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12.12.2007 

Der Stuttgarter Konzern (Gesamtumsatz 21,6 Milliarden Euro) betreibt bereits in Norwegen, Großbritannien, den Niederlanden, Irland, Tschechien und Belgien Apothekenketten. Für Deutschland hat Vorstandschef Fritz Oesterle vorgesorgt. „Celesio wird in der Lage sein, beim Preis und beim Service gegen Discounter zu punkten“, verspricht er schon mal. Da Celesio der Ruhr-Dynastie Haniel (geschätztes Familienvermögen: etwa 15 Milliarden Euro) gehört, darf spekuliert werden, dass konzerneigene Pharmazien bald auch bei Metro oder der Tochter Real eröffnen – an dem Handelskonzern ist Haniel beteiligt. Oesterle, der auch im Haniel-Vorstand sitzt, mag dies nicht kommentieren.

Der härteste Konkurrent von Celesio ist ein anderer Pharmagroßhändler: Phoenix gehört zum Imperium des schwäbischen Multimilliardärs Adolf Merckle (geschätztes Vermögen: 12,8 Milliarden Dollar), dem so unterschiedliche Unternehmen wie Ratiopharm (Medikamente), Kässbohrer (Pistenbullys) und HeidelbergCement (Bau) gehören. Wie Celesio hat auch Phoenix reichlich Erfahrungen mit Apothekenketten im Ausland, etwa in Norwegen, Estland und Russland. Für das vergangene Geschäftsjahr wies der Pharmahändler 20,7 Milliarden Euro Umsatz aus; allein in Deutschland sind es knapp sechs Milliarden. Damit ist Phoenix der größte deutsche Medikamentengroßhändler – während Celesio in Europa die Nase vorn hat.

Auf den Aufbau einer deutschen Apothekenkette scheint Phoenix gut vorbereitet zu sein: Hierzulande unterhält der Großhändler enge Lieferbeziehungen zum Marketing Verein Deutscher Apotheken (MVDA) – einer Kooperation von etwa 1 500 Apotheken, die unter der Dachmarke Linda firmieren. Die Linda-Apotheken geben eine Kundenzeitschrift heraus, bieten eine eigene Produktreihe (Prima) an und nutzen das Bonusprogramm Payback.

Linda investiert inzwischen auch in Fernsehwerbung, erst kürzlich startete ein neuer Spot. „Gerade das Linda-Konzept könnte im Ernstfall schnell scharf gestellt und in eine Kette umgewandelt werden“, sagt ein Wettbewerber. Linda-Sprecher Wolfgang Müller, selbst Apotheker, sieht das allerdings differenzierter: „Linda steht für die inhabergeführte Individualapotheke, hat aber eine Nähe zu Phoenix als Hauptlogistikpartner.“

„Wenn das Fremdbesitzverbot fällt, sind bis 2012 die heute 1 500 Linda-Apotheken von Phoenix übernommen worden“, glaubt Sempora-Berater Brodtkorb. Allerdings habe sich bis dahin der Name geändert: Statt Linda, womit die Patienten nie viel anfangen konnten, könnten die Phoenix-Apotheken dann, ähnlich wie in Norwegen und Estland, „Apotheke 1“ heißen.

Es sind aber nicht nur Pharmagroßhändler, die auf den Startschuss warten. Auch Schlecker, so berichten Insider, will künftig im Medikamentenmarkt mitmischen. Bislang verkauft der Drogerie-Discounter etwa Magnesium- und Vitamintabletten im Regal. Vor einigen Wochen hat das Regierungspräsidium Tübingen dem Apotheker Klaus Hübner, der dem Unternehmen Schlecker nahesteht, eine Lizenz für einen Pharmagroßhandel erteilt.

Lesen Sie weiter auf Seite 7: Die Drogeriekette DM geht ihren eigenen Weg.

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