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Sanierungsprogramm: Praktiker-Mitarbeiter verzichten auf Teil des Gehalts

Die Sanierung der Baumarktkette Praktiker kommt die Angestellten teuer zu stehen. Für eine „weitestgehende“ Jobgarantie verzichten die Mitarbeiter in den kommenden drei Jahren auf 15 Prozent ihres Gehalts.

Praktiker-Mitarbeiter in einer Berliner Filiale. Quelle: dapd
Praktiker-Mitarbeiter in einer Berliner Filiale. Quelle: dapd

FrankfurtZur Sanierung von Praktiker akzeptieren die 15.000 Beschäftigten der Baumarktkette einen kräftigen Gehaltsabschlag: „Als Gegenleistung für eine weitestgehende Beschäftigungssicherheit verzichten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Praktiker für drei Jahre auf jeweils rund fünf Prozent ihres Jahresgehaltes“, erklärte der Verhandlungsführer der Gewerkschaft Verdi, Rüdiger Wolff, am Samstag. Darauf hätten sich Arbeitnehmervertreter und Management nach zweitägigen Verhandlungen geeinigt. Der Beitrag speise sich im Wesentlichen aus dem Verzicht auf das Weihnachtsgeld; die monatlichen Entgelte der Beschäftigten blieben dagegen unangetastet.

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Der ab sofort geltende Lohnverzicht sorge dafür, dass die Personalkosten in Deutschland 2012, 2013 und 2014 um jeweils 17,3 Millionen Euro gesenkt würden, erklärte Praktiker. Im Gegenzug für den Gehaltsabschlag gelte für die Dauer des Sanierungstarifvertrages eine weitgehende Standort- und Beschäftigungssicherung. „Mit ihrem temporären Einkommensverzicht leisten die Beschäftigten der Praktiker AG in Deutschland selbst einen wichtigen Beitrag zur Arbeitsplatzsicherung“, erklärte der seit Mitte Oktober amtierende Praktiker-Chef Armin Burger.

Baumarktkette Praktiker

Der Streit um die Zukunft von Praktiker hatte die Krise des angeschlagenen Baumarktkonzerns zuletzt verschärft. Das monatelange Ringen um die Abwendung einer Pleite verschreckte Lieferanten und Kunden und lenkte das Management vom laufenden Geschäft ab, wie Burger jüngst gesagt hatte. Im dritten Quartal setzte der Umsatz mit einem Rückgang um zehn Prozent auf 758 Millionen Euro seine Talfahrt fort. Der Nettoverlust stieg um die Hälfte auf 36 Millionen Euro.

Wenige Tage vor Burgers Amtsantritt hatte Praktiker wesentliche Teile eines rettenden Finanzierungspakets unter Dach und Fach gebracht. Damit endete vorerst ein heftiger Streit mit den Großaktionären, die das alte Management und die zunächst angepeilten Zugeständnisse an Geldgeber kritisiert hatten. Mehrere Kreditgeber gewähren nun Darlehen über 75 Millionen Euro. Weitere 60 Millionen Euro will Praktiker mit einer Kapitalerhöhung erlösen.

Einen Großteil des Geldes benötigt der Baumarktkonzern, um mehr als 100 der zuletzt 220 Praktiker-Märkte im Inland auf die Schwestermarke Max Bahr umzustellen. Die norddeutsche Kette mit zuletzt rund 80 Filialen setzt stärker auf Beratung als auf Preiskampf und soll zum Flaggschiff des Konzerns ausgebaut werden. Während die Kette Praktiker in Deutschland von Juni bis September einen Umsatzeinbruch um 15 Prozent verbuchte, gaben die Erlöse von Max Bahr nur um knapp fünf Prozent nach. Die Hamburger Konzernsparte schrieb im Gegensatz zu ihrer größeren Schwester auch einen kleinen Gewinn.

  • 29.10.2012, 09:10 UhrDonauwelle

    Ein Unternehmen,was mit IHREN Mitarbeitern nicht zusammenarbeitet,sondern nur Gegenarbeitet......kannste voll abhaken.
    Reinste Interessenlosigkeit,nur der Geldsack zählt.
    Uffpasse,dat de Sack unne keen Loch hat gell?
    Hochmut Didderr,kommt bekanntlich vor dem Fall

  • 28.10.2012, 13:12 Uhranonym

    Ein tolles Unternehmen ist das!!! Die Mitarbeiter haben vom tollen Lohnverzicht durch die Presse erfahren,die "Hohen Herren" halten es noch nicht mal für nötig uns das zuerst mit zu teilen!!! Ganz tolle Geschäftsfü hrung!!!!

  • 28.10.2012, 12:15 Uhrmseemann

    das hätte der ausgeschiedene Vorstandsvorsitzende, Wolfgang Werner, auch mal machen sollen: Lt. Geschäftsbericht 2011 hat dieser eine Abfindung von 2,4 Mio. bekommen...

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