Flugzeughersteller wie Europas Airbus-Konzern und US-Rivale Boeing
sehen die Ölpreis-Rallye mit gemischten Gefühlen. Die explodierenden Kosten der Fluggesellschaften seien ein großes Problem, sagte Boeing
-Chef McNerney am Mittwoch. Verlustreiche Airlines haben weniger Geld für neue Flugzeuge. Andererseits steigt aber die Nachfrage nach neuen spritsparenden Maschinen, die sich schnell auszahlen.
American Airlines nimmt als Notmaßnahme bis zu zwölf Prozent der Verbindungen im Inland zum vierten Quartal aus dem Flugplan. Mindestens 75 Flugzeuge werden ausgemustert. Zuvor hatten bereits andere Anbieter wie die zweitgrößte US-Gesellschaft United Airlines Flüge und auch Stellen gestrichen.
Für die US-Anbieter zieht der Chef des American Airlines-Mutterkonzerns AMR, Gerard Arpey eine erschreckende Bilanz: Die Branche könne in ihrer heutigen Form Ölpreise von mehr als 125 Dollar pro Fass nicht aushalten. "Unser Unternehmen und die Branche können es sich einfach nicht leisten, nur still da zu sitzen, und darauf zu hoffen, dass sich die Bedingungen verbessern", sagte Arpey.
Die Aktie des AMR-Konzerns stürzte nach den Äußerungen am Mittwoch um fast ein Viertel ab. Auch die ohnehin gebeutelten Kurse anderer US-Fluggesellschaften gerieten an der Börse schwer ins Trudeln.
Die großen US-Airlines flogen zum Jahresauftakt alle wieder ins Minus. Unter dem hohen Kostendruck laufen Fusionsgespräche in der Branche auf Hochtouren. Auch die Lufthansa
-Partner United Airlines und US Airways verhandeln laut Berichten miteinander. Mitte April hatten Delta und Northwest ihren Zusammenschluss zur weltgrößten Fluggesellschaft nach Passagierzahlen angekündigt.

