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Tarifauseinandersetzungen: Lufthansa zeigt sich unnachgiebig

Die Tarifverhandlungen bei der Lufthansa sind festgefahren. Die Finanzchefin gibt sich weiterhin hart: „Wir sind bereit für neue Streiks, notfalls auch der Piloten, wenn wir dadurch unsere langfristigen Ziele erreichen.“

Bleibt die Lufthansa-Flotte bald wieder am Boden? Neue Streiks sind nicht ausgeschlossen. Quelle: ap
Bleibt die Lufthansa-Flotte bald wieder am Boden? Neue Streiks sind nicht ausgeschlossen. Quelle: ap

New YorkDie Deutsche Lufthansa zeigt sich in der laufenden Tarifauseinandersetzung unnachgiebig. „Wir sind bereit für neue Streiks, notfalls auch der Piloten, wenn wir dadurch unsere langfristigen Ziele erreichen“, sagte Finanzchefin Simone Menne am Montag in New York. Die Fluggesellschaft hat von den Arbeitnehmern Nullrunden und längere Arbeitszeiten als Beitrag zum laufenden Sparprogramm gefordert.

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„Wir würden nicht wegen kurzfristiger Harmonie unser langfristiges Wachstum aufs Spiel setzen“, unterstrich Menne vor Journalisten. Das Unternehmen brauche mehr Flexibilität. Die genauen Kosten des Streiks in der vergangenen Woche konnte sie noch nicht beziffern. Beim dreitägigen Ausstand der Flugbegleiter im vergangenen Jahr seien es 33 Millionen Euro gewesen.

Streiks und Warnstreiks im deutschen Luftverkehr

  • 21. März 2012

    Am Frankfurter Flughafen fallen während eines fünftägigen Arbeitskampfes mehr als 1700 Flüge aus, rund 170 000 Passagiere sind betroffen. Die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) will für Verkehrsdisponenten, Vorfeldlotsen und Flugzeug-Einweiser mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen erzwingen.

  • 27. März

    Wegen Warnstreiks an den Flughäfen in Frankfurt/Main, Köln/Bonn, Düsseldorf, München, Stuttgart, Bremen und Hannover fallen Hunderte Flüge aus. Über Stunden sorgen die von der Gewerkschaft Verdi vertretenen Mitarbeiter von Feuerwehr, Gepäckabfertigung und Bodenverkehrsdiensten dafür, dass nicht mehr viel geht. An den Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld legen rund 1500 Beschäftigte des Bodendienstleisters Globeground die Arbeit nieder.

  • 7. September

    Die Gewerkschaft Ufo verursacht den bislang größten Ausfall an einem einzigen Streiktag in der Geschichte der Lufthansa. Rund 1000 Flüge werden gestrichen, mehr als 100 000 Passagiere sind betroffen. Es ist der erste bundesweite Streik der rund 18 000 Lufthansa-Flugbegleiter. Bei zwei Streikwellen in den Tagen zuvor waren insgesamt bereits rund 500 Flüge ausgefallen.

  • 10. Dezember

    Warnstreiks des privaten Sicherheitspersonals führen an mehreren deutschen Flughäfen zu Verspätungen. Verdi hatte zu den Aktionen aufgerufen. Hintergrund sind stockende Verhandlungen über einen Manteltarifvertrag.

  • 18. Januar 2013

    Ein Streik legt den Hamburger Flughafen weitgehend lahm. Die meisten Beschäftigten an den Sicherheitskontrollen folgen einem Verdi-Aufruf und legen für den ganzen Tag die Arbeit nieder. Betroffen sind rund 19 000 Reisende.

  • 24./ 25. Januar

    Ein Streik des privaten Sicherheitspersonals auf den Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn sorgt für große Behinderungen. Hunderte Flüge fallen aus.

  • 14./ 15. Februar

    Streiks der Sicherheitskräfte in Hamburg, Düsseldorf und Köln/Bonn legen den Betrieb erneut fast komplett lahm.

