0 Bewertungen
02.11.2007 

Nach Einschätzung Moskauer Experten geht es im jüngsten Wirtschaftskonflikt zwischen Russland und dem Westen vor allem um die Gebühren für Starts und Landungen. Das russische Verkehrsministerium erklärte, die bisherigen Frachtflüge von Lufthansa Cargo über das russische Territorium mit Zwischenstopp in Astana seien in dem Regierungsabkommen beider Länder nicht vorgesehen. Aus geografischer Sicht wäre ein Zwischenstopp in Sibirien für die Lufthansa günstiger als in Zentralasien.

Die Genehmigung läuft einen Tag vor den Luftverkehrsgesprächen zwischen der EU und Russland aus, die vom 16. bis 18. November in Moskau geplant sind. Neben dem EU-Kommissar für Verkehr, Jacques Barrot, ist bei dem Treffen in Russland auch der Lufthansa- Vorstandschef Wolfgang Mayrhuber angekündigt.

Seit Wochenbeginn musste Lufthansa Cargo auf dem Weg nach Asien das Riesenreich Russland an seiner südlichen Grenze umfliegen. Das verursachte nach Konzernangaben pro Strecke anderthalb Stunden Extra-Flugweg. Pro Woche mussten 600 000 Liter Kerosin zusätzlich eingeplant werden.

Zuletzt war auf höchster politischer Ebene zwischen Deutschland und Russland um eine Lösung gerungen worden. Der Sprecher von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Ulrich Wilhelm, sagte in Berlin, er appelliere an die russischen Behörden, deutschen Frachtfliegern schnellstmöglich den Überflug wieder zu genehmigen. Außenminister Steinmeier habe mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow über das „bilaterale Problem“ gesprochen, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes.

Unmut kam in der Bundesregierung wegen einer Intervention des rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten und SPD-Vorsitzenden Kurt Beck auf. Beck soll sich bei Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (auch SPD) für die Aufhebung des deutschen Landeverbots für russische Frachtmaschinen auf dem Flughafen Hahn eingesetzt haben.

Die russische Fluggesellschaft Aeroflot fliegt mit ihren Transportmaschinen den Flughafen Hahn in Rheinland-Pfalz an. Nachdem der Lufthansa Cargo am Sonntag der Überflug russischen Territoriums untersagt worden war, hatte das Luftfahrtbundesamt im Gegenzug russischen Frachtmaschinen die Landegenehmigung entzogen. Diese Entscheidung war dann wieder zurückgenommen worden.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige
Anzeige

weiterKöpfe

Keitel löst Thumann als BDI-Chef ab  Artikel in Merkliste

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) bekommt eine neue Führung. Der bisherige Präsident des wichtigsten deutschen Wirtschaftsverbandes, Jürgen Thumann, hat am Donnerstag überraschend seinen Verzicht auf eine dritte Amtszeit angekündigt. Nun setzt der Verband große Hoffnungen auf Hans-Peter Keitel. Artikel


Anzeige

Handelsblatt - Themen des Tages