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Reisekonzern: Tui will mit Hapag-Erlös Schulden abbauen

Wenn alles glatt geht, ist Tui bereits im Sommer raus aus der Linienreederei Hapag-Lloyd. Den Erlös aus dem Verkauf seiner Anteile will der Konzern für den Schuldenabbau nutzen. Die Tui-Aktie stieg um fünf Prozent.

Der Vorstandsvorsitzende, Michael Frenzel, bei der Hauptversammlung der Tui AG. Quelle: dapd
Der Vorstandsvorsitzende, Michael Frenzel, bei der Hauptversammlung der Tui AG. Quelle: dapd

FrankfurtNach jahrelangem Umbau ist Tui bald am Ziel: Der Konzern macht ein weiteres Hapag-Lloyd -Paket zu Geld und könnte bereits im Sommer komplett bei der Reederei aussteigen. Tui wäre dann ein reiner Reisekonzern. Die Einnahmen aus dem Hapag-Deal werde Tui vor allem zum Schuldenabbau nutzen, sagte Tui-Finanzvorstand Horst Baier am Mittwoch in einer Telefonkonferenz. Angepeilt sei, das Unternehmen bis September - dem Ende des Tui-Geschäftsjahres - schuldenfrei zu machen. Die Tui-Holding steht mit 800 Millionen Euro in der Kreide. Der Rückzug bei Hapag verschafft Tui finanziellen Spielraum - auch für Übernahmen. „Wir haben immer gesagt, dass wir das Tourismus-Kerngeschäft stärken wollen“, sagte Baier. Konkrete Pläne gebe es aber nicht. Ebenso sei nicht geplant, den Anteil an der Reisetochter Tui Travel aufzustocken. Derzeit halten die Hannoveraner 55,5 Prozent.

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Tui veräußert nach Angaben vom Dienstagabend 17,4 Prozent der Hapag-Lloyd-Anteile an ein Konsortium um den Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne und die Stadt Hamburg. Tui bleibt mit 22 Prozent vorerst aber drittgrößter Eigner. Die Hansestadt steigt mit 37 Prozent zum größten Aktionär auf. Von den übrigen vier Hapag-Aktionären, die ebenfalls dem Konsortium angehören, wollen lediglich die beiden Versicherer Signal Iduna und Hanse Merkur weitere Aktien übernehmen. Die HSH Nordbank und die von der Warburg-Bank beratenen Investoren lassen ihre Beteiligungen verwässern. Das Konsortium, das einst gegründet worden war, um einen Verkauf der Traditionsreederei an den Rivalen NOL aus Singapur zu verhindern, hält damit künftig 79 Prozent an Hapag-Lloyd.

Aus dem Hapag-Verkauf und durch die Auflösung von Hybridkapital fließen Tui 700 Millionen Euro in bar zu, die zum Schuldenabbau eingesetzt werden können. Ab Ende Juni erhält der Konzern aus Hannover zudem das Recht, jederzeit im Zuge eines Börsengangs den Rest seiner Anteile zu platzieren. Die Einigung steht noch unter dem Vorbehalt, dass der Senat und die Hamburger Bürgerschaft zustimmen.

Im ersten Geschäftsquartal fuhr Tui wegen der schwächeren Entwicklung des Tourismusgeschäft mehr Verlust ein. Der Fehlbetrag in den drei Monaten bis Ende Dezember liege bei 137 Millionen Euro nach 94 Millionen Euro Verlust im Vorjahreszeitraum, wie Tui mitteilte. Rote Zahlen sind im Winter für Tourismusunternehmen nicht ungewöhnlich, Hauptgeschäft ist weiter der Sommerurlaub. Der Umsatz stieg um rund fünf Prozent auf 3,5 Milliarden Euro. Im Gesamtjahr rechnet Tui weiterhin mit einem moderaten Zuwachs bei Umsatz und operativem Ergebnis. An der Börse kam der Teilausstieg bei Hapag-Lloyd gut an: Die Tui-Aktie stieg um gut fünf Prozent und war damit der größte Gewinner im MDax.

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