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Scharfe Behörden-Kritik: Schienenkartell holt Deutsche Bahn ein

exklusiv Ein Mangel an internen Kontrollen hat nach Ansicht des Bundeskartellamts ein Kartell aus Deutscher Bahn und Schienenlieferanten begünstigt. Das geht aus dem Bußgeldbescheid hervor, der dem Handelsblatt vorliegt.

Schienen in der Nähe des Münchener Hauptbahnhofs. Quelle: dapd
Schienen in der Nähe des Münchener Hauptbahnhofs. Quelle: dapd

DüsseldorfDas Bundeskartellamt hat die Deutsche Bahn wegen laxer Kontrollen beim Schieneneinkauf scharf kritisiert. „Über Jahre hinweg fielen der DB die nahezu unveränderten Marktanteile der Schienenlieferanten nicht auf, da es offenbar keine internen Kontrollen gegeben hat“, zitiert das Handelsblatt (Mittwochausgabe) aus dem Bußgeldbescheid des Kartellamts. Die Behörde hatte im Juli die Bahn-Lieferanten Thyssen-Krupp, Voestalpine und Vossloh zu einer Strafe von insgesamt 124,5 Millionen Euro verurteilt. Die Firmen hatten über Jahre hinweg Preise und Mengen auf dem deutschen Schienenmarkt abgesprochen.

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In das Kartell ist der Staatskonzern offenbar tiefer verstrickt als bislang bekannt. So war bereits im Jahr 1985 bei Führungskräften der Verdacht aufgekommen, dass es Absprachen unter den Lieferanten gab. Dies sagte ein früherer Bahn-Manager beim Bundeskartellamt aus. Die Zeugenaussage liegt dem Handelsblatt vor. Ungeachtet dieses Verdachts gestand die Bahn ab Mitte der 90er-Jahre den später überführten Kartellsündern Thyssen-Krupp und Voestalpine sogar feste Liefermengen zu.

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Durch diese Mengenzusage schuf die Bahn aus Sicht von Beteiligten die Grundlage für das Schienenkartell. „Wir waren mit dem Quotensystem der Steigbügelhalter für die Kartellanten“, sagte ein früherer Bahn-Manager. Waren die Mengen einmal festgelegt, dann war es für die Stahlfirmen ein leichtes, die Preise unter sich auszumachen.

Deutsche Bahn

Geduldet hat die Bahn die Kartellabsprachen der Zeugenaussage zufolge durchaus aus wirtschaftlichem Eigeninteresse: Denn im Gegenzug für die Duldung des Kartells seien die Stahlfirmen Kunden der Bahn-Frachttochter Cargo geblieben, die bis 2003 für den Schieneneinkauf zuständig war. „Die Sicht von DB-Cargo war mehr auf die Erzielung von Frachterträgen als auf die Minimierung von Einkaufspreisen gerichtet“, sagte der Zeuge aus.

Die Bahn weist eine Verquickung in das Kartell zurück: „Wir haben keine Anhaltspunkte, dass Mitarbeiter der DB in das Kartell involviert waren oder Kenntnis davon hatten“, sagte ein Sprecher. Thyssen-Krupp und Voestalpine lehnten einen Kommentar dazu ab.

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  • 10.10.2012, 15:03 UhrWolfgang

    Ich denke mal, das dürfte auch die Konkurrenten der DB Schenker Rail AG interessieren. Da wurde der größte Mitbewerber hintenrum geschmiert und das aus Steuergeldern und Geldern aus den Trassenpreisen, die die Wettbewerber zahlen mussten.

    Eigentlich ein klarer Fall für Joaquín Almunia.

  • 10.10.2012, 08:58 UhrOLDENDORP

    +++ Beitrag von der Redaktion editiert +++

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  • 09.10.2012, 22:18 UhrAnonymus

    Anstatt den Schaden ersetzt zu bekommen sollte die DB als mittelbar kartellbeteiligte bestraft werden! Das dies möglich ist hat auch schon die Vergangenheit gezeigt

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