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16.01.2007 

Weber rekonstruiert beispielsweise den 24. April 2001 minutiös. Corti und sein Finanzchef Georges Schorderet sitzen im Schwitzkasten der Banken. Sie verhandeln mit der Citibank, der Credit Suisse und der Deutschen Bank über einen neuen Milliardenkredit. Schorderet fragt bei dem Bankenkonsortium an, ob die Swissair-Führung bei der am nächsten Tag anstehenden Generalversammlung darüber reden darf, dass der Milliardenkredit vereinbart sei. Bislang hatten die Beteiligten Stillschweigen vereinbart.

Um 20.36 Uhr rattert über das Fax-Gerät in der Swissair-Zentrale in Kloten der Finanzierungsvorschlag des Bankenkonsortiums. Wegen der kritischen Finanzlage des Konzerns bestehen die Institute auf weitgehenden Sicherheiten. Also, folgert Staatsanwalt Weber, beinhalte das Fax lediglich eine „Absichtserklärung“.

Corti berichtet den Aktionären am nächsten Vormittag dennoch: „Wir haben, ich darf Ihnen das heute sagen, mit drei führenden internationalen Großbanken ein Agreement erzielt für die Errichtung einer neuen Kreditlinie (...), und damit ist auf alle Fälle sichergestellt, dass wir nun die Sanierung der Gruppe in Angriff nehmen können, ohne dass die Liquidität als solche gefährdet ist.“ „Tatsachenwidrig“ nennt Weber das und baut darauf seine Anklage auf: Diese Aussage sei geeignet gewesen, Anleger zu „schädigenden Vermögensdispositionen“ zu veranlassen.

Einer, der das Geschehen im Gerichtssaal aufmerksam verfolgen wird, ist Christoph Chandiramani. Der Mann mit dem breiten Schnauzbart und den langen Koteletten gehört zu den Verlierern der Pleite. Er ist so etwas gewesen wie der Bote, der schlechte Nachrichten überbringt und dafür bezahlen muss.

In der Antike wurde der Bote geköpft. Der Credit-Suisse-Analyst Chandiramani wurde entlassen. Er hatte am Morgen des 6. Juli 2000 sieben Zeilen über die Swissair im Internet veröffentlicht. Da stand, dass bei der Fluggesellschaft ein Verlust von einer halben Milliarde Franken zu erwarten sei.

Lesen Sie weiter auf Seite 4: Swissair wird Opfer ihrer eigenen „Hunter-Strategie“.

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