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02.01.2009 
Intersport

Sporthandel trotzt der Flaute

von Martin Buchenau und Joachim Hofer

Ski und Rodel gut - und in den Sportgeschäften knallen die Sektkorken: Für den größten europäischen Sporthandelsverbund Intersport läuft das Geschäft glänzend. Intersport schließt 2008 mit Rekordumsatz ab - ein Einbruch ist nicht in Sicht.

Ein kalter Winter ist für den Verkauf von Skiern und Wintersportkleidung ideal. Foto: ArchivLupe

Ein kalter Winter ist für den Verkauf von Skiern und Wintersportkleidung ideal. Foto: Archiv

HEILBRONN/MÜNCHEN. "Wir haben das beste Jahr der Unternehmensgeschichte hinter uns", sagt Intersport-Chef Klaus Jost dem Handelsblatt. Die Heilbronner Genossenschaft hat ihren Umsatz im vergangenen Jahr um mehr als sechs Prozent auf über 2,4 Mrd. Euro gesteigert.

Besonders bemerkenswert: Trotz der vielen Schreckensmeldungen aus der Wirtschaft hielten sich die Kunden auch im Dezember nicht mit ihren Einkäufen zurück. Die Einnahmen der Intersport-Händler in ihren 1 400 Geschäften legten im Weihnachtsgeschäft um rund sechs Prozent zu. Insgesamt verbuchte der Handel in Deutschland nach Angaben des Branchenverbands HDE im Dezember ein Umsatzplus von nur rund einem Prozent.

Jost führt die höheren Erlöse der Intersport-Mitglieder einerseits auf das gestiegene Gesundheitsbewusstsein der Deutschen zurück. Andererseits hätten die Fachhändler auch von der Schwäche der Warenhausketten Karstadt und Kaufhof profitiert. Jost: "Wir haben unseren Marktanteil um einen Prozentpunkt auf 34 Prozent ausgebaut." Wichtigster Wettbewerber von Intersport ist der ebenfalls genossenschaftlich organisierte Verbund Sport 2000.

Der gesamte Sportartikelmarkt in Deutschland ist im Jahr 2008 um rund drei Prozent auf 7,1 Mrd. Euro gewachsen. Das ist beachtlich im Vergleich zu anderen Branchen. Die Hersteller von Unterhaltungselektronik etwa gehen laut ihrem Industrieverband GfU von einem Umsatzplus von zwei Prozent aus.

Allerdings geht die Wirtschaftskrise auch an der Sportindustrie nicht ganz spurlos vorüber. "Es ist eine allgemeine Verunsicherung und Zurückhaltung der Konsumenten zu spüren", sagte jüngst Herbert Hainer, Chef des Sportkonzerns Adidas, in einem Interview. Die Menschen verhielten sich aber von Land zu Land ganz unterschiedlich. Am wenigsten Lust aufs Einkaufen haben nach Ansicht des Sportmanagers die Amerikaner, Engländer und Spanier. Diese Nationen sind von der globalen Rezession am schlimmsten getroffen. Dem deutschen Sporthandel ist es jedoch auch in der Vergangenheit immer wieder gelungen, sich von einem schlechten konjunkturellen Umfeld abzukoppeln. "Die Leute tun dann mehr, um fit zu bleiben", sagt Intersport-Chef Jost.

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