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14.05.2008 
Quartalsgewinn geht deutlich zurück

Schwache US-Wirtschaft bremst Post

Der Deutschen Post machen die Finanzmarktkrise und ihre US-Expresssparte zu schaffen. Deshalb haben ihre Quartalszahlen die Analystenerwartungen nicht erfüllt. Noch in diesem Monat soll der Aufsichtsrat sich mit der Frage befassen, wie die Problemsparte zu sanieren ist.

Vor allem die Finanzmarktkrise macht der Deutschen Post und ihrem Chef Frank Appel Probleme. Foto: dpaLupe

Vor allem die Finanzmarktkrise macht der Deutschen Post und ihrem Chef Frank Appel Probleme. Foto: dpa

HB DÜSSELDORF. Zwar stieg der Umsatz leicht auf 15,7 Mrd. Euro, doch der operative Gewinn (Ebit) sank vor allem wegen Sonderaufwendungen bei der Postbank um 15 Prozent auf 851 Mill. Euro, teilte der Konzern am Mittwoch in Bonn mit. Der Konzerngewinn brach um mehr als 18 Prozent auf 407 Mill. Euro ein.

Allein die Express-Sparte mit dem verlustträchtigen US-Geschäft verbuchte im Auftaktquartal einen Ebit-Rückgang um 32 Prozent auf 21 Mill. Euro. Bis Ende des Monats will der Konzern ein Sanierungskonzept für die Sparte vorlegen, über das der Aufsichtsrat am 28. Mai beraten wirdl. Dann wolle der Konzern seine Pläne veröffentlichen, wie das US-Geschäft "sehr deutlich" verbessert werden solle, sagte Finanzchef John Allan.

"Das Quartal war in der Tat von einer schwachen amerikanischen Wirtschaft beeinflusst", erläuterte Allan. Mit den Ergebnissen der Express-Sparte sei der Konzern "nicht zufrieden". Zudem schlugen bei dem Ertragsbringer Postbank einmalige Aufwendungen infolge der globalen Finanzmarktkrise in einer Gesamthöhe von 174 Mill. Euro zu Buche. Der Gewinn vor Steuern war bei der Postbank im Zeitraum von Januar bis März im Vergleich zum Vorjahresquartal um gut ein Viertel auf 166 Mill. Euro zurückgegangen. Ohne die Einmalaufwendungen bei der Postbank sei das operative Ergebnis der Post AG vor Zinsen und Steuern (Ebit) um 6,4 Prozent auf rund eine Milliarde Euro gestiegen und liege damit innerhalb der Erwartungen, sagte Allan.

Um die Postbank ranken sich seit Monaten Übernahmespekulationen, nachdem die Konzernmutter angekündigt hatte, neu über die Zukunft des Instituts nachzudenken. Eine rasche Entscheidung sei aber nicht zu erwarten, bekräftigte Allan. Das Institut entwickele sich gut, es bestehe kein Handlungsdruck.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Analysten hatten sich mehr versprochen

Negativ schlug sich in der Quartalsbilanz der Post auch das in diesem Jahr frühe Osterfest nieder - damit fehlten im Vergleich zum Vorjahr zwei Arbeitstage. Dieser Effekt soll aber im zweiten Quartal wieder wettgemacht werden. Die Geschäfte hätten sich im April gut entwickelt, betonte Allan.

Insgesamt verfehlte die Post mit ihren Zahlen für das erste Quartal die Erwartungen von Analysten. Diese hatten im Schnitt einen Umsatz von 15,98 Mrd. Euro, ein Ebit von 930 Mill. Euro und einen Gewinn nach Minderheiten von 456 Mill. Euro vorausgesagt.

Die Post betonte, sie sei sich der Unsicherheiten hinsichtlich der weltweiten Konjunktur bewusst und sehe "zu diesem Zeitpunkt" keinen Grund, von ihrer Jahresprognose abzurücken. Sie erwarte für 2008 weiterhin ein Ebit von rund 4,2 Mrd. Euro vor Einmaleffekten. Allan schloss aber nicht aus, dass der Bonner Konzern seinen Ausblick "noch oben oder nach unten" ändern könnte. Dies hänge von der Entwicklung der Weltkonjunktur ab, sagte er. Der Konkurrent Fedex hatte Anfang Mai seine Gewinnerwartung wegen des hohen Ölpreises und der lahmenden US-Konjunktur gesenkt.

Wenig Auswirkungen spürt die Post bisher durch die vollständige Liberalisierung des Briefmarktes in Deutschland. Allan sagte, der Ex-Monopolist habe sogar leicht Marktanteile dazugewonnen. "Der Nettoeffekt der Liberalisierung ist sehr, sehr bescheiden." Die vorläufigen Zahlen in diesem Segment nannte er sehr "ermutigend".

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