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Standard & Poor's: Der geheimnisvolle Schrecken aller Schuldner

Nach der Drohung, die Kreditwürdigkeit Deutschlands und die anderer Euro-Länder herabzustufen, sieht sich Standard & Poor's einem Sturm der Entrüstung ausgesetzt. Und der Frage: Wie arbeitet die Ratingagentur?

Ratingriese: Zentrale von Standard and Poor's in New York. Quelle: dpa
Ratingriese: Zentrale von Standard and Poor's in New York. Quelle: dpa

DüsseldorfWenn Standard & Poor’s (S&P) den Daumen senkt, kann das die Märkte erzittern lassen. Deshalb hat es für mächtig Aufregung gesorgt, dass die Ratingagentur am Montagabend mit der Herabstufung von Deutschland und 14 anderen Ländern der Euro-Zone gedroht hat. Denn S&P ist nicht irgendwer, sondern zusammen mit Moody’s Branchenführer. Beide Unternehmen kontrollieren den Weltmarkt mit einem Anteil von je 40 Prozent. Sie beurteilen die Fähigkeit und den Willen von Schuldnern, Außenstände zu begleichen. 

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Doch so gewaltig ihr Ruf ist - ein Riese ist S&P bei näherer Betrachtung gar nicht. Das Unternehmen mit Sitz in New York ist eine hundertprozentige Tochter des von Harold W. McGraw III geführten Medienkonzerns McGraw-Hill, der im US-Aktienindex S&P 500 gelistet ist und sich in Streubesitz befindet. Die Ratingagentur beschäftigt 10.000 Mitarbeiter in Büros in mehr als 20 Ländern. Das entspricht knapp der Hälfte der Konzernbelegschaft. Sie steuerte im vergangenen Jahr mit 1,7 Milliarden Dollar gut ein Viertel zum Konzernumsatz bei und erwirtschafteten mit 762,4 Millionen Dollar mehr als die Hälfte des operativen Gewinns.

S&P, Moody's, Fitch & Co Die mächtigen Ratingagenturen im Überblick

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Die „unter Beobachtung gestellten“ Ratings der Euro-Länder haben S&P gewaltige Kritik eingebracht. Und es ist nicht das erste Mal, dass die Agentur unter Beschuss steht. Im November hatte sie Frankreich die Top-Bewertung „AAA“ bereits entzogen – für eine Stunde und 43 Minuten. So viel Zeit verging zwischen der Falschmeldung, die lapidar mit einem Programmierfehler begründet wurde, und der Korrektur. Ein Regulierer warf ihr daraufhin vor, einen „Atomkrieg ausgelöst“ zu haben.

Sercan Eraslan, ein Anleiheanalyst der WestLB, sagt: „In meinen Augen war das entweder ein Test, wie die Märkte auf eine Herabstufung Frankreichs reagieren würden oder tatsächlich ein signifikanter Fehler, wie er eigentlich nicht passieren darf.“ Jean-Pierre Jouyet, Chef der französischen Finanzaufsicht, pflichtet bei, Akteure wie S&P „müssen in der Lage sein, einen derartigen Vorfall zu vermeiden“. Eraslan sagt: „Ich kann mir gut vorstellen, dass es ein Test war.“ Das Ergebnis jedenfalls war fatal: Schlagartig lagen die Kreditzinsen Frankreichs um 1,7 Prozentpunkte über dem Zinsniveau, das Deutschland zahlen muss – ein historischer Rekord.

  • 08.12.2011, 08:35 UhrAnonymer Benutzer: Logo23

    Die wirkungslose Herabstufung der USA ist mit nichts zu vergleichen. Die USA können sich dank der Weltwährung US $ unbegrenzt verschulden und sind für Investoren die „letzte Zuflucht“.
    Anders ist es in Europa: Hier richten die Rating-Agenturen erheblichen wirtschaftlichen Schaden an und haben sich zudem als Oberregierung daran gemacht, die gewählten Organe zu erpressen. Es mag ja sein, dass das zu einem positiven Ergebnis führt. Es kann aber auch sein, dass das politische Establishment der USA lediglich versucht, den Euro zu zerstören. Auf jeden Fall sollte bei den Verantwortlichen der EZB, der anderen Zentralbanken und bei den übrigen Institutionen die Alarmglocke klingeln. Hier haben diese Naivlinge es blauäugig geschafft, Europa in die totale politische Abhängigkeit von den USA zu manövrieren. Auf dem Fußballplatz würde man sagen: Mehr Eier meine Herren !

  • 07.12.2011, 18:31 Uhrizh000


    Was soll die aufwendige Berichterstattung um die Ratingagenturen? Alle vorliegenden Firmen sind dem amerikanischen Propagandaapparat zuzuordnen. Ihre Arbeitsweise? Denkt einige Wochen zurück: Dexia-Bank. Wie haben die Analysten sie kurz vor dem Kollaps eingestuft? Genau. Es handelt sich um eine gesteuerte und für amerikanische Interessen eingesetzte Ansammlung von Analysten, die niemand braucht.

    Man sollte anfangen, das wirtschaftliche Leben ohne sie zu gestalten - ihre Analysen sind im Zweifel ohnehin nichts wert.

  • 07.12.2011, 18:03 UhrLe-h-r-tasche

    HIN UND HER MACHT ANDERN LEUTS TASCHEN LEER!
    Der in der Überschrift deklarierte Hinweis
    auf die Arbeitsmethodik und Arbeitsmittel
    wird im Artikel nicht weiter erläutert.
    Deshalb erlaube ich mir zu ergänzen:
    Für die Boards der FI-MO-STAPO ist es
    25jähriger Whiskey,
    50jähriger Cognac und
    75jähriger Rum.
    DER WELT DEN GERECHTEN ZINS FÜR SCHULDEN
    VORZUGAUKELN IST DIE HAUPTAUFGABE DIESER
    INSTITUTIONEN!
    (Dabei ist der gerechte Zins relativ einfach
    zu berechnen, linear und dürfte so bei etwa
    0,1 Prozent zu liegen kommen)

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