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Stühlerücken: Bei Hochtief müssen wieder zwei Manager gehen

Zwei Monate nach dem angekündigten Verkauf des Hochtief-Servicegeschäfts verlassen zwei hochrangige Manager die Obergesellschaft Solutions. Der Grund: Unterschiedliche Auffassungen zur Geschäftspolitik.

Beim Baukonzern Hochtief dreht sich das Personalkarussell weiter. Quelle: dapd
Beim Baukonzern Hochtief dreht sich das Personalkarussell weiter. Quelle: dapd

EssenAus dem Vorstand der Hochtief-Tochter Solutions sind zwei Manager mit sofortiger Wirkung ausgeschieden. Die Vorstandsmitglieder Ullrich Reinke und Wolfgang Homey hätten das Unternehmen wegen unterschiedlicher Auffassungen über die Geschäftspolitik verlassen, teilte Hochtief am Mittwoch in Essen mit. Nähere Angaben dazu wollte eine Sprecherin auf Anfrage nicht machen.

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Mit dem Hochtief-Servicegeschäft hatte der spanische Konzernchef Marcelino Fernández Verdes Ende Februar wichtige Teile des Geschäfts von Solutions zum Verkauf gestellt. Etwa jeder zweite der insgesamt rund 10 000 Beschäftigten von Hochtief-Solutions wäre von den Verkaufsplänen betroffen, der größte Teil davon in Deutschland. Die Hochtief-Tochter ist innerhalb des Konzerns für das Europageschäft zuständig.

Die größten Baukonzerne Europas (nach Umsatz)

  • Platz 10

    Bilfinger Berger - 8,21 Milliarden Euro Umsatz (Stand: 2011)

    Deutschlands zweitgrößter Baukonzern schafft in Europa gerade einmal den Sprung in die Top Ten. Neben dem klassischen Baugeschäft setzen die Mannheimer auch Dienstleistungen für Industrieanlagen, Kraftwerke und Immobilien.

  • Platz 9

    FCC (Spanien) - 11,76 Milliarden Euro Umsatz

    Mit vollem Namen heißt der Konzern Fomento de Construcciones y Contratas und ist in Madrid beheimatet. Zum Portfolio gehört neben dem Baugeschäft auch die Entsorgung.

  • Platz 8

    Balfour Beatty (Großbritannien) - 12,71 Milliarden Euro Umsatz

    Bereits seit 1909 sind die Briten im Baugeschäft tätig und gehören europaweit zu den Platzhirschen. Die Londoner beschäftigen europaweit rund 30.000 Mitarbeiter.

  • Platz 7

    Skanska (Schweden) - 13,15 Milliarden Euro Umsatz

    Kaum eine Straßen, ein Kraftwerk oder Bürogebäude in Schweden ist ohne Beteiligung des skandinavischen Bauriesen entstanden. Auch international sind die Schweden aus der Kleinstadt Solna mittlerweile breit aufgestellt.

  • Platz 6

    Eiffage (Frankreich)

    Neben einigen TGV-Trassen gehört auch die Erweiterung des EU-Parlaments zu den großen Projekten des Konzerns. Beheimatet sind die Franzosen in Asnières-sur-Seine.

  • Platz 5

    Strabag (Österreich) - 14,33 Milliarden Euro Umsatz

    Aus Wien in die Welt: Die Österreicher haben in den vergangenen Jahren vor allem in Osteuropa massiv expandiert. Allein im abgelaufenen Geschäftsjahr legte der Umsatz um zwei Milliarden Euro zu.

  • Platz 4

    Hochtief (Deutschland) - 23,28 Milliarden Euro Umsatz

    Der größte deutsche Baukonzern verpasst das Treppchen nur knapp. Das dürfte angesichts der aktuellen Lage niemanden in Essen interessieren. Der Konzern steht vor der Filetierung durch seine Anteilseigner.

  • Platz 3

    ACS (Spanien) - 28,47 Milliarden Euro Umsatz

    Mit Zukäufen haben die Spanier in den vergangenen Jahren ein rasantes Wachstum hingelegt. An der Spitze des Konzerns steht Florentino Pérez., der auch Präsident des Fußballklubs Real Madrid ist.

  • Platz 2

    Bouygues (Frankreich) - 32,71 Milliarden Euro Umsatz

    Neben Immobilien und dem Straßenbau ist der Pariser Konzern Großaktionär des französischen Fernsehsenders TF1. Auch in der Telekommunikation ist der Konzern aktiv.

  • Platz 1

    Vinci (Frankreich) - 36,96 Milliarden Euro Umsatz

    Der größte Baukonzern Europas ist auch der größte Baukonzern der Welt und ist in der Kleinstadt Rueil-Malmaison nahe Paris beheimatet. Dem Konzern gehören unter anderem die Hälfte aller französischen Autobahnen.

Erst im vergangen Monat hatte der Hochtief-Konzernbetriebsrat vor einer Hängepartie durch den angekündigten Verkauf gewarnt. Für viele sei das „Maß voll“, sagt Betriebsratschef Best damals in einem Interview mit dem „Handelsblatt“. IG Bau-Chef Klaus Wiesehügel hatte zuvor vor einer Neuausrichtung auf Kosten der Beschäftigten gewarnt und einen Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen für mehrere Jahre gefordert.

Die spanische Hochtief-Mutter ACS hat im vergangenen Jahr mehr als 1,9 Milliarden Euro Verlust eingefahren und will nun vor allem ihren Schuldenberg abbauen. Der Baukonzern hatte Mitte 2011 die Mehrheit bei Hochtief übernommen. Der langjährige ACS-Manager Fernández Verdes hatte bereits kurz nach seinem Amtsantritt Ende vergangenen Jahres angekündigt, die Profitabilität bei dem Essener Unternehmen erhöhen zu wollen. Einer Zerschlagung hatte er jedoch eine Absage erteilt.

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