
DüsseldorfKonquistadoren machten sich aufständische Indianer schon mal mit Glaskugeln gefügig. Und was eine makabre Historie hat, muss einen Supermarkt ja nicht schrecken: Real-Supermärkte locken Käufer heute noch gerne mit Murmeln.
Wer genug kauft, erhält Glaskugeln – zuletzt gab es Anfang des Jahres welche mit aufgedruckten Asterix-Figuren. Grund für die Offerte: Die Sammelleidenschaft der Deutschen hat sich zu dem Lockinstrument deutscher Handelsketten schlechthin entwickelt. Jenseits von Payback und Lufthansa-Meilen hortet das Land alles, was Supermärkte für treue Kunden anbieten: von Tierbildchen über Disney-Sticker bis hin zu Spielzeugen. Egal wie absurd die Sammelaktion, sie wirkt.
Die jüngste Welle hat in der vergangenen Woche der Discounter Lidl ausgelöst. Das Unternehmen lockt mit Miniatur-Monstern, die einen Saugnapf als Fuß haben („Stikeez“). In der Bild-Zeitung wird die Sammelaktion auf der Titelseite beworben, sogar einen TV-Werbespot gibt es. „Es ist das erste Mal, dass wir eine solche Aktion haben“, so eine Lidl-Sprecherin zu Handelsblatt Online.
Die Idee dahinter ähnelt dem Prinzip der Quengelware an der Kasse. „Die Sammelaktionen zielen nicht auf den Hauptentscheider“, erklärt Udo Klein-Bölting von der Marketing-Beratung Batten & Company. Eine höfliche Umschreibung dafür, dass Kinder Druck auf Erwachsene machen sollen.
Als Vorreiter für die Umsatzmasche gilt in Deutschland der Einzelhändler Rewe. Bei der Fußball-WM 2010 hatte er mit Aufklebern der Nationalspieler geworben und riesigen Erfolg. Die Kette wurde zum Gesprächsthema, egal ob Erwachsene oder Kinder – alle stürzten sich auf die Bilder. Später folgten Heile-Welt-Bilder in Kooperation mit der Umweltschutzorganisation WWF, dann Disney-Sticker und derzeit Deutschland-Motive. Mittlerweile gibt es bei Rewe beim Kauf bestimmter Produkte sogar extra Päckchen mit den Aufklebern.
„Alle unseren bisherigen Sammelsticker-Aktionen sind gut angekommen“, sagt ein Rewe-Sprecher. Pro Aktion gehen mehr etwa 100 Millionen Sammeltüten über die Ladentheke, im Falle des WWF druckte Rewe 1,7 Millionen Sammelalben – 50 Cent des Albumpreises gingen an die Naturschützer. Gibt es – neben den virtuellen – echte Tauschbörsen im Laden, gesellen sich dort Jung zu Alt.

In der Werbung für Lidl, die ich mir gestern angesehen habe, steht ganz klar, dass es für JE 15 EUR Umsatz 1 Figur gibt. Entweder hat Lidl sein Konzept - und die Werbung - geändert oder der Konzern weiß nicht, was er in der Werbung für Aussagen macht.

Gehe direkt ins Gefängnis, gehe nicht über Los ...

Laut den offiziellen Regeln ist das so, praktisch spielt es aber fast jeder anders... und die meisten legen das Geld von Aktions-Karten in die Mitte und der jenige der auf frei parken kommt bekommt das Geld.
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