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Saudi-Arabien: Ikea entfernt Frauenbilder aus neuem Katalog

Ikea hat Frauenbilder in der saudi-arabischen Katalog-Version wegretuschiert - weil Frauen in dem Land nicht unverhüllt abgebildet werden dürfen. Nach einem Sturm der Entrüstung entschuldigte sich die Möbelkette jetzt.

Saudi Arabien Wie Ikea die Frauen aus dem Katalog radierte

Zähne-Putzen ohne die Mama: Im Ikea-Katalog für Saudi-Arabien ist die Mutter im Pyjama einfach wegretuschiert.

Bild: hb.com

StockholmDie schwedische Möbelkette Ikea hat aus ihrem Katalog für Saudi-Arabien Abbildungen von Frauen wegretuschieren lassen. „Wir bedauern sehr, dass das passieren konnte und hätten schneller reagieren müssen“, sagte eine Unternehmenssprecherin der Nachrichtenagentur dpa am Montag nach der Veröffentlichung von Vergleichsbildern aus den ansonsten identischen Katalogen

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Hintergrund für das Verschwinden von Frauen aus der saudi-arabischen Version sind die strengen Vorschriften in dem arabischen Land für das Abbilden unbedeckter weiblicher Haut. Die Retusche führte im Heimatland von Ikea zu einem Sturm der Entrüstung. Schwedische Frauenrechtlerinnen kritisierten das Möbelhaus.

Schwedens Handelsministerin Ewa Björling sagte der Stockholmer Zeitung „Metro“: „Man kann Frauen nicht aus der Wirklichkeit wegretuschieren.“ Die Bilder seien ein „weiteres trauriges Beispiel dafür, wie weit der Weg bis zur Gleichstellung von Männern und Frauen in Saudi-Arabien noch ist“.

Die Geschichte von Ikea

  • 1943 - Gründung

    Ingvar Kamprad gründet im zarten Alter von 17 Jahren seine eigene Firma. Als Startkapital nutzt er eine Belohnung, die ihm sein Vater für den bestandenen Schulabschluss schenkte. Der Name Ikea setzt sich zusammen aus den Initialen des Gründers (I. K.), sowie dem Bauernhof, Elmtaryd (E), und dem Dorf Agunnaryd (A), in dem er aufwuchs. Anfangs verkaufte Kamprad Stifte, Portemonnaies, Bilderrahmen, Tischläufer, Uhren, Schmuck und Nylonstrumpfhosen.

  • 1948 - Möbel im Sortiment

    Möbel werden ins Sortiment aufgenommen. Die Möbel werden von lokalen Herstellern in den Wäldern in der Nähe von Ingvar Kamprads Wohnort produziert.

  • 1951 - Der erste Katalog

    Kamprad verkauft seine Möbel auch per Katalog - und steigert so die Verkaufszahlen. Der erste Ikea-Katalog unterscheidet sich allerdings noch deutlich von heutigen Ausgaben.

  • 1956 - Möbel zum Selbstbauen

    Ikea beginnt eigene Möbel zu entwerfen, nachdem ein Mitbewerber die Lieferanten von einem Ikea-Boykott überzeugen möchte. Erstmals verpacken die Schweden ihre Möbel als Paket. Die Entdeckung der Selbstmontage ist ein Zufall: Ein Ikea-Mitarbeiter schraubte die Beine seines Tisches ab, damit der in sein Auto passte.

  • 1958 - Das erste Einrichtungshaus

    Das erste Ikea-Einrichtungshaus eröffnet in Älmhult, Schweden. Mit 6.700 Quadratmeter war es das zum damaligen Zeitpunkt größte Möbelgeschäft in Skandinavien.

  • 1963 - Ikea expandiert ins Ausland

    Das erste Ikea-Einrichtungshaus außerhalb Schwedens wird in Oslo, Norwegen, eröffnet.

  • 1968 - Ikea verwendet erstmals Spanplatten

    Für das Sofa „Privat“ setzt Ikea erstmals gepresste Holzplatten aus Spänen ein. Mit weißer Lackierung und braune Cretonne-Bezüge wird das Sofa zum Verkaufsschlager.

  • 1974 - Ikea kommt nach Deutschland

    Das erste Ikea-Einrichtungshaus in Deutschland wird am 17. Oktober in Eching bei München eröffnet. Nach der Schweiz und Dänemark ist Deutschland damit der vierte Auslandsmarkt für Ikea - und der größte.

  • 1979/1 - Die Erfindung des Billy-Regals

    Das Billy Bücherregal wird in das Sortiment aufgenommen – und entwickelt sich zum Klassiker. Mittlerweile haben die Schweden auch nach Australien, Österreich, Kanada und in die Niederlande expandiert.

