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12.12.2007 

In der Branche wird spekuliert, dass der Drogist künftig von den Niederlanden aus eine Versandapotheke betreiben will. Etliche Medikamentenhersteller habe Schlecker bereits angesprochen, einen Katalog mit rezeptfreien Pillen vorbereitet und die Rabatte schon mal auf „maximal 20 bis 25 Prozent“ taxiert, heißt es. „Pläne für eine Versandapotheke kann ich nicht bestätigen“, sagt ein Sprecher des Unternehmens dazu. Denkbar auch, das Schlecker eigene Apotheken aufbaut. Eine offizielle Bestätigung gibt es dafür freilich auch nicht. Immerhin gehören dem Unternehmen aus dem baden-württembergischen Ehingen bereits fünf Apotheken in Tschechien.

Die Drogeriekette DM, nach Schlecker die Nummer zwei in Deutschland, geht einen anderen Weg: In über 80 nordrhein-westfälischen Filialen löst dm Rezepte ein. Die entsprechenden Pillenpackungen lässt sich dm von der niederländischen Versandapotheke Europa Apotheek liefern. Die Kunden, so heißt es in der Branche, können sich so schon mal daran gewöhnen, künftig auch rezeptpflichtige Arzneien in der Drogerie zu erwerben. Ob solche Rezeptsammelstellen überhaupt juristisch statthaft sind, muss das Bundesverwaltungsgericht allerdings noch entscheiden.

Um erfolgreich zu sein, müssen die Discounter aber genügend Apotheker finden, die bereit sind, für sie zu arbeiten. Viele Pharmazeuten dürften es auch künftig vorziehen, um ihre Selbstständigkeit zu kämpfen, statt für eine Kette zu arbeiten.

Von den heute rund 20 000 selbstständigen Apotheken dürften in einigen Jahren noch 8 000 übrig sein, schätzt Berater Brodtkorb. Häufig hätten sie sich dann zu lokalen Marketing- und Einkaufskooperationen zusammengeschlossen. Oder sich einem Franchise-System unter Führung von apothekennahen Großhändlern wie Anzag aus Frankfurt oder Noweda aus Essen anvertraut. Einfach, so prognostiziert der Berater, dürfte das Leben als selbstständiger Apotheker in Zukunft allerdings nicht werden. Brodtkorb wagt schon mal einen Blick in die Zukunft: „Im Jahr 2012 stehen etliche selbstständige Apotheken vor dem Verkauf an eine Kette und mehrere Hundert kurz vor der Insolvenz, da sie versucht haben, im Preiskampf gegen die Ketten zu bestehen.“

Und der Verbraucher hat bis dahin auch schon entschieden, wann er ein Medikament aus der Apotheke braucht oder ein Edekament aus dem Supermarkt.

Lesen Sie weiter auf Seite 8: Nicht überall funktioniert der Wettbewerb.

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