Experten erwarten auch eine verstärkte Nachfrage beim Finanzierungsgeschäft. Grund dafür ist, dass auf dem Höhepunkt des M&A-Markts vor vier Jahren viele Betriebe in den Besitz von Finanzinvestoren übergegangen sind. Diese Transaktionen zeichneten sich durch hohe Fremdfinanzierungsquoten und günstige Finanzierungskonditionen aus. Zwischen 2012 und 2015 stünden nun die Refinanzierungen an, sagt Favoccia. "Die Unternehmen nehmen dafür früh die Verhandlungen auf."
Auch Arbeitsrechtler haben gut zu tun, weil Führungskräfte eher bereit sind, den Job zu wechseln. "Kommen die Verhandlungen nicht schnell zu einem Ergebnis, setzen Betriebe Manager gern durch hohe Schadensersatzforderungen unter Druck", sagt Rechtsanwältin Antje Burmester von Ulrich Weber & Partner.
Die Managerhaftpflichtversicherung helfe dann nicht immer weiter. Sind die Vorwürfe haltlos, drängen die Assekuranzen meist darauf, den Prozess zu Ende zu führen - selbst wenn das Jahre dauert. "Für den Manager kann das von Nachteil sein, wenn er eine neue Beschäftigung in Aussicht hat, aber wegen der Abwicklung des alten Dienstverhältnisses noch in der Warteschleife festhängt", sagt Burmester.
Ein weiterer Trend: Bei Streitigkeiten zwischen Firmen meiden die Manager die staatlichen Gerichte. Statt über mehrere Instanzen in aller Öffentlichkeit zu klagen, vereinbaren viele Unternehmen den Gang zum privaten Schiedsgericht. Der Vorteil: In der Regel wird hier schnell und unter Ausschluss der Öffentlichkeit entschieden. Siegfried Elsing, Senior Partner von Orrick Hölters & Elsing, prognostiziert deshalb: "Die Bedeutung von Schiedsverfahren im internationalen Wirtschaftsrecht wird weiter steigen."
Unternehmen sollten sich dabei aber nicht auf das anglo-amerikanische Verfahrensrecht einlassen, weil es dazu anrege, zunächst viele Dokumente zu produzieren. Dadurch, sagt Elsing, würden die Verfahren teurer und dauerten länger. Das deutsche Recht sei wesentlich effizienter.
Füe einen geneigten Leser vom Fach wird bei der Auflistung schnell deutlich, dass diese letztlich nichts weiter wert ist, als die (billige) Egopolitur um die Ecke. Es ist teilweise erschreckend, dass Rechtsanwalte als "the best" in Rechtsgebieten aufgelistet werden, in welchen sie ausweislich ihrer Vita und den Angaben auf den eigenen Homepages niemals signifikant tätig waren.
Liebes Handelsblatt, bitte im nächsten Jahr etwas mehr Recherchearbeit leisten und weniger und vor allem nicht blind auf "Freundschaftsempfehlungen" von "Mandanten" vertrauen.
Beste Grüße,
ein aufmerksamer Leser von Fach
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