  • 20. Februar

    Die Streiks gehen in Hamburg weiter, vor den Terminals gibt es wieder lange Warteschlangen.

  • 26. Februar

    In der ersten Runde der Tarifverhandlungen bei der Lufthansa kommen sich die Parteien nicht näher. Die Gespräche werden auf den 22. März vertagt.

  • 20. März 2013

    Kurz vor der nächsten Verhandlungsrunde ruft Verdi zu Warnstreiks an den Standorten Frankfurt, Berlin und Hamburg auf. Die Gewerkschaft Verdi vertritt vor allem Beschäftigte in den Boden- und Serviceeinheiten der Lufthansa.

Am Donnerstag hatte es an mehreren deutschen Flughäfen Warnstreiks der Gewerkschaft Verdi gegeben, vor allem an der Lufthansa-Basis Frankfurt. Hunderte Flüge fielen aus. Hintergrund sind die Tarifverhandlungen für rund 33 000 Mitarbeiter vor allem aus den Technik- und Servicesparten. Die Gewerkschaft verlangt 5,2 Prozent mehr Geld und Kündigungsschutz.

Finanzchefin Simone Menne würde sich zudem über ein weiteres weibliches Vorstandsmitglied freuen. „Ja, das wäre sehr nett“, sagte sie am Montag in New York. „Es ist immer gut, eine gesunde Mischung zu haben.“ Das eröffne neue Denkweisen. Sie habe in ihrer Karriere allzu oft an „langen Tischen mit lauter Männern“ gesessen.

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Am Wochenende hatte „Der Spiegel“ berichtet, dass die ehemalige Bahnmanagerin Bettina Volkens in der engeren Wahl als Personalvorstand bei der Fluggesellschaft sei. Amtsinhaber Stefan Lauer scheidet zur Jahresmitte aus.

Menne sprach sich zudem für einen ausländischen Manager im Führungsgremium der Lufthansa aus. „Wir wollen ein globaler Spieler sein, da wäre es auch gut, internationale Denke an Bord zu haben.“ Menne selbst ist seit Juli vergangenen Jahres für die Finanzen zuständig und als Frau eine Ausnahme in den Vorständen der großen deutschen Konzerne.

Klartext sprach die Finanzchefin auch über die andauernden Verzögerungen beim Berliner Großflughafen. Diese seien eine Gefahr für das Ansehen Deutschlands im Ausland. „Ich denke, die Auswirkungen auf Deutschland, auf die Reputation der deutschen Luftfahrtbranche sowie der deutschen Industrie als Ganzem sind nicht gut“, sagte Simone Menne. „Deswegen sind wir sehr enttäuscht.“

Es könne nicht angehen, dass die Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens BER immer wieder kurzfristig verschoben werde, sagte Menne. „Wir brauchen Planungssicherheit.“ Die direkten finanziellen Folgen für die Lufthansa hielten sich allerdings in Grenzen, führte sie vor Journalisten aus. „Wir haben dort keine Basis wie Air Berlin.“

  • 26.03.2013, 03:03 Uhrbjoern

    Das Management macht sich die Taschen voll, will den Mitarbeitern die Löhne um 18% streichen, wobei diese schon seit Jahren Lohnzurückhaltung üben und Nullrunden mitmachen, wobei das Unternehmen schwarze Zahlen schreibt. Die wirtschaftliche Führung dieses Konzerns, sowie unsere Wirtschaftselite kann man doch nur noch als asozial und verroht bezeichnen, wider guten Anstandes und Sitten...hoffentlich werden sich wenigstens ihre Kinder einmal für ihre Eltern schämen...denn sie selbst scheinen jede Scham verloren zu haben

  • 25.03.2013, 23:45 UhrPisaPisa

    Na, wenn HB die Diktion dieser Überfliegerin Mrs Menne richtig widergibt, dann wird bald Etihad et al bei LH mitreden. Meine LH-Aktien gehen morgen raus.

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