
DÜSSELDORF. Das vom Handelskonzern Metro im Januar angekündigte Sparprogramm „Shape 2012“ wird teurer als erwartet. 650 Mio. Euro würden für den Umbau des größten deutschen Handelsunternehmens bis 2011 ausgeben, kündigte gestern Vorstandschef Eckhard Cordes an. Analysten wie Jürgen Elfers von der Commerzbank hatten mit rund 70 Mio. Euro weniger gerechnet. Die Aktie lag gestern leicht im Minus.
Während Metro zunächst gehofft hatte, den geplanten Stellenabbau allein über Personalfluktuation zu schaffen, kommt es nun doch zu Kündigungen. In den vergangenen Wochen hatte der Düsseldorfer Konzern die bislang zentral geführten Gesellschaften für Einkauf, Logistik und IT dezentralisiert und die Aufgaben an die Vertriebstöchter Kaufhof, Media-Saturn, Real und Cash & Carry übertragen. Von den betroffenen 3 000 Mitarbeitern müsse nun jeder zehnte gehen, hieß es gestern. Im Einvernehmen mit den Arbeitnehmervertretern seien Sozialpläne und ein Interessensausgleich vereinbart worden.
Schon im vergangenen Jahr hatte Metro 237 Mio. Euro für die geplanten Effizienzsteigerungen ausgegeben – vor allem für die Schließung unrentabler Real-Standorte. Dieses Jahr sollen weitere 350 Mio. Euro folgen, mit denen Metro unter anderem das Standortnetz der Warenhaustochter Kaufhof verkleinert. Für vier Häuser sei das Aus bereits beschlossen, sagte der neue Vize-Vorstandschef Thomas Unger.
Der Löwenanteil der Restrukturierungskosten – nämlich 51 Prozent – trifft die Vertriebslinie Cash & Carry. Vor allem die deutschen SB-Abholgroßmärkte verlieren seit längerem an Umsatz und mehr noch an Ertrag. Nun soll ein neues Vertriebskonzept die Wende bringen, das stärker auf Kunden aus der Gastronomie ausgerichtet ist. An drei Standorten wird es bereits getestet.