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Rückzug des Internetimperiums: Samwer-Brüder steigen bei Fashion-For-Home aus

Ein „Blitzkrieg“ gegen Amazon war der Plan von Oliver Samwer. Doch nun der Rückzug: Seine Investmentfirma steigt bei dem Berliner Möbel-Onlinehändler aus. Die Anteile übernimmt die Wagniskapital-Gesellschaft Acton.

Oliver Samwer betreibt die Investmentfirma Rocket Internet, an der auch seine Brüder beteiligt sind. Quelle: PR
Oliver Samwer betreibt die Investmentfirma Rocket Internet, an der auch seine Brüder beteiligt sind. Quelle: PR

DüsseldorfNoch vergangenen Dezember offenbarte Oliver Samwer in einer hausinternen Email den Plan, sein Internetimperium per „Blitzkrieg“ zu einem ernstzunehmenden Gegner von Amazon auszubauen. Mit Onlineshops wie Zalando und Internetangeboten rund um den Möbelverkauf wollte er ein „Milliarden-Dollar-Unternehmen“ errichten. Seine Investmentfirma Rocket Internet, an der ebenfalls die Brüder Marc und Alexander beteiligt sind, hatte dazu bereits mehrere Beteiligungen unter der Marke „Home24“ zusammengefasst.

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Nur sechs Monate später geht es jetzt in die entgegengesetzte Richtung: Wie das Handelsblatt erfuhr, werden die Samwer-Brüder in Kürze beim Berliner Online-Möbelhändler Fashion-For-Home den Gesellschafterkreis verlassen. Dessen Mitbegründer Marc Appelhoff bestätigte dem Handelsblatt, dass der Gesellschafterwechsel nächste Woche ins Handelsregister eingetragen werden soll.

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Die Anteile der drei Samwer-Brüder, die einst den deutschen Ebay-Vorgänger Alando und den Klingeltonversender Jamba gründeten, übernimmt die Münchener Finanzfirma Acton Capital. Sie wird künftig 21 Prozent an dem 2009 gegründeten Möbelhändler halten, wofür Acton nach eigenen Angaben „einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag“ zahlt. Beteiligt bleiben dagegen weiterhin die Schweizer Familienholding Haligk (38 Prozent) und Holtzbrinck Ventures (16,5 Prozent). Zu den Miteigentümern zählen auch die Gründer Christoph Cordes, Sohn von Ex-Metro-Chef Eckhard Cordes, und Marc Appelhoff, dessen Vater einst den Karstadt-Warenhäusern als Vertriebsvorstand diente.

Laut Sebastian Wossagk, Investment-Partner bei der einst vom Burda-Verlag gegründeten, jetzt aber eigenständigen Wagniskapitalfirma, passt Fashion-For-Home exakt ins Konzept von Acton. „Wir investieren in Unternehmen“, sagt er, „die ein strukturell profitables Geschäft zeigen.“ Zudem sehe er bei Fashion-For-Home weiterhin ein hohes Wachstumspotenzial.

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An der Geschäftsentwicklung von Fashion-For-Home dürfte es kaum liegen, dass Rocket Internet seine Beteiligung versilbert. Das vor drei Jahren gegründete Online-Möbelhaus schrieb im vergangenen Geschäftsjahr bereits einen zweistelligen Millionenumsatz, die Erlöse kennzeichnen nach Auskunft der Betreiber monatliche Zuwachsraten von mehr als zehn Prozent.

Ihr Sortiment — ein Stilmix von Ikea bis Bo Concept — vervierfachten die Berliner im vergangenen Jahr, und auch 2012 soll es sich erneut verdoppeln. Derzeit eröffnet zudem in Berlins Mitte (Behrenstraße) ein 400 Quadratmeter großer Flagship-Store, der den Einstieg ins Multichanel-Geschäft ebnen soll.

Der Grund für den Ausstieg der Samwers dürfte daher ein anderer sein. Rocket Internet habe, heißt es in Kreisen der Investoren, mit dem Verkauf ein lukratives Geschäft gemacht.

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