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22.03.2008 
Arcandor

Sonne, Strand... und Baustellen

von Sven Prange

Thomas Middelhoff hat den ehemaligen Karstadt-Quelle -Konzern gründlich umgekrempelt - Aber viele Fragen sind noch unbeantwortet. Zum Beispiel die nach der Zukunft der Thomas-Cook-Flugtochter Condor. Und auch die Warenhäuser sind längst nicht über den Berg.

Erfolgreich, aber noch nicht am Ziel: Thomas Middelhoff. Foto: dpaLupe

Erfolgreich, aber noch nicht am Ziel: Thomas Middelhoff. Foto: dpa

DÜSSELDORF. Als Thomas Middelhoff am 12. Mai 2005 sein Büro an der Essener Theodor-Althoff-Straße bezog, stand er vor einem Scherbenhaufen. Das Geschäftsmodell von Karstadt -Quelle, wie das Unternehmen seinerzeit hieß, war veraltet, die Kunden liefen davon, es drohte die Zahlungsunfähigkeit. Middelhoff, herbeigerufen von Großaktionärin Madeleine Schickedanz, sollte den Essener Waren- und Versandhauskonzern retten.

Die Konzernstruktur, das Geschäftsmodell, der Name: kein Stein ist seitdem auf dem anderen geblieben. Über 1,6 Mrd. Euro hat Middelhoff sich den Umbau kosten lassen. Nur die Adresse blieb gleich. Middelhoff hat aus dem Traditionsunternehmen eine der größten Baustellen des Landes gemacht - und noch ist offen, ob daraus am Ende ein vorzeigbares Werk entsteht. Die Zeit jedenfalls wird für den umtriebigen Manager knapp: Ende des Jahres möchte er den Konzern, der jetzt Arcandor heißt, verlassen.

Ein enges Zeitfenster hat den Mann mit der stets gleich streng zurückgekämmten Frisur noch nie gestört. In nur drei Jahren hat der 54-Jährige den maroden Waren- und Versandhauskonzern mit angeschlossener Touristikbeteiligung zu einem Touristikkonzern verwandelt, bei dem die Handelsaktivitäten zunehmend in den Hintergrund treten. Das Geschäftsmodell beruht auf drei Säulen: den Karstadt-Warenhäusern, dem unter Primondo zusammengefassten Versandhandelsgeschäft und der Touristik-Tochter Thomas Cook. Als Middelhoff vor drei Jahren in Essen anfing, machte das Unternehmen 88 Prozent seiner Umsätze im Handel. Heute steuert das Touristikgeschäft mit gut 60 Prozent den Großteil zum Gesamtumsatz bei.

Während der Handel weiter kriselt, sorgen die Sonne-, Strand- und Meer-Aktivitäten der Essener für ein einträgliches Wachstum. Allein dem guten Ergebnis von Thomas Cook hat Arcandor seine Rückkehr in die schwarzen Zahlen im vergangenen Geschäftsjahr zu verdanken.

Middelhoff hat den Anteil an dem Touristik-Konzern seit seinem Amtsantritt konsequent auf heute 52 Prozent ausgebaut. Durch die Einverleibung des Konkurrenten Mytravel gewann dieser Geschäftsbereich im vergangenen Jahr weiter an Bedeutung.

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