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12.12.2007 

Er hat Gerichtsprozesse durchgefochten und sich mit der gesamten deutschen Apothekerschaft angelegt. Alles, um seine Versandapotheke DocMorris aufzubauen. Doch nun ist von dem Medikamenten-Lieferservice aus dem niederländischen Heerlen kaum noch etwas zu hören. Stattdessen eröffnen Ralf Däinghaus und sein Vertriebsvorstand Thomas Schiffer nun im Wochentakt richtige, stationäre Apotheken mit dem grünen Kreuz, dem DocMorris-Logo.

Gemeinsam mit Sanicare aus dem niedersächsischen Bad Laer und der Europa Apotheek, die ebenfalls von den Niederlanden aus nach Deutschland liefert, zählt DocMorris zwar zu den Branchenführern im Arzneiversand. Doch allzuviel gibt der Markt nicht mehr her. Auf ein bis zwei Prozent Marktanteil am deutschen Apothekenmarkt (Gesamtumsatz: etwa 35 Milliarden Euro) bringen es die Pillenversender derzeit. Vielleicht werden daraus auch noch fünf, sechs Prozent. Doch das Potenzial im Pillenversand ist begrenzt: Die Bestellung lohnt sich nur für chronisch kranke Menschen, die regelmäßig und reichlich Medikamente brauchen. Oder für Kunden, die sich Potenzpillen lieber diskret nach Hause liefern lassen, statt in der Apotheke danach zu fragen.

Die jüngste Untersuchung der Stiftung Warentest dürfte auch nicht die Begeisterung steigern: Zwar fiel der Test für Sanicare und DocMorris positiv aus, brachte aber in der Gesamtheit ernüchternde Ergebnisse. Die Beratung der Versandapotheken sei nicht wirklich gut, befanden die Tester.

Ein anderer Vorwurf: „Der Versandhandel ist ein Einfallstor für Arzneimittelfälschungen. Die Verbraucher können nicht unterscheiden, ob es sich um einen seriösen Anbieter oder um einen unseriösen Anbieter, etwa aus Honduras, handelt", sagt Wilfried Hollmann, der Vorstandschef der Pharmagroßhändlers Noweda.

„Die unseriösen Angebote von den seriösen zu unterscheiden dürfte für den Verbraucher teilweise schwierig sein", heißt es auch beim Bundeskriminalamt, das Arzneimittelfälschungen für ein „tendenziell zunehmendes Phänomen" hält. Was in den Viagra-Pillen solcher Anbieter dann wirklich steckt, ist Glückssache.

Die Lage, so das Bundeskriminalamt, solle aber „mit Augenmaß" beurteilt werden: Die Internet-Apotheken der „legalen Verteilerkette" seien grundsätzlich genauso sicher wie die physisch existenten Apotheken.


Quelle: Wirtschaftswoche, Nr. 49, 03.12.2007

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