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Schnäppchenportal: Groupon kommt in Europa nicht in Fahrt

Das Schnäppchenportal Groupon kann immer weniger neue Kunden für seine Angebote interessieren, die Firma macht Verluste. Das quittierte die Börse mit einem Einbruch der Aktie. Trotzdem konnte Groupon den Umsatz steigern.

Das Schnäppchenportal Groupon konnte zwar den Umsatz steigern und die Verluste eindämmen, doch die Börsianer haben mehr erwartet. Quelle: Reuters
Das Schnäppchenportal Groupon konnte zwar den Umsatz steigern und die Verluste eindämmen, doch die Börsianer haben mehr erwartet. Quelle: Reuters

Groupon fällt es immer schwerer, neue Kunden für seine Schnäppchen-Angebote zu begeistern. Das einst steile Wachstum der Internetfirma ist im dritten Quartal weiter abgeflaut. Während die Amerikaner und Kanadier noch zuschlugen, stagnierte das internationale Geschäft beinahe. Gründer und Firmenchef Andrew Mason verwies am Donnerstag auf „anhaltende Herausforderungen in Europa“.

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Nach Bekanntgabe der Geschäftszahlen brach die Aktie nachbörslich um 15 Prozent auf 3,33 Dollar ein. Das ist ein neuer Tiefstand. Beim Börsengang vor einem Jahr hatte das Papier noch 20 Dollar gekostet. Groupon galt sogar als Wegbereiter für das Soziale Netzwerk Facebook an den Kapitalmarkt. Auch Facebooks Aktie steht im Keller, wenngleich der Absturz weniger dramatisch als bei Groupon ausfiel.

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Gewerbetreibende können bei Groupon Rabattcoupons anbieten. Der Deal kommt zustande, wenn eine bestimmte Anzahl von Interessenten zuschlägt. Das Unternehmen erhält dann einen Teil der Einnahmen. Ende September hatte Groupon 39,5 Millionen aktive Kunden.

Was die Anleger verstimmte, war das abflauende Wachstum: Im dritten Quartal setzte Groupon 569 Millionen Dollar um - das war ein Plus von 32 Prozent zum Vorjahreszeitraum. Im zweiten Quartal hatte Groupon dagegen noch um 45 Prozent zulegen können und im ersten Quartal sogar um 89 Prozent. Dabei versucht das Unternehmen fieberhaft, das Geschäft über die Rabattcoupons hinaus auszuweiten.

E-Commerce in Zahlen

  • Der Handel

    Im Jahr 2011 machte der elektronische Handel 14 Prozent am Gesamtumsatz der Unternehmen in der Europäischen Union aus. Das zeigen Daten der EU-Statistikbehörde Eurostat. In Deutschland sind die Firmen mit einem Anteil von 17 Prozent überdurchschnittlich online-affin. Die Tschechische Republik liegt mit 25 Prozent an der Spitze.

  • Der Einkauf

    Laut Studienergebnissen des IT-Verbands Bitkom kaufen bereits neun von zehn Internetnutzern Waren und Dienstleistungen im Internet ein. Demnach haben knapp 40 Prozent der User bereits Eintrittskarten für Theater, Konzerte oder Ähnliches online gekauft. Knapp darunter landet der Kauf von Flügen (38,2 %), gefolgt von Musik (36,6 %), Büchern (32,3 %) und Übernachtungen, z.B. im Hotel (30,4 %).

  • Online-Reisebüros

    Mehr als fünf Millionen Bundesbürger buchen Reisen und Hotels grundsätzlich über die Websites der Anbieter, so Ergebnisse einer Bitkom-Erhebung. Besonders beliebt ist demnach das Buchen von Hotelzimmern und Übernachtungen, womit etwa 23 Millionen Deutsche bereits Erfahrungen gemacht haben.

  • Die Produktinformationen

    Studienergebnisse des Verbands Bitkom bzw. der Statistikbehörde Eurostat zeigen, dass 70 Prozent der Deutschen Informationen über Waren und Dienstleistungen im Internet sammeln, bevor sie tatsächlich kaufen. Auch, wer Computer, Smartphones oder Flachbildfernseher im Internet ersteht, informiert sich oft bereits dort über Preise und Qualität der Produkte. Mehr als 90 Prozent der Internetnutzer suchen laut weiteren Umfrageergebnissen von Bitkom online nach entsprechenden Informationen, meist direkt bei den Shops. Mit 62 Prozent ist der Fachhandel bei der Kaufberatung deutlich abgeschlagen.