  • 1979/2 - Klippan feiert Premiere

    Mit dem Klippan-Sofa gelingt den Schweden im selben Jahr ein weiterer Klassiker. Der Bau des Billigsofas ist umstritten - es soll teilweise von DDR-Zwangsarbeitern gebaut worden sein.

  • 1984 - Ikea Family wird gegründet

    Mit Ikea Family wird der erste Kundenklub gegründet.. Heute besitzen rund 15 Millionen Menschen eine Ikea-Kundenkarte.

  • 1985 - Ikea erreicht die USA

    Das erste Einrichtungshaus in den USA wird in Philadelphia eröffnet. Mittlerweile hat Ikea auch Filialen in Frankreich und Belgien. Die Schweden haben nun 10.000 Mitarbeiter über 60 Einrichtungshäuser.

  • 1986 - Kamprad gibt die Konzernleitung ab

    Ikea-Gründer Ingvar Kamprad zieht sich von der Konzernleitung zurück und wird Berater. Anders Moberg wird Konzernchef.

  • 1991 - Ikea nutzt die Wende

    Schon kurz nach der Wende eröffnet Ikea mehrere Einrichtungshäuser in Polen, Ungarn und Tschechien.

  • 1998 - Ikea expandiert nach China

    Der Möbelriese erkennt früh die Potentiale des chinesischen Wirtschaftswachstums. Das erste IKEA Einrichtungshaus in China wird in Shanghai eröffnet.

  • 1999 - Anders löst Anders ab

    Der IKEA Konzern beschäftigt nun 50.000 Mitarbeiter und hat 158 Einrichtungshäuser in 29 Ländern. Anders Dahlvig löst Anders Moberg ab und wird Konzernchef.

  • 2000 - Ikea startet Online-hop

    Zuerst darf nur Schweden und Dänemark online bei Ikea eingekauft werden. Nach und nach schließen sich andere Märkte an.

  • 2006 - Ikea hat 100.000 Mitarbeiter

    Der IKEA Konzern hat nun mehr als 100.000 Mitarbeiter und ist in 44 Ländern tätig. Kamprad gilt als reichster Mann der Welt.

„Metro“ hatte auf der Titelseite seiner Montagausgabe die schwedische und die saudi-arabische Version eines Badezimmer-Fotos aus dem neuen Katalog für 2013 gezeigt. Aus letzterer wurde die Mutter einer vierköpfigen Familie ersatzlos entfernt. Ikea-Sprecherin Ylva Magnusson erklärte die Retusche-Aktion damit, dass der Katalog von einem Franchise-Unternehmen außerhalb der Ikea-Gruppe fertiggestellt worden sei. Sie meinte weiter: „Wir hätten reagieren und erkennen müssen, dass der Ausschluss von Frauen aus der Saudi-Arabien-Version des Kataloges in Konflikt steht zu den Werten der Ikea-Gruppe.“

Dazu gehöre „ein klarer Verhaltenskodex“, der jede Diskriminierung wegen Geschlechts, Rasse, Religion, Behinderungen oder Sexualität ausschließe. Die größte Möbelkette der Welt hatte in der Vorwoche von ihrer russischen Webseite ein Foto im Stil der Polit-Punkband Pussy Riots gelöscht. Begründet wurde der Schritt damit, dass Ikea nicht „als Ort der Agitation jeder Art“ ausgenutzt werden wolle.

Der Ikea-Katalog erscheint seit 1951. Die neue Ausgabe mit einer Auflage von 208 Millionen wird nach Angaben des „Wall Street Journal“ weltweit in 43 Ländern vertrieben.

Zwangsarbeiter-Skandal Was Ikea noch alles verschweigt

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  • 25.10.2012, 12:41 UhrRespektiert_fremde_Kulturen

    Saudia Arabien ist kein westeuropäisches Land. In jedem Land muss man selbstverständlich die fremde Kultur respektieren. In Deutschland neigen wir oft schnell dazu, unsere Ideologien und Kultur gegenüber anderen für überlegen zu halten und anderen überstülpen zu wollen.

  • 02.10.2012, 13:01 Uhrmaria

    Eine Frau einfach verschwinden lassen sie unsichtbar machen....Sie wollen Möbel von Ikea? Die sind nur leider in einem Land wo Frauen sich zeigen dürfen. Ist der Profit von Ikea mehr wert als eine Frau? Eine Frau die nicht zu einer Familie gehört. Mich als Frau beschämt das Handeln von Ikea. Und zeigt mir wieder mehr das diese Länder immer mehr Macht aber wir werden wie immer klein beigeben, damit Ikea sein Geld auch dort verdienen kann....Mein Maßnahme wird sein bei Ikea nicht mehr zu kaufen und ich hoffe das viele viele Frauen ebenso konsequent sein werden.

  • 02.10.2012, 00:51 Uhrseelsgis

    Für den Profit tut man eben alles, um weiter Geschäfte mit dem größten Gaunerstaat zu machen !

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