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15.05.2008 

Wie unterscheidet sich Ihre Globalisierungs-Strategie von der anderer Konsumgüterkonzerne?

Wir konzentrieren uns auf unsere Power-Marken, von denen wir jetzt 19 haben. Wir führen sie weltweit ein und pflegen sie mit intensiver Werbeunterstützung. Wir denken eher in Produktkategorien als in Regionen, wie es zum Beispiel Unilever tut. Der Anteil unserer Power-Marken am Umsatz ist in den vergangenen sechs, sieben Jahren schon von rund 40 auf mehr als 60 Prozent gestiegen.

Und wo liegt das Ziel?

Na, bei 100 Prozent (lacht). Nein, im Ernst, wir wollen den Anteil der Power-Marken weiter steigern, aber unsere lokalen Marken nicht aufgeben. Wir investieren im Branchenvergleich viel in Werbung und Marketing. Etwa zwölf bis dreizehn Prozent des Nettoumsatzes, für die Power-Brands sogar noch mehr. Die meisten Konkurrenten liegen so zwischen sechs und zehn Prozent.

Warum ist das so?

Viele unserer Marken sind in Produktkategorien, die noch nicht so reif sind. Dort müssen wir die Kunden noch erziehen, zum Beispiel darüber, dass es besser für die Umwelt ist, das Geschirr in der Spülmaschine zu waschen. Zweitens haben wir eine besonders hohe Innovationsrate. Rund 40 Prozent unseres Umsatzes stammt von Produkten, die wir in den vergangenen drei Jahren auf den Markt gebracht haben. Also müssen wir besonders viel kommunizieren.

Was bedeutet für sie die Fragmentierung des Publikums durch digitale Medien? Wie erreichen Sie noch ein breites Publikum?

Das ist eine große Herausforderung. Früher hatte man ein paar Zeitungen, ein paar Magazine und zwei oder drei Fernsehsender. Heute gibt es eine solche Vielfalt von digitalen Kanälen, mehr und mehr Printtitel und dann noch das Internet. Das ist eine Entwicklung wie von Mono über Stereo zu Dolby-Surround.

Sie müssen also immer mehr ausgeben, um die gleiche Breitenwirkung zu erzielen.

Nein, das ist nicht so. Die Kosten für Werbeschaltungen sinken ja auch von Jahr zu Jahr, so wie die Zahl der Menschen sinkt, die ich mit einer einzelnen Schaltung erreiche. Noch dazu haben ja immer mehr Haushalte Geräte, die Fernsehprogramme aufzeichnen und ohne Werbepausen abspielen. Darum zahle ich zum Beispiel in Großbritannien Sky nicht das gleiche wie vor fünf Jahren. Das können Sie vergessen.

Wenn das alle Werbetreibenden tun, dann trocknen die Fernsehsender langsam aus.

Das stimmt. Es fließt mehr und mehr Geld vom Fernsehen zu anderen Medien. Ich finde, dass Print im Vergleich zum Fernsehen stark an Qualität gewonnen hat. Printmedien sind nicht im gleichen Maße entwertet worden. Für uns sind vor allem Frauenmagazine interessant, denn Frauen sind unser Publikum.

Lesen Sie weiter auf Seite 5: Reckitt Benckiser plant weitere Zukäufe

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