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14.09.2006 

Auch Gammelgemüse und verdorbene Backwaren gefunden

Bei der Räumung eines Kühlhauses in Frankfurt am Main stellte das städtische Veterinäramt nicht nur Fleisch, sondern auch kleinere Mengen von offenbar verdorbenem Fisch, Backwaren und Gemüse sicher.

Von den bislang 170 Tonnen überprüfter Ware des Frankfurter Gammelkühlhauses seien seit Montag rund 90 Tonnen Lebensmittel wegen erkennbarer Veränderungen zur weiteren Untersuchung sichergestellt worden, teilte das städtische Gesundheitsdezernat mit. Einige Stücke des teilweise aus Litauen und Frankreich stammenden Fleischbestands seien schon seit 1998 abgelaufen, erklärte das Veterinäramt. „Die Betreiber haben den Überblick verloren, was da noch liegt“, sagte Gesundheitsdezernentin Manuela Rottmann. Die Grünen-Politikerin sprach sich für eine personelle Verstärkung des Veterinäramts aus: Derzeit sei jeder der insgesamt neun Lebensmittelkontrolleure in Frankfurt für rund 840 Betriebe zuständig.

Die in Würzburg beschlagnahmten Gemüse-, Fleisch-, Fischprodukte hätten größtenteils deutliche Anzeichen von Gefrierbrand und Verderbnis aufgewiesen, erklärte ein Sprecher des dortigen Landratsamtes. Das Tiefkühlunternehmen hat nach Angaben der Behörde vor allem Unternehmen in Würzburg und aus dem Landkreis beliefert. Das Veterinäramt prüfe nun, ob die rund 126 Betriebe auch verdorbene Produkte erhalten hätten.

Auch in Südbaden wurden in einem Kühllager mehrere Tonnen überlagertes Fleisch sichergestellt. Das Wildfleisch sei teilweise bereits seit Jahren abgelaufen, teilte das Landratsamt Ortenaukreis in Offenburg mit. Das älteste Verbrauchsdatum sei mit 1999 angegeben. Wie viel der insgesamt 40 Tonnen Lebensmittel verdorben sind, stand zunächst nicht fest. Eine französische Handelsfirma mit Sitz in Straßburg hatte die Kühlkapazitäten vor zwei Monaten angemietet.

Döner-Spieße nicht ausreichend gekühlt

Auch das Haltbarkeitsdatum von mehreren Dutzend Kilo überlagertem Rinder-, Hirsch- und Schweinefleisch in einem Kühlcontainer in Speyer war nach Angaben des rheinland-pfälzischen Verbraucherschutzministeriums teilweise erheblich überschritten. In einem weiteren Kühlcontainer mit defekter Tür fanden Mitarbeiter des Landesuntersuchungsamtes zudem unzureichend gekühlte Dönerspieße sowie Geflügelfleisch und Wurst.

Die frühere nordrhein-westfälische Agrarministerin Bärbel Höhn (Grüne) forderte ein Berufsverbot für Unternehmer, die negativ aufgefallen sind. „Jemand der mit Gammelfleisch gehandelt hat, darf nie wieder in diesem Gewerbe tätig sein“, sagte die stellvertretende Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion in n-tv. „Wir haben Fälle von Leuten, die vor zehn Jahren schon dasselbe gemacht haben. Es kann nicht sein, dass wir hier Wiederholungstäter haben.“

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