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Sparkurs beendet: Deutsche Bahn will 70.000 neue Stellen schaffen

Für Bahnchef Rüdiger Grube ist es vorbei mit der Bescheidenheit: Nicht nur die Umsätze sollen kräftig steigen, sondern auch die Investitionen. Doch auch Tausende neuer Mitarbeiter lösen nicht alle Probleme.

Bahn-Chef Rüdiger Grube will den Weg bzw. die Bahn frei machen für mehr Umsätze, mehr Investitionen und mehr Mitarbeiter. Quelle: dapd
Bahn-Chef Rüdiger Grube will den Weg bzw. die Bahn frei machen für mehr Umsätze, mehr Investitionen und mehr Mitarbeiter. Quelle: dapd

DüsseldorfRüdiger Grube lässt die Muskeln spielen. "In den nächsten fünf Jahren werden wir auf mindestens 45 Milliarden Euro Umsatz kommen. Das ist greifbar nahe." 34 Milliarden waren es im vergangenen Jahr, 29 Milliarden im Vorjahr - Tendenz weiter steigend: Im ersten Halbjahr 2011 kam die Deutsche Bahn schon auf fast 19 Milliarden Umsatz, mit zweistellig steigenden Zuwächsen gegenüber dem Vorjahr.

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In vergleichbaren Dimensionen bewegen sich die Investitionen: Sie bezifferte Bahnchef Grube mit rund 46 Milliarden Euro. Nach langen Jahren einer rigorosen Sparpolitik mit Einstellungsstopps quer durchs Unternehmen braucht der Bahnchef jetzt für mehr Geschäft deutlich mehr Personal. Rund 7000 Mitarbeiter sollen pro Jahr in den kommenden zehn Jahren eingestellt werden. "Aus der Restrukturierungswelle wird eine Rekrutierungswelle", sagte Grube. Das hat die Bahn bitter nötig, denn ihre Belegschaft altert.

Das Durchschnittsalter liegt internen Angaben zufolge bei 46 Jahren. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels, sinkender Schülerzahlen und des wachsenden Fachkräfte- wie Ingenieurmangels rührt Grube deshalb kräftig die Werbetrommel für den Arbeitgeber Bahn. "50 Prozent meiner Zeit werde ich mir künftig für die Mitarbeiter nehmen", sagte er. Er will sie landauf, landab vor Ort aufsuchen. Eine neue Unternehmenskultur soll entstehen. Nach der harten Zeit der Sanierung, nach Pleiten, Skandalen und dem abgesagten Börsengang brauche die Bahn endlich wieder ein gutes Image, um für neue Mitarbeiter attraktiv zu werden.

Gestern verkündete Grube in Köln stolz, dass zum 1. September 4000 Berufsanfänger - Auszubildende, Praktikanten, Studierende - ihren Dienst bei der Bahn begonnen haben, ein Fünftel mehr als im Vorjahr: "Mit nun insgesamt mehr als 10.000 Nachwuchskräften in Deutschland übernehmen wir gesellschaftspolitische Verantwortung für die junge Generation." Weit mehr als 90 Prozent der Neuanfänger würden nach der Ausbildung übernommen.

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