29.01.2007

Obi steigt aus: Rückschlag für Payback

Paukenschlag durch Obi: Die Baumarktkette steigt aus dem Payback-Programm aus und belohnt Kundentreue in Zukunft mit günstigeren Preisen. Die hohen Kosten der Kundenkarte sind dabei nicht nur der entscheidende Faktor, sondern auch ein Problem, das nicht nur der Heimwerkermarkt erkannt hat.

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von C. Schlautmann

KÖLN. Im Wettstreit um die Marktführerschaft bei Kundenkarten muss der Münchener Payback-Anbieter Loyalty Partner einen Rückschlag verkraften. Deutschlands größter Baumarktbetreiber Obi verabschiedet sich Ende Juni aus dem Kundenbindungsprogramm, wie die Tengelmann-Tochter in Wermelskirchen bekannt gab. Die Treue der Kunden werde man in Zukunft durch das verbesserte Preis-Leistungsverhältnis belohnen, begründete Obi-Chef Sergio Giroldi die Entscheidung.

Den Marktführer Loyalty trifft das hart. Nach einer Umfrage von TNS Emnid im letzten Oktober genoss Obi hinter der Drogeriemarktkette dm bei Payback-Karteninhabern das höchste Interesse. Andere Handelsunternehmen wie Real, Aral oder Apollo Optik folgten mit Abstand. „Wir bemühen uns nun in bilateralen Gesprächen, einen anderen Baumarkt als Kunden zu gewinnen“, sagte ein Sprecher von Loyalty Partner. Den Umsatzausfall bezifferte er mit „rund fünf Prozent“.

Überraschend kommt der Rückzug von Obi nicht. Schon vor Weihnachten hatte Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub gegenüber dem Handelsblatt die hohen Kosten von Payback moniert. Haub muss es wissen: Mit den Supermarktketten Tengelmann und Kaiser’s ist er gleichzeitig Kunde des Payback-Rivalen Happy Digits, einem Kundenkartenprogramm, das von CAP geführt wird, einem Gemeinschaftsunternehmen von Karstadt und Deutscher Telekom.

Dem Herausforderer eröffnet Paybacks Kundenverlust nun die Chance, an dem Rivalen vorbeizuziehen. Am kommenden Donnerstag wollen die Kölner einen neuen Partner als Hoffnungsträger präsentiert, wie das Handelsblatt vorab erfuhr: Gemeinsam mit der Swisscom-Tochter Betty TV will Happy Digits das Punktesammeln auf dem Fernsehschirm ermöglichen. Eine TV-Fernbedienung mit Schwarz-Weiss-Display und Telefonanschluss soll Zuschauern erlauben, bei Quizspielen mitzuraten und „Sofameilen“ zu gewinnen. Die dürfen sie dann in Einkaufsgutscheine anderer Happy-Digits-Partner umtauschen. Zu ihnen zählen die Konzerntöchter von Deutscher Telekom und Karstadt-Quelle sowie die Autovermietung Sixt, der Autoteilehändler ATU und der Stromlieferant Yello. Neu hinzu gekommen sind zudem der TV-Sender Sat.1 und die 1 000 Apotheken umfassende Vermarktungskooperation „Gesund ist bunt“.

Mit den neuen Partnern bläst CAP-Chef Uwe Stoffel zur Aufholjagd. Die Kölner haben den Abstand zum Marktführer Payback deutlich verringert. Besaß der Erzrivale Ende 2003 noch neun Millionen Kartenkunden mehr als Happy Digits, ist der Abstand bis heute auf drei Millionen geschrumpft. Aktuell kommt Happy Digits auf 27 Mill. Karten.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: . „Durchschnittliche Retailer sollten die Karten stoppen und dafür lieber die Preise senken"

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