Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport plant, sich an weiteren Flughäfen im Ausland zu beteiligen. Mit Investitionen in China möchte das börsenorientierte Unternehmen von dem Luftverkehrsmarkt profitieren, der am schnellsten wächst.
Eine Flugzeug verlässt den Flughafen Frankfurt. Der Betreiber Fraport plant weitere Beteiligungen im Ausland. Foto: AP
FRANKFURT. "Nachdem wir im vergangenen Jahr bereits 24,5 Prozent der Anteile am Flughafen von Xian erworben haben, haben wir jetzt eine Absichtserklärung über eine zweite Flughafenbeteiligung in China unterzeichnet und eine dritte mit einem weiteren chinesischen Flughafen ist in Vorbereitung", sagte Fraport
-Vorstandschef
Wilhelm Bender dem Handelsblatt. Es handele sich um einen Airport der ersten Liga. Einen Namen nannte er noch nicht, weil mit dem Partner Stillschweigen vereinbart worden sei.
Fraport
Infografik: Fraports Beteiligungen an ausländischen Flughäfen
Fraport
China ist der Luftverkehrsmarkt, der weltweit am schnellsten wächst. Die Zahl der Flugpassagiere stieg in der Volksrepublik im vergangenen Jahr um 16 Prozent auf rund 185 Millionen. Um das nationale und internationale Flugaufkommen in den Griff zu kriegen, will die chinesische Zentralregierung bis zum Jahr 2020 rund 100 neue Flughäfen bauen lassen.
Um internationale Standards zu erreichen, sind die Chinesen dabei laut Bender daran interessiert "Flughafen-Know-how einzukaufen". Jenseits von China hat Bender Osteuropa und Indien im Blick. Auf dem Subkontinent ist Fraport
bereits am Flughafen von Delhi beteiligt.
"Das Engagement im Ausland ist grundsätzlich zu begrüßen", sagt Analyst Ulrich Horstmann von der Bayern LB. Allerdings stünden den Wachstumschancen auch Risiken gegenüber wie durch die politischen und rechtlichen Unsicherheiten in den Ländern Asiens. Auch dürfte sich Fraport
im Ausland nicht verzetteln.
Lesen Sie weiter auf Seite 2: "Wir sind einer der bestgerüsteten Airports für die A 380"
Fraport
Der Rhein-Main-Airport hat 2007 trotz einer weitgehenden Auslastung der Kapazitäten bei den Passagieren noch einmal um 2,6 Prozent auf 54,2 Millionen Fluggäste zugelegt und damit zwar eigene Prognosen übertroffen. Doch konnte Frankfurt vom allgemeinem Luftverkehrsboom in Deutschland mit einem Wachstumsschub von sechs Prozent nur teilweise profitieren, da kaum noch zusätzliche Starts und Landungen möglich sind. Die Nummern zwei bis fünf der deutschen Flughäfen, München, Düsseldorf, Berlin-Tegel und Hamburg, profitierten überdurchschnittlich.
Die Einschränkungen im Nachtflugverkehr, die Frankfurt im Zusammenhang mit der Genehmigung der neuen Nord-West -Bahn
hinnehmen musste, will Fraport
akzeptieren. "Das ist der politische Preis dafür, dass wir künftig tagsüber 50 Prozent mehr Kapazität haben", sagte Bender. Die Klagen von Lufthansa,
dem Ferienflieger Condor sowie Tuifly gegen die Nachtflug-Beschränkungen will Bender nicht unterstützen.
Stattdessen rüstet sich der Frankfurter Flughafen für das größte Passagierflugzeug der Welt. Am 16. März wird Fraport
in Frankfurt zwischen den Terminals 1 und 2 gemeinsam mit Lufthansa
einen Komplex mit zusätzlichen Fluggast-Abfertigungsanlagen eröffnen, die speziell auf das Großraumflugzeug A380 abgestimmt sind. Bender rechnet damit, dass wöchentlich bis zu 25 der Super-Airbusse andocken werden: "Wir sind einer der bestgerüsteten Airports für die A 380".
Einer Kooperation mit anderen deutschen Flughäfen, die jüngst erst wieder durch Investoren wie den Baukonzern Hochtief
ins Gespräch gebracht worden war, steht der Fraport
-Chef
unter der Prämisse des Führungsanspruchs grundsätzlich offen gegenüber. "Wir sind unverändert daran interessiert, Gespräche mit dem Flughafen Köln-Bonn zu führen. Eine Zusammenarbeit könnte interessante Chancen für beide Flughäfen bieten", sagte Bender.
Eine Kooperation ist auch für Michael Garvens, Chef des ehemaligen Regierungsflughafens Köln-Bonn, denkbar. "Eine Kooperation mit dem Flughafen Frankfurt wäre für uns interessanter als zum Beispiel mit Düsseldorf", erklärte Garvens auf Anfrage des Handelsblatts. Das ausgeweitete Nachtflugverbot in Frankfurt etwa könnte nach dem Expressdienst Fedex
auch die dort noch aktiven Ferienfluglinien Condor und Tuifly nach Köln-Bonn treiben.