  • Die Bewertungen

    Jeder zweite Internetnutzer schaut sich Bewertungen anderer Kunden vor dem Kauf an, zeigen Daten von Bitkom. Eine direkte Auswirkung auf die Kaufentscheidung haben die Nutzerkommentare demnach bei jedem Dritten. Eigene Bewertungen zu Produkten und Dienstleistungen schreibt rund ein Fünftel der Internetnutzer.

Immerhin konnte Groupon seinen Quartalsverlust auf 3 Millionen Dollar eindämmen, nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein Minus von 54 Millionen Dollar aufgelaufen war. Groupon steckt viel Geld ins Gewinnen von Unternehmen wie Restaurants oder Dienstleistern für die Rabattangebot und das Verwalten der Schnäppchen.

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Schon seit einiger Zeit hegen die Anleger Zweifel daran, dass das Geschäftsmodell überhaupt auf Dauer funktionieren kann. Einige Konkurrenten haben bereits die Segel gestrichen. Amazon schrieb jüngst fast seine gesamte Investition in den Groupon-Rivalen LivingSocial ab.

Groupon hatte von Anfang an einen schweren Stand an der Börse. Das Schnäppchenportal verspielte viel Vertrauen durch schlampige oder allzu kreative Buchführung. Auf Druck der Börsenaufsicht SEC musste Groupon seine Geschäftszahlen mehrfach korrigieren.

 

  • 09.11.2012, 09:36 Uhrsyntaxys

    Das ist nicht verwunderlich, Groupon musste da erst mal an vielen Schrauben drehen, um Vertrauen bei Partnern, Käufern und Anlegern zurückzugewinnen. Man braucht sich da nur mal durch verschiedene Foren zu lesen, um sehr schnell zu verstehen, daß man von Groupon besser die Finger lässt. Es mag ja sein, daß viele Deals funktionieren, aber die Gefahr eines Flops ist doch sehr groß.

    Kleinunternehmer werden leider oftmals regelrecht abgezockt und an den Rand des Ruins getrieben.
    Wenn ein Unternehmer nämlich bei einem Nachlass von über der Hälfte des normalen Preises ein Kontingent von z. B. maximal 100 Gutscheinen kalkuliert und Groupon dann aber 500 Gutscheine verkauft, dann hat der Unternehmer leider ein dickes Problem am Hals. Die Schnäppchenjäger, die beim Normalpreis nie kaufen würden, beschweren sich über Lieferengpässe und der Kleinunternehmer muss z. T. monatelang auf das Geld von Groupon warten, um seine Lieferanten bezahlen zu können. Da wird durch Groupon leider viel verbrannte Erde produziert.

    Viele Anbieter von Gutscheinen suchen inzwischen Alternativen zu dem Modell von Groupon, da es sich für sie nicht rechnet. Wir produzieren mit wowjr.biz selbst ein kleines Shopsystem für den Vertrieb von Gutscheinen und Dienstleistungen, die meisten Kunden unseres Services haben mit Groupon keine guten Erfahrungen gemacht.
    Wer als Unternehmer/-in gerne selbst eigene Produkte per Gutschein vertreiben und dabei die volle Kontrolle über die Umsätze behalten möchte, macht das besser mit einem eigenen Gutscheinshop.

  • 09.11.2012, 08:55 UhrN.E

    Groupon stellt eine Gefahr für Keinunternehmer dar, die sich der Konsequenzen auf Grund von fehlender Erfahrung oft nicht bewußt sind. Diese Unternehmen sollten lieber mit "negativ Werbung" aus dem Geschäftmodell von Groupon sich darstellen. Nach dem Motto "Ich wurde von Groupon angesprochen, habe aber abgelehnt" und das dann gesammelt über des soziale Netzwerk darstellen.
    Denn die Preisabzucke von Groupon hat zur Folge das der Unternehmer die versprochene Quallität nicht liefern kann, das merkt der Kunde sich natürlich und schlägt bei diesen Unternehmen nicht mehr auf.

    Ich werde die durch Groupon vermittelten Unternehmen nicht mehr aufsuchen.
    Grüße von N.E

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