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Ryanair-Chef Michael O'Leary: „Die Piloten-Gewerkschaften sollen zur Hölle fahren“

Michael O'Leary nimmt es mit allen auf: Er kämpft gegen Gewerkschaften, die EU und wettert über Konkurrent Aer Lingus. Auch in Deutschland greift der Billigflieger an und will von der Schwäche der Lufthansa profitieren.

Ryanair-Chef Michael O'Leary hebt ab: „Von 80 Millionen Passagieren auf 120 Millionen wachsen“. Quelle: dpa
Ryanair-Chef Michael O'Leary hebt ab: „Von 80 Millionen Passagieren auf 120 Millionen wachsen“. Quelle: dpa

Handelsblatt Online: Michael O’Leary, mit Dortmund, Münster und Nürnberg fliegt Ryanair in diesem Jahr drei neue Flughäfen in Deutschland an. Haben Sie einen Lieblingsflughafen in Deutschland?

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Michael O'Leary: Nein, ich mag alle deutschen Flughäfen, weil sie leistungsfähig sowie preiswert sind und viele von ihnen wachsen. Einen Lieblingsflughafen habe ich nicht, weder hier, dort, noch sonst irgendwo. Jeder Flughafen der wächst ist mein Liebling. In diesem Jahr ist also Dortmund einer meiner Lieblingsflughäfen.

Was wissen Sie denn über Dortmund?

Dortmund ist eine namhafte Stadt und in Europa sehr bekannt. Wir wissen durch unsere Vorabbuchungen der neuen Strecken, dass eine Menge Leute in Europa daran interessiert sind, nach Dortmund zu reisen und die Stadt zu besuchen. Es gibt eine große Anzahl von Passagieren, die immer auf der Suche nach neuen Zielen und Städten sind, die sie bereisen können. Dortmund kann davon profitieren.

Die größten europäischen Billigflieger

  • Platz 10

    Wizz Air: 42 Flugzeuge

    Die ungarische Fluglinie Wizz Air hat ihr Streckennetz vor allem in Osteuropa. In Deutschland fliegt sie mit ihren 42 Airbus A320 die Flughäfen in Dortmund, Frankfurt-Hahn, Köln/Bonn, Lübeck und Memmingen an.

    Quelle: DLR Low-Cost-Monitor 1/2014 (Stand: Frühjahr 2014). Es wurden ausschließlich in Deutschland operierende Airlines in das Ranking aufgenommen.

  • Platz 9

    Jet 2: 49 Flugzeuge

    Die britische Billig-Airline Jet 2 gibt es erst seit dem Jahr 2002, trotzdem hat sie mit 49 Flugzeugen eine der größten Flotten unter den europäischen Billig-Airlines. Mit ihren 38 Boeing 737-Maschinen und elf Boeing 757 fliegt die Airline viele Urlaubsziele im Mittelmeer und außerdem New York City an.

  • Platz 8

    Germanwings: 55 Flugzeuge

    Die Lufthansa-Tochter bleibt in den Top Ten der europäischen Billigflieger. Germanwings kommt der Aufstellung zufolge auf 55 Flugzeuge in der Flotte. Weil die Lufthansa allerdings noch weitere Flugverbindungen und Maschinen an die Tochter abgibt, wird die Zahl der Flieger noch zunehmen.

  • Platz 7

    Flybe: 59 Flugzeuge

    Die britische Airline Flybe betreibt mit 37 Maschinen die größte Flotte an Bombardier Dash Q8-400 Maschinen weltweit. Dazu kommen 22 Flieger von Embraer. Flybe hat seinen Sitz in Southampton und fliegt in Deutschland die Flughäfen in Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Hannover und Stuttgart an.

  • Platz 6

    Vueling: 72 Flugzeuge

    Die spanische Fluggesellschaft Vueling startete im Jahr 2004. Die Flotte der Billig-Airline besteht aus Flugzeugen der Typen Airbus A320 und A319. Der Billigflieger gehört mittlerweile zur International Airline Group (IAG), der Mutter von British Airways und Iberia. Die Flotte wächst weiter – auch dank der Übernahme von Iberia-Verbindungen.

  • Platz 5

    Air Berlin: 88 Flugzeuge

    Die Netzwerk-Airline Air Berlin ist ebenfalls im Ranking vertreten – mit Strecken, die als Low-Cost-Flüge gelten (siehe Hinweis). Die Fluggesellschaft hat 41 Airbus A319, A320 und A321, 46 Boeing 737 und eine ATR in der Flotte.
    Hinweis: Das DLR spricht bei Air Berlin von einer „Grauzone“, in der mehrere Geschäftsmodelle Anwendung finden. In das Ranking wurden nur die bisherigen Low-Cost-Strecken der in Air Berlin aufgegangenen Fluggesellschaften aufgenommen. Bei der Flotte verhält es sich offenbar ähnlich. Die komplette Flotte von Air Berlin finden Sie hier.

