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Ratingagentur: Heidelberg Cement verzichtet auf S&P-Dienste

Die Ratingagentur Standard & Poor's verliert einen weiteren Kunden: Nach der Deutschen Post beendet Heidelberg Cement die Zusammenarbeit mit der Ratingagentur. Standard & Poor's hat vor kurzem die Gebühren erhöht.

S&P ist die größte Ratingagentur weltweit. Quelle: dpa
S&P ist die größte Ratingagentur weltweit. Quelle: dpa

Heidelberg/FrankfurtKundenschwund bei Standard & Poor's (S&P): Kurz nach der Deutschen Post hat auch Heidelberg Cement seinen Vertrag mit der Ratingagentur gekündigt. Der Dax-Konzern beende seine langjährige Zusammenarbeit mit S&P, teilte der Baustoffhersteller am Donnerstag mit. Zu den Gründen wollte sich ein Sprecher nicht äußern. „Das geht alleine die Vertragsparteien etwas an." Es seien allerdings keine "kommerziellen Gründe", wie sie die ebenfalls zu den 30 Dax-Werten zählende Deutsche Post ins Feld geführt hatte.

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Zwei der drei großen Ratingagenturen - Moody's und Fitch - bewerten weiter die Kreditwürdigkeit von Heidelberg Cement. „Die Zusammenarbeit mit Moody's und Fitch läuft sehr gut. Die wollen wir fortsetzen", sagte der Sprecher. Investoren erwarten, dass ein Konzern von mindestens zwei Ratingagenturen bewertet wird, wenn er am Kapitalmarkt Anleihen begeben will.

Die Deutsche Post hatte am Mittwoch mitgeteilt, Bewertungen ihrer Kreditwürdigkeit unverändert von Moody's und künftig von Fitch statt von S&P einzuholen. Grund waren wohl die Preise des Marktführers, die im Frühjahr schon zwölf deutsche Großkonzerne, darunter Eon, Daimler, Siemens und Bayer, in einem Brief an die Ratingagentur kritisiert hatten. Bisher hatte aber kein Unternehmen Konsequenzen gezogen, weil eine Bewertung durch S&P als Muss für eine erfolgreiche Anleihe-Platzierung gesehen wurde.

Heidelberg-Cement und andere Baustoffkonzerne

Die Frage ist nun, ob die Post und Heidelberg Cement der Auftakt zu einer Reihe von Vertragskündigungen sind. Eine Daimler-Sprecherin erklärte allerdings, es gebe keine Pläne, den Vertrag mit S&P zu kündigen. Andere Kritiker von einst hielten sich bedeckt: Sprecher von Eon und Bayer wollten nicht sagen, ob bei ihren Konzernen S&P zur Disposition stehe.

S&P äußerte sich nicht zu den Gründen der Vertragskündigung von Heidelberg Cement. Die zum US-Medienkonzern McGraw-Hill gehörende Agentur bekräftigte lediglich ihre Ratings für den Heidelberger Konzern mit „BB" für die langfristige und „B" für die kurzfristige Kreditwürdigkeit, mit einem stabilen Ausblick. Damit werde die Bewertung auf Wunsch von Heidelberg Cement eingestellt, hieß es in der Mitteilung. Moody's und Fitch vertreten mit „Ba1" beziehungsweise „BB+" ähnliche Einschätzungen, jeweils ebenfalls mit stabilen Ausblicken.

Die drei US-Ratingagenturen S&P, Moody's und Fitch kontrollieren zusammen 97 Prozent des Weltmarktes für Bonitätsbewertungen. Sie sind auch deswegen umstritten, weil der Emittent von Wertpapieren für die Bonitätsbewertung zahlt, und nicht der potenzielle Investor. Die Bonitätsbewertung spielt vor allem bei der Aufnahme von Krediten eine wichtige Rolle. Je besser das Kreditrating ist, desto günstiger kann sich ein Unternehmen am Kapitalmarkt Fremdkapital besorgen.

 

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