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Stuttgart 21: Bahn will trotz Mehrkosten nicht knapsen

Vor gut einem Jahr hat die Deutsche Bahn versichert, „Stuttgart 21“ sei gut kalkuliert worden. Dann musste sie mehr als eine Milliarde an Mehrkosten einräumen. Bahnchef Gruber will trotzdem nicht sparen.

Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn AG, Rüdiger Grube (Archivbild). Quelle: dapd
Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn AG, Rüdiger Grube (Archivbild). Quelle: dapd

BerlinTrotz erheblicher Mehrkosten schließt Bahnchef Rüdiger Grube Abstriche beim Bahnhofsprojekt "Stuttgart 21" aus. "Wir haben uns im Rahmen der Schlichtung alle Optionen angeguckt, uns als Bahn-Vorstand mit Gutachten zusätzlich abgesichert. Fest steht, dass ein Bahnhof light keinen Sinn macht", sagte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn der "Bild am Sonntag".

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Deutsche Bahn

Spekulationen darüber, dass die Mehrkosten für den Stuttgarter Tiefbahnhof an anderer Stelle eingespart werden, wies er zurück: "Mehr Geld für Stuttgart geht definitiv nicht zu Lasten eines anderen Projektes."

Stuttgart 21 habe eine eigene Finanzierung, betonte Grube. "Die Mehrkosten führen dazu, dass wir in den Jahren 2017, 2018, 2019 unsere Verschuldung etwas langsamer abbauen als geplant."

Wegen höherer Kosten „Stuttgart 21“ hält Bahn in Atem

Der Vorstand der Deutschen Bahn ist zum Rapport in den Bundestag bestellt.

Vergangene Woche hatte der Vorstand den Aufsichtsrat der Deutschen Bahn darüber informiert, dass "Stuttgart 21" sich wegen Planungsfehlern mindestens um 1,1 Milliarden auf 5,6 Milliarden Euro verteuern wird. Diese Mehrkosten wolle der Konzern selbst übernehmen.

Hinzu kämen "Risiken" in Höhe von bis zu 1,2 Milliarden Euro. Daran sollten sich der Bund, Baden-Württemberg und die Stadt Stuttgart beteiligen. Diese lehnen das aber bisher ab.

 

  • 22.12.2012, 08:29 Uhrpaul_Rode

    Wolfgang Grube wird im Eingangstext als "Gruber" genannt. Das ist wirklich peinlich!

  • 22.12.2012, 08:35 Uhrimho

    Beim, laut Bahnvorstandsmitglied Kefer, bestgeplanten und bestdurchgerechneten Bahnprojekt, hat die Bahn sich also um mehr als eine Milliarde verrechnet - peinlich!
    Dass das noch lange nicht das Ende der Fahnenstange ist, sondern die erheblichen Projektrisiken noch erhebliche weitere Kostenerhöhungen verursachen werden, ist jedem klar, nur offenbar der Bahn nicht.
    Dass die Bahn trotzdem mit dem Kopf durch die Wand will, ist unvernünftig. Das finanzielle Risiko muß die Bahn deshalb selbstverständlich ganz allein tragen.
    Viel vernünftiger wäre es allerdings, jetzt die richtigen Konsequenzen zu ziehen und auszusteigen.
    Noch ist es dafür nicht zu spät.

  • 22.12.2012, 08:44 Uhrkfvk

    Unverhofft kommt oft -- wenn alles gut geht, gibt es ja 750Mio. vom Schienenkartell. Wie angenehm, wenn jemand so unerwartet Rücklagen gebildet hat. Da gibt es sich völlig entspannt mal ein, zwei Milliarden mehr aus.
    Als Bahnkunde habe ich allerdings den Eindruck hohe Fahrpreise zahlen zu müssen, weil sich das Management einen Wunsch nach dem anderen erfüllt, ob es etwas bringt oder nicht. In Frankreich könnte man sicher für ein paar Tage einen Kundenstreik organisieren -- die Züge fahren, aber keiner fährt mit ... Das würde eventuell zu einem nachdenken führen. Aber die deutschen Kunden sind mindestens so brauchbar wie die unverhofften Rücklagen ...

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