  • Platz 4

    Norwegian: 91 Flugzeuge

    Zu Norwegian gehören 87 Boeing 737 und vier 787, viele davon sind mit Portraits berühmter skandinavischer Persönlichkeiten geschmückt. Norwegian gehört damit mittlerweile zu den großen im europäischen Luftraum.

  • Platz 3

    HOP!: 102 Flugzeuge

    Die Fluggesellschaft ist neu im Ranking – und schießt gleich auf Rang drei vor. Das hat einen einfachen Grund: Der Zusammenschluss mehrerer ehemaliger französischer Regionalflieger unter dem Dach der Air France bedient erst seit kurzem den deutschen Markt.

  • Platz 2

    Easyjet: 197 Flugzeuge

    Die britische Fluglinie Easyjet ist die Nummer zwei der Billigflieger in Europa. Zu der wachsenden Flotte gehören 138 Airbus A319 und 59 Airbus A320.

  • Platz 1

    Ryanair: 297 Flugzeuge

    Mit einer Flotte von mehr als knapp 300 Flugzeugen ist Ryanair unumstritten die größte Billig-Airline in Europa. Und die Flotte wird noch größer: Bei Boeing haben die Iren zuletzt 175 neue Flugzeuge bestellt.

Sie sind nicht nur an neuen Zielen für Ihre Airline interessiert. Auch auf Ihren irischen Konkurrenten haben Sie schon lange ein Auge geworfen und knapp 700 Millionen Euro für Aer Lingus geboten. Doch die EU-Kommission macht erneut Probleme. Wie geht es mit Ihren Übernahmeplänen weiter?

Wir haben keine Pläne mit Aer Lingus. In der vergangenen Woche hatten wir ein Treffen mit der EU-Kommission, die uns gesagt hat, dass sie unser Angebot für unzulässig hält und uns den Weg versperren wird. Wir denken nicht, dass es für die Ablehnung eine legale Grundlage gibt. Das Angebot entspricht gänzlich den Wettbewerbsregeln. Es ist ganz klar eine politische Entscheidung, um die irische Regierung bei Laune zu halten. Das kann aber nicht die Basis dafür sein, wie die Übernahmeregeln in der EU gehandhabt werden.

Offiziell hat die EU-Kommission die Ablehnung noch nicht verkündet. Die Frist zur Prüfung läuft am 6. März ab. Aer Lingus behauptet, von einer Ablehnung keine Kenntnis zu haben.

Naja, Aer Lingus weiß sowieso nicht viel über Fluggesellschaften. Sie sind keine besonders erfolgreiche Airline, ziemlich klein und haben keine Zukunft.

O’Leary in Dortmund Der Retter kommt mit Ryanair

Michael O’Leary ist für die einen ein Messias, für die anderen ein rotes Tuch.

Aer-Lingus-Chef Christoph Müller hat im irischen Fernsehen gesagt, dass Ryanair nahezu insolvent sei.

Aer Lingus hat momentan ein Riesenloch bei den Pensionszahlungen in Höhe von 700 oder 800 Millionen Euro, verfügt aber nur über Barmittel von 350 Millionen Euro. Sie haben halt ihre Probleme. Wir haben einen Plan für Aer Lingus, um das Geschäft schnell wachsen und stark werden zu lassen. Aber wenn Brüssel „Nein“ sagt, dann müssen wir vor Gericht ziehen, damit die Ablehnung aufgehoben wird.

Der Plan, selbst eine Konkurrenz-Airline zu gründen und diese später zu einem symbolischen Preis an die britische Fluggesellschaft Flybe abzugeben, ist also gestorben? Oder bleibt „Flybe Irland“ eine Option?

Das wäre ein Zugeständnis gewesen, aber Europa hat „Nein“ gesagt. Es spielt also keine Rolle. Wir haben alle Zugeständnisse unterbreitet, „Flybe Irland“ war eins davon.

  • 21.02.2013, 15:17 UhrHeidi

    Warum wohl - weil bei uns alles subventioniert wird damit irgendwer noch dort Gewinne machen kann wo es eigentlich gar keine Gewinne zu machen gäbe.

    Klar - mit Frankfurt und München allein gäb's wohl schon mal gar keinen innerdeutschen Flugverkehr... den wir ja aber auch so dringend brauchen weil Deutschland sich ja über etliche Zeitzonen erstreckt und es in dieser Fläche kaum Eisenbahnverbindungen gibt - und wenn dann nur solche mit kaum mahr als 50 km/h Höchstgeschwindigkeit...
    Aber ist natürlich witzig - über diese Subventionen habe ich noch keinen FDP-Politiker lästern gehört...

  • 21.02.2013, 14:40 UhrFredi

    "Nein, ich mag alle deutschen Flughäfen, weil sie leistungsfähig sowie preiswert sind"
    Nur zwei deutsche Flughäfen sind in der Gewinnzone. Alle anderen werden vom Steuerzahle subventioniert. Warum?

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