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Russland: Lebedew verkauft seine Aeroflot-Aktien

Die russische Luftfahrtbranche steckt in einer tiefen Krise. Nun hat der russische Investor Alexander Lebedew angekündigt, seine Anteile an der Fluggesellschaft Aeroflot zu verkaufen. Er muss offenbar im Zuge der staatlich gesteuerten Konsolidierung der russischen Luftfahrtbranche weichen.

Der russische Investor Alexander Lebedew zieht sich weiter aus dem Airline-Geschäft zurück und verkauft seine Aeroflot-Aktien. Quelle: dpa
Der russische Investor Alexander Lebedew zieht sich weiter aus dem Airline-Geschäft zurück und verkauft seine Aeroflot-Aktien. Quelle: dpa

MOSKAU. Der russische Investor Alexander Lebedew will sich nun auch von seinem Aktienpaket an Aeroflot trennen. Nach einer Aufsichtsratssitzung der mehrheitlich staatlich kontrollierten russischen Fluggesellschaft hieß es, Aeroflot sei bereit, das Paket Lebedews von 25,8 Prozent zu übernehmen. Dieser zieht sich damit immer weiter aus dem Airline-Geschäft zurück. Erst vor kurzem hatte er auch eingewilligt, seine Beteiligung an der Fluglinie Bluewings dem Miteigentümer Jörn Hellwig zu verkaufen. Die in Bochholt ansässige Airline darf derzeit wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten nicht fliegen.

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Lebedew ist der größte private Aktionär von Aeroflot. Sein Rückzug wäre ein weiterer Einschnitt im russischen Luftfahrtwesen. Derzeit steckt die Branche in einer tiefen Krise: In den ersten elf Monaten des vergangenen Jahres beförderten Russlands Fluggesellschaften elf Prozent weniger Passagiere. Lebedew selbst hatte eine Konsolidierung angemahnt, da es in seinen Augen immer noch zuviel Linien gibt.

Der Staat mischt sich ein

Über die Konditionen des Geschäfts ist noch nichts bekannt. Eine Sprecherin Lebedews nannte den in Medien zirkulierenden Preis von 400 Millionen Dollar "nicht korrekt", die Verhandlungen liefen noch. Die Nachrichtenagentur Reuters beruft sich aber auf eine ungenannte Quelle, nach der Lebedew "gezwungen" würde, einen Preis ein Drittel unter dem Marktniveau zu akzeptieren.

Lebedew hatte sich immer wieder mit dem Aeroflotmanagement angelegt - unter anderem wegen des Kaufs von neuen Flugzeugen. Der Multimillionär, dem auch der Londoner "Evening Standard" gehört, muss nun offenbar im Zuge der staatlich gesteuerten Konsolidierung weichen. Medienberichten zufolge hat sich Russlands Transportminister Igor Lewitin dafür ausgesprochen, dass Aeroflot die Kontrolle über die ebenfalls staatliche Rosavia übernimmt. Das Aktienpaket Lebedews könnte dann bei der Staatsholding Rostechnologij landen, unter deren Schirm sich Rosavia befindet.

In der Gesellschaft sind mehrere Fluglinien vereint, die im Zuge der Krise in Schwierigkeiten geraten sind, darunter auch die Air Union, einstmals als Partner im Visier der Lufthansa. Analysten hatten die Kreation eines neuen Aeroflot-Konkurrenten scharf kritisiert. Besser sei es die Konsolidierung auf der Basis der "gesunden" Aeroflot durchzuführen. Doch auch dies müsse nicht unbedingt zum Nutzen der Aerofloteigentümer sein, schreiben die Airline-Analysten der VTB-Bank in einem Report: Auf Rosavia lastet ein hoher Schuldenberg, die Flotte ist bunt gemischt und damit unwirtschaftlich. Besser sei es, zu warten, bis Rosavia bankrott sei und dann die wenigen interessanten Teile sowie die Routen zu übernehmen. Auch Lebedew ist dagegen, Rosavia als unabhängige Linie zu erhalten. Dies sei ein "sinnloses Projekt", hatte er jüngst im Interview mit dem Handelsblatt erklärt.

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