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Seegüterumschlag: Hafenbetreiber auf hartem Sparkurs

Mit Kurzarbeit und Investitionskürzungen reagieren die großen Seehafen-Logistiker BLG Logistics, Eurogate und HHLA in Bremen und Hamburg auf die Krise. Von Arbeitsplatzabbau ist trotz starker Rückgänge beim Seegüterumschlag vorerst aber noch keine Rede.

von Markus Fasse und Axel Granzow
Auch im Hamburger Hafen wird gespart. Quelle: dpa
Auch im Hamburger Hafen wird gespart. Quelle: dpa

MÜNCHEN/DÜSSELDORF. "Die Zeiten, in denen die Branche Jahr für Jahr neue Rekorde melden konnte, sind nun leider vorerst beendet. 2009 wird ein schwieriges Jahr", sagte BLG-Chef Detthold Aden. Dennoch rechnet er zum Jahresende mit einem positiven Ergebnis, auch wenn der Dienstleister mit starken Standbeinen im Automobil- und Containerumschlag im ersten Quartal wegen des Einbruchs beim Autoabsatz rote Zahlen geschrieben hat.

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Der Umsatz stieg dem Geschäftsbericht zufolge im vergangenen Jahr um 8,2 Prozent auf 962,6 Mio. Euro. Der Gewinn vor Steuern erhöhte sich um 6,8 Prozent auf 83,6 Mio. Euro. Unter dem Strich erzielte BLG einen Jahresüberschuss von 74,5 Mio. Euro (2007: 68,1 Mio.).

Vor allem im Containerbereich bekomme BLG die Krise zu spüren, sagte Aden. So hätten die deutschen Terminals im ersten Quartal ein Minus von 17 Prozent verzeichnet. Beim Autoumschlag sei das Volumen um die Hälfte gesunken. Dies mache sich auch in der Autoteilelogistik bemerkbar. Damit seien die stärksten Geschäftsfelder von BLG betroffen.

Zwar leiden nach Adens Angaben alle Sparten unter dem Abschwung. Die Handelslogistik laufe aber vergleichsweise stabil. Die größten Kunden sind Tchibo, Ikea, Konica-Minolta und Griesson-de Beukelaer. Auch von der Abwrackprämie profitiere die BLG – in den Technikzentren, in denen Kleinwagen aufbereitet werden, sowie bei den Automobiltransporten per Schiene und auf der Straße. Deshalb will der Konzern in diesem Jahr keinen seiner weltweit 15 800 Mitarbeiter entlassen. Mehr als die Hälfte davon arbeiten in Bremen und Bremerhaven. Stattdessen will er die Wachstumspause mit Hilfe von Arbeitszeitkonten, vorgezogenen Urlaubstagen und Kurzarbeit abfedern. Von Juni an sollen bis zu 700 Beschäftigte im Autoumschlag weniger arbeiten, im Juli könnten dann 300 Verwaltungsangestellte folgen.

Außerdem überprüft die Unternehmensführung zurzeit die für 2009 geplanten Investitionen von 195 Mio. Euro. „Die werden wir voraussichtlich halbieren“, sagte Aden. Generell blicke der Konzern zuversichtlich in die Zukunft. „Der Welthandel ist nicht tot, er läuft nur schleppend“, betonte Aden. Er geht davon aus, dass die Konjunktur im Spätherbst wieder anziehen wird und rechnet daher trotz Krise 2009 mit einem positiven Ergebnis.

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