immer mehr Ländern "deutliche Lichtblicke". Am stärksten zulegen konnte die Elektronik- Tochter Media Markt/Saturn, die im Kielwasser der Fußball- Weltmeisterschaft mehr Fernseher verkaufte. Auf die Sprünge geholfen hat dem stark auf das Ausland ausgerichteten Metro-Konzern aber auch die wirtschaftliche Erholung in vielen seiner Märkte sowie die wieder stabileren Währungen in Osteuropa. Im Vorjahr hatte der Verfall von Währungen vor allem in Osteuropa gegenüber dem Euro dem Konzern schwer zu schaffen gemacht.
Das Nettoergebnis nach Minderheiten sank aufgrund höherer Aufwendungen von 52 Mio. auf 44 Mio. Euro. Seine Expansion will Metro künftig beschleunigen. Das Investitionsbudget hob der Konzern von 1,9 auf 2,1 Mrd. Euro an. Coba-Analyst Elfers sieht darin ein Zeichen wachsenden Vertrauens. Metro hatte bereits angekündigt, 2010 wieder mehr verdienen zu wollen. Das Ergebnis vor Sonderfaktoren solle "spürbar" steigen, und auch der Umsatz solle zulegen, bekräftigte ein Sprecher. Konkurrent Carrefour hatte für das zweite Quartal einen Umsatzanstieg um 6,3 Prozent auf 24,9 Mrd. Euro vermeldet. Weltweiter Branchenführer ist der US-Konzern Wal-Mart.
Cordes will den Konzernumbau fortsetzen. Durch den Abbau Tausender Stellen sollen die Kosten gedrückt und Metro schlagkräftiger gemacht werden. Das entsprechende Programm „Shape“ soll bis 2012 Einsparungen von jährlich 1,5 Milliarden Euro bringen. Die Umsetzung ist aber mit Kosten verbunden: Im ersten Halbjahr fielen Aufwendungen von rund 82 Millionen Euro für „Shape“ an. Zudem strebt Metro eine „Neuausrichtung der IT-Organisation“ an. Im Gespräch ist die Auslagerung des Rechnungswesens und der Informationstechnologie nach Osteuropa und Indien. "Metro hat mindestens 30 Mio. Mehraufwand durch Shape bereits in dieses Jahr vorziehen. Das bewerte ich als Zeichen der Stärke", so Elfers. Durch "Shape" werde der Konzern schlanker und margenträchtiger. Das werde sich zukünftig positiv auf das Ergebnis auswirken.
Cordes ist bei Metro das Pendant zu Middelhoff bei Karstadt. Der Mann hatte bereits bei Daimler-Chrysler versagt, indem er zum engsten Stab um die Katastrophe "Schremp" gehörte. Von Autos verstand schon nichts und jetzt beim Handel. Haniel wurde vom Teufel geritten, ihn zu verpflichten, obwohl er keinerli Erfahrung in diesem Geschäft hat. Cordes ist ein typischer Konzern-Apparatschik. Die Aktionäre gucken in die Röhre bei soviel Fehlleistungen.
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