FrankfurtTausende Flugreisende in Deutschland können aufatmen: Der härteste Tarifkonflikt in der Geschichte der Flugsicherung ist beigelegt, ein drohender Streik der Fluglotsen ist vom Tisch. In einem letzten Vermittlungsgespräch auf Initiative von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) einigten sich die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) und das bundeseigene Unternehmen auf einen neuen Tarifvertrag für die Beschäftigten der Deutschen Flugsicherung.
„Das war heute nochmals ein hartes Ringen um Detailfragen“, sagte Verkehrsstaatssekretär Rainer Bomba nach den etwa siebenstündigen Verhandlungen in Frankfurt. Angesichts eines drohenden Ausstands hatte sich der oberste Dienstherr der Fluglotsen, Minister Ramsauer, in den Konflikt eingeschaltet. „Wir haben uns in allen wesentlichen Punkten durchsetzen können“, sagte GdF-Tarifvorstand Markus Siebers.
Im Tarifkonflikt der Fluglotsen dienen die hohen Gehälter der rund 1.900 DFS-Lotsen als häufiges Argument gegen einen Streik. Laut Deutscher Flugsicherung (DFS) liegen die Brutto-Jahresgehälter der Lotsen zwischen 72.000 und 130.000 Euro ohne Schicht- und Feiertagszulagen. Die Höhe des Gehalts richtet sich nach Qualifikation und Einsatzort.
Weltweit liegen die deutschen Lotsen mit einem Durchschnittsgehalt von 101.000 Euro weit vorn. Lediglich in Spanien werde fast doppelt so viel gezahlt, heißt es in einer Studie für das Internetportal „Fluege.de“. Lotsen in den USA, der Schweiz, Großbritannien oder Österreich verdienten teils deutlich weniger als die Frauen und Männer in den deutschen Kontrollzentren und Towern.
An den Knotenpunkten des Luftverkehrs sitzen höher dotierte Lotsen, die zudem wegen der stärkeren Belastung kürzer arbeiten müssen. Laut GdF reicht die wöchentliche Arbeitszeit der Lotsen von 32,8 bis 38,5 Stunden. Die sogenannte Mikrofonzeit könne 26 bis 36 Stunden betragen. Im Jahr kämen die Lotsen so auf rund 1.600 Arbeitsstunden und liegen damit leicht unter dem Bundesschnitt von 1.840 Stunden.
Die Flugsicherung bezahlt den Fluglotsen, die bereits mit 55 in den Ruhestand gehen müssen, zudem in regelmäßigen Zeitabständen Regenerationskuren. Bis zur gesetzlichen Rente kommt die DFS für eine Übergangsversorgung auf.
Die Deutsche Flugsicherung (DFS) überwacht zivile und militärische Flüge im deutschen Luftraum. Nach DFS-Angaben koordinieren die Mitarbeiter täglich bis zu 10.000 Flugbewegungen, im Jahr knapp drei Millionen. Die Lotsen überwachen die Maschinen bei Start und Landung sowie in der Luft. Sie sorgen dafür, dass Flugzeuge auf festgelegten Routen in richtiger Höhe fliegen und Sicherheitsabstände einhalten.
Die DFS ging 1993 als privatrechtlich organisierte GmbH aus der Bundesanstalt für Flugsicherung hervor. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Langen bei Frankfurt hat knapp 5.900 Mitarbeiter in Deutschland und bei Eurocontrol im niederländischen Maastricht, darunter mehr als 1.900 Fluglotsen und Hunderte von Technikern. Die Gewerkschaft der Flugsicherung beziffert die Zahl der bei ihr organisierten DFS-Tarifangestellten auf 2.600.
Weitere Kontrollzentren werden in Bremen, Karlsruhe und München betrieben. Außerdem sitzt die DFS in den Kontrolltürmen der 16 internationalen Flughäfen in Deutschland. Chef ist bereits seit 1991 der heute 66 Jahre alte Dieter Kaden, dessen Vertrag im kommenden Jahr endet.
Im Jahr 2006 sollte die DFS privatisiert werden. Der damalige Bundespräsident Horst Köhler verweigerte aber die Unterschrift unter dem Gesetz mit der Begründung, dass Flugsicherung nach dem Grundgesetz eine originär staatliche Aufgabe sei. 2009 wurde die Verfassung geändert. Heute kann die Überwachung des Luftverkehrs über Deutschland von der DFS auch an ausländische Flugsicherungs-Organisationen delegiert werden.
Der DFS zufolge erhalten alle rund 6000 Mitarbeiter für eine Laufzeit von 17 Monaten in zwei Stufen ein Gehaltsplus von 5,2 Prozent. Bei der bis zuletzt umstrittenen Beförderung von Team- und Schichtleitern der Fluglotsen gab es eine Einigung. „Wir haben uns auf beiden Seiten bewegen müssen“, sagte DFS-Chef Dieter Kaden. Nach den Berechnungen des Unternehmens erhöhen sich die Personalkosten durch die Einigung um etwa 9 Prozent. „Wir haben alles getan, um Schaden von der Luftverkehrsbranche und der Volkswirtschaft insgesamt abzuwenden“, sagte Kaden.
Ein Streik in dieser Woche hatte unmittelbar bevorgestanden, nachdem die letzte Schlichtungsrunde in dem seit Monaten tobenden Tarifkonflikt geplatzt war. Hauptstreitpunkt war die Beförderung von Schicht- und Teamleitern. In allen anderen Punkten hatten die Tarifparteien eine Einigung erzielt - auch über das Gehalt.
Niedriglöhner Fluglotsen
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Zitat:
Die Fluglotsen haben doch über die DFS ein staatlich legitimiertes Monopol. Die können verlangen, soviel wie sie wollen, solange man sie nicht rauswirft und einen Wettbewerb mit mehreren konkurrierenden Firmen erlaubt.
Zitat Ende:
Die armen Fluglotsen können einen schon dauern. Müssen sie doch mit einem Hungerlohn dahinvegetieren.
Zitat:
Weltweit liegen die deutschen Lotsen mit einem Durchschnittsgehalt von 101.000 Euro weit vorn. Lediglich in Spanien werde fast doppelt so viel gezahlt, heißt es in einer Studie für das Internetportal „Fluege.de“. Lotsen in den USA, der Schweiz, Großbritannien oder Österreich verdienten teils deutlich weniger als die Frauen und Männer in den deutschen Kontrollzentren und Towern.
ZItat Ende:
Deshalb muß ein "Mindestlohn" für die Fluglotsen her!
Dieser muß sich an den Gehältern der spanischen Lotsen orientieren; alles andere ist inakzeptabel.
Zitat:
Der DFS zufolge erhalten alle rund 6000 Mitarbeiter für eine Laufzeit von 17 Monaten in zwei Stufen ein Gehaltsplus von 5,2 Prozent. Bei der bis zuletzt umstrittenen Beförderung von Team- und Schichtleitern der Fluglotsen gab es eine Einigung. „Wir haben uns auf beiden Seiten bewegen müssen“, sagte DFS-Chef Dieter Kaden. Nach den Berechnungen des Unternehmens erhöhen sich die Personalkosten durch die Einigung um etwa 9 Prozent. „Wir haben alles getan, um Schaden von der Luftverkehrsbranche und der Volkswirtschaft insgesamt abzuwenden“, sagte Kaden.
Zitat Ende:
Also ein Plus von 9%. Nicht schlecht!
Einen Streik, der garnicht stattgefunden hat absagen.
Das bekommt nur das HB geschlagzeilt^^
Nach dem Streik ist vor dem Streik
.
Spartengewerkschaften holen für ihre Klientel das maximal Mögliche heraus.
3 Kommentare